Husten Reizhusten: FAQ

Pastillen gegen Reizhusten

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Im Rahmen von Infekten der Atemwege tritt oft ein Reizhusten auf. Dieser wird als unangenehm und störend empfunden, oftmals entsteht der Wunsch nach Mitteln gegen das „Kratzen“ im Hals. Ein Reizhusten ist meistens trocken, das bedeutet, dass keine Schleimpartikel beim Husten aus den Atemwegen befördert werden. Zusätzlich zum Reizhusten können im Rahmen einer Infektion der Atemwege auch Schnupfen, Halsschmerzen und Rötung im Rachenbereich auftreten. Da es sich meistens um virale Erreger handelt, ist hohes Fieber kein typisches Zeichen und sollte zur Abklärung durch einen Arzt führen.

Pastillen gegen Reizhusten

Reizhusten kann mehrere Ursachen haben. Prinzipiell sollte jeder Reizhusten der über längere Zeit besteht durch einen Arzt abgeklärt werden, da sich potentiell gefährliche Erkrankungen auch als trockener Reizhusten manifestieren können.

Reizhusten tritt meist am Beginn einer Infektion der Atemwege auf. Er macht sich durch ein unangenehmes, kratzendes, trockenes Gefühl im Hals bemerkbar. Dieses Gefühl löst den Drang zu Husten aus, dabei werden in der Regel beim Husten keine Partikel aus den Atemwegen befördert, es handelt sich also um einen trockenen Husten.
Reizhusten entsteht weil die Erreger (meist Viren) in die Schleimhaut der Atemwege eindringen und diese infizieren, das Immunsystem antwortet und löst eine Entzündungsreaktion aus. Solange allerdings die Erreger noch nicht die gesamte Schleimhaut befallen haben, kommt es zu einer Reizung der Schleimhaut, welche dann als unangenehmes Kratzen empfunden wird. Ist erstmal die gesamte Schleimhaut entzündet, nimmt das unangenehme Gefühl ab und der Reizhusten bessert sich. Der Husten kann dann auch in einen produktiven Husten übergehen. Dieser befördert Partikel aktiv aus den Atemwegen und führt so zu einer Abfuhr von Sekreten.
Handelt es sich bei dem Husten um einen produktiven Husten, so ist von der Einnahme von hustenstillenden Pastillen unbedingt abzuraten, da es sonst zu einem Sekretstau kommen kann und dieser im schlimmsten Fall eine Lungenentzündung auslösen kann.
Medikamentös versuchen Pastillen grob auf zwei Arten den Hustenreiz zu bekämpfen:
Beruhigung der Atemwegsschleimhaut und damit Verminderung des HustenreizesZentrale (im Gehirn) Dämpfung des Hustenreizes durch Angriff am Hustenzentrum im Gehirn.

Im Folgenden werden einige bekannte Mittel vorgestellt.

Hustenpastillen mit Thymian oder Efeu

  • Wirkungsweise: Thymian und Efeu sollen eine schleimlösende und hustenstillende Wirkung haben. Bei der Anwendung von Kräutern gibt es einige kleinere Studien, die eine positive Wirkung bei Infekten der oberen Atemwege nahelegen, allerdings fehlen große Studien.[1][2]
  • Nebenwirkungen und Wechselwirkungen: Kräuterpastillen sollten nicht eingenommen werden, wenn eine Allergie gegen einen Inhaltsstoff der Pastillen besteht. Wechselwirkungen mit Arzneimitteln sind nicht bekannt, zur Vorsicht sollte aber der Arzt oder Apotheker befragt werden. Da die meisten Pastillen Zuckerarten wie Fructose und Sorbitol enthalten, sollte hier bei Unverträglichkeiten achtgegeben werden.
  • Kontraindikationen: Kinder unter sechs Jahren können die Pastillen aus Versehen einatmen (aspirieren). Daher ist in dieser Altersklasse von einer Einnahme abzuraten.
  • Pastillen mit Thymian oder Efeu: Bronchostop ® Thymian Hustenpastillen, Prospan Pastillen mit Efeu
  • Die Pastillen können die Reizung der Atemwegsschleimhaut lindern und mindern so den Hustenreiz
  • Die Pastillen sollen langsam gelutscht werden. Verändert sich der Typ des Hustens, treten Symptome wie hohes Fieber, Atemnot, schweres Krankheitsgefühl auf oder wird der Husten nicht besser, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden.

Hustenpastillen mit Dextromethorphan

  • Wirkungsweise: Dextromethorphan wirkt im Gehirn und dämpft den Hustenreiz, indem es auf die Rezeptoren im Hustenzentrum einwirkt. Rezeptoren sind Bindungsstellen für bestimmte Botenstoffe. Bindet der Botenstoff an den Rezeptor, werden in den Zellen Vorgänge ausgelöst. Dextromethorphan verhindert, dass sich Signalstoffe an die Rezeptoren binden, welche einen Hustenreiz auslösen. Der Vorteil im Vergleich mit hustenstillenden Opiaten ist das geringere Abhängigkeitspotential. Opiate gehören zu einer Substanzklasse, die vor allem zur Bekämpfung von starken Schmerzen eingesetzt wird; die hustenstillende Wirkung ist ein Nebeneffekt. Die Ursubstanz wird aus dem Schlafmohn gewonnen. Leider werden Abkömmlinge der Opiate als Suchtmittel eingesetzt. Dextromethorphan wird leider auch mißbräuchlich verwendet, da es auf Dopaminrezeptoren im Gehirn wirkt. Die Bindung dieser Rezeptoren führt zur Aktivierung von Vorgängen, die mit Wohlbefinden und Belohnungsgefühl assoziiert sind.
  • Nebenwirkungen und Wechselwirkungen: Zu den häufigeren Nebenwirkungen zählen: Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Schwindel. Bei bestimmten genetisch bedingten Störungen des Arzneimittelstoffwechsels oder bei Überdosierung kann es zu psychiatrischen Symptomen wie Realitätsverlust, Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder sogar psychotischen Reaktionen kommen.
    Wechselwirkungen bestehen mit einigen Arzneimitteln, darunter Antidepressiva, bestimmten Betablockern (Herzmedikamenten) oder Alkohol. Daher sollte bei regelmäßiger Einnahme von anderen Medikamenten unbedingt ein Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden.
  • Kontraindikationen: Die Einnahme sollte nicht stattfinden, wenn chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale, COPD oder Störungen der Atemmuskulatur vorliegen. Des Weiteren sollte Husten nicht unterdrückt werden, wenn dieser produktiv ist, oder eine Lungenentzündung vorliegt. Für die sichere Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit liegen kaum Daten vor. Um eine schädliche Einnahme auszuschließen sollte ein Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden.
  • Pastillen mit Dextromethorphan: Wick Hustenpastillen 44, Tussastop, Bisolvon
  • Die Pastillen sollten bei trockenem Reizhusten zum Einsatz kommen.
  • Wichtig ist es, bei Verschlechterung der Krankheitszeichen oder Andauern des Hustens einen Arzt aufzusuchen, damit dieser eine Abklärung des Hustens durchführen kann.

Zu beachten

Husten ist eine sinnvolle Reaktion, um Erreger und Sekret aus dem Körper zu befördern. Daher sollte Husten nur unterdrückt werden, wenn dieser unproduktiv ist und eine beeinträchtigende Wirkung im Alltag darstellt. Die beste Unterstützung für den Körper im Rahmen eines Infektes ist natürlich ausreichende Ruhe. Hustenstillende Medikamente haben keinen Einfluss auf den Verlauf oder die Dauer der Erkrankung, sondern nur auf das Symptom Husten.Außerdem sollte ein länger bestehender Husten, oder auch ein wiederkehrender Husten, durch einen Arzt abgeklärt werden, da einige Krankheiten wie zum Beispiel Asthma bronchiale oder chronisch obstruktive Lungenerkrankungen mit Husten beginnen können.