Husten Trockener Husten: Begleiterscheinungen

Trockener Husten und Brustschmerzen

© PantherMedia / Karel Miragaya

Trockener Husten und Brustschmerzen können auch noch Wochen nach einer Erkältung oder Grippe bestehen bleiben. Woher diese Symptome kommen und wann ein Arztbesuch angeraten ist, wird in folgendem Text erklärt.

Medizinische Fakten:

Ist eine akute Atemwegsinfektion mit viel Husten verbunden, kann die mechanische Reizung und Anstrengung an den Schleimhäuten und Muskeln Schmerzen im Brustkorb verursachen. Auch nach einer Erkältung kann es in manchen Fällen zu einem sogenannten postinfektiösen Reizhusten kommen. Hier steigern sich die Betroffenen häufig durch immer wiederkehrenden Hustenreiz in Hustenanfälle, die zu Brustschmerzen, Atemnot und Erbrechen führen können.[1]

Als Komplikation einer Lungenentzündung (Pneumonie) kann es zu Entzündungen des Brustfelles (Pleuritis) oder einem Erguss zwischen den beiden Brustfellblättern (Pleuraerguss) kommen. Bei der Pleuritis unterscheidet wird zwischen „trockener“ (Pleuritis sicca) und „feuchter“ (Pleuritis exsudativa) Brustfellentzündung unterschieden. Erstere fällt insbesondere durch atemabhängige Schmerzen und trockenen Husten ohne Auswurf auf, während letztere mit Fieber einhergehen und sich bis zu einem Pleuraerguss ausweiten kann. Je nach Menge der Flüssigkeit kommt es dann zu einer erschwerten Atmung und einem Druck auf der Brust.[2]

Liegt oder lag kein Atemwegsinfekt vor, ist bei Reizhusten und Brustschmerzen auch an eine Gastrooesophageale Refluxkrankheit (Refluxoesophagitis) zu denken.[3] Typisch für diese Krankheit ist das Brennen hinter dem Brustbein („Sodbrennen“), insbesondere nach dem Verzehr von magenreizenden (besonders scharfen oder sauren) Nahrungsmitteln.

Biologischer Zusammenhang:

Da bei einer Atemwegsinfektion der Körper darauf eingestellt ist, potenzielle Erreger möglichst schnell auszuwerfen, ist das gesamte Bronchialsystem sehr sensibel und ein Hustenreiz wird schnell ausgelöst. Dies wird, wie z.B. im Falle des postinfektiösen Reizhustens noch durch die Ausschüttung von Entzündungsmediatoren (Leukotrienen, Substanz P u.a.) verstärkt. Dadurch kommen Betroffene in Hustenkreisläufe, die die Schleimhäute und die Atemmuskulatur stark beanspruchen.

Ist die Lunge entzündet, reagiert gelegentlich auch das umliegende Gewebe mit. Das Brustfell besteht aus zwei Blättern, das eine liegt direkt der Lunge an, das andere dem inneren Brustkorb. Im Gesunden sind beide Blätter mit einem schmalen Feuchtigkeitsfilm überzogen, so dass sie problemlos übereinander gleiten können. Da die erste Form der Rippenfellentzündung meist „trocken“ ist, schmerzt das Aneinanderreiben der entzündeten, verdickten Rippenfellblätter bei jedem Atemzug. Wird dann vermehrt Sekret gebildet, verschwinden die Schmerzen und es kommt zu einer feuchten Entzündung. Wächst die Sekretmenge zu einem Pleuraerguss an, kann dieser auf die Brust drücken und die Atmung erschweren.

Bei der Gastrooesophagealen Refluxkrankheit schließt der Muskeln am Übergang von Speiseröhre zu Magen nicht wie gewünscht vollständig (Sphinkterinsuffizienz). So steigen immer wieder kleine Mengen Magensäure in die Speiseröhre auf, was zum einen zum bekannten Sodbrennen führt, aber auch den Hustenreiz auslösen kann und sich somit in einem Reizhusten äußern kann.

Zu beachten:

Bestehen auch mehrere Wochen nach einer Erkältung noch Reizhusten oder Brustschmerzen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um Komplikationen, wie die Vereiterung eines Pleuraergusses (Pleuraempyem) oder das Verkleben der beiden Pleurablätter zu vermeiden.