Husten Reizhusten: Klassische Arzneimittel

Reizhusten – Codein hilft nicht

© PantherMedia / Lisa Young

Reizhusten gilt als eine besonders unangenehme Form des Hustens. Durch ein ständiges Kratzen im Hals wird ein dauerhaftes Husten bis hin zu starken Hustenanfällen provoziert. Gegen Reizhusten wird häufig Codein als Hustenstiller eingesetzt. Es gibt jedoch Fälle, in denen Codein keine Linderung verschafft.

Reizhusten und Codein hilft nicht? Was die Ursachen sein können, wie Codein wirkt und welche Alternativen es gibt, wird im weiteren Textverlauf geklärt.

Fakten zum Thema

Gegen Reizhusten werden von der Pharmaindustrie verschiedene Wirkstoffe empfohlen. Nicht alle Wirkstoffe zeigen jedoch in der Praxis auch die gewünschte Wirkung. Die Verwendung von Codein bei akutem infektionsbedingtem Husten gilt als umstritten. Denn Codein zeigt hierbei häufig nur sehr schlechte Wirkung.[1]

Biologischer Zusammenhang

Codein gehört in die chemische Gruppe der Opiate. Der Einsatz gegen Reizhusten ist eine mögliche Anwendung der chemischen Verbindung. Darüber hinaus kommt sie in Verbindung mit Paracetamol als Schmerzstiller zum Einsatz.

Codein kann im Körper so verstoffwechselt werden, dass als Abbauprodukt (Metabolit) Morphin entsteht. Morphin hat eine hohe Affinität zu Rezeptoren überall im Körper. Unter anderem wirkt es an den Sensoren der Halsschleimhäute, die für die Schmerzempfindung verantwortlich sind. Morphin blockiert diese Sensoren. Andere Transmitter, die den Reizhusten vermitteln, können so nicht mehr andocken und der Reizhusten wird gestillt.

Wenn Codein nicht hilft, kann dies verschiedene Ursachen haben. Einerseits kann sich der Körper durch den häufigen Gebrauch von Codein an seine Wirkung gewöhnen. So wird der Effekt langsam reduziert, bis sich keine Wirkung mehr zeigt.

Andererseits hängt die Wirkung auch von den individuellen Voraussetzungen des Betroffenen ab. Bei manchen Menschen kann es sein, dass die Empfindlichkeit für Codein herabgesetzt ist, sodass sich bei ihnen keine nennenswerte Wirkung zeigt.[2]

Alternative Behandlungsmethoden

Anstatt zu Codein zu greifen, kann auch versucht werden, den Reizhusten mit natürlichen Methoden zu stillen. So wirkt zum Beispiel ein Dampfbad – etwa mit Kamillenblüten – beruhigend auf die Schleimhäute.

Frisch gebrühte Früchtetees, die heiß getrunken werden, wirken ebenfalls einem ständigen Hustenreiz entgegen.

Auch Halswickel aus Kleie oder zerstampften Kartoffeln können Hustenreiz lindern. Ebenso helfen Lutschpastillen und Hustensirup.

Bei Reizhusten, der über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen anhält, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Bei folgenden Personengruppen sollte auf die Verwendung von Codein generell verzichtet werden:

  • Babys
  • Kindern
  • Betroffenen über 60 Jahren[3]