Schnupfen: Lebensmittel

Soll man bei schnupfen viel trinken?

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Um einen Schnupfen (Rhinitis) zu behandeln gibt es verschiedene alte Haushaltstippss wie beispielsweise das exzessive Trinken. Aber was sollte getrunken werden? Wie viel soll der Betroffene trinken? Kann er sich selbst durch zu viel Trinken schaden?

Im Folgenden soll geklärt werden welche Getränke in welchem Ausmaß dem Erkrankten helfen können. Zudem wird auch erläutert, inwiefern neueste Erkenntnisse mit einigen alten Ansichten nicht vereinbar sind.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Akuter Schnupfen ist ein Resultat einer viralen oder bakteriellen Infektion der oberen und unteren Atemwege. Um die Infektion zu bekämpfen, bildet der Körper eine Sekretschicht, der als Schleim (Mucus) die Krankheitserreger, sogenannte Pathogene, aufsammelt. Während eines Schnupfens (Rhinitis) werden diese Sekrete aus der Nasenhöhle ausgeschieden.

Generell kann das vermehrte Trinken von 2-3 l Flüssigkeit bei Schnupfen empfohlenwerden. Während des Schnupfens trocknen häufig die Schleimhäute aus, daher ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unbedingt notwendig.

Dass sich exzessives Trinken über dieses Maß hinaus jedoch nicht positiv auf den Gesundheitszustand auswirkt, zeigen einige wissenschaftliche Erkenntnisse:

  1. Laut einem Artikel in der ,Medical Tribune Online‘ bestände bei Betroffenen ohne Defizite im Wasserhaushalt durch vermehrtes Trinken kein Vorteil. So ändere sich die Beschaffenheit des Sekretes durch weitere Wasserzufuhr nicht.[1]
  2. Während des Atemwegsinfekts wird vermehrt antidiuretisches Hormon(ADH) ausgeschüttet. Dieses sorgt dafür, dass mehr Wasser ins Blut kommt. Wenn zusätzlich noch mehr Wasser getrunken wird, kann es zu einer geringen NaCl-(Salz) Konzentration in dem extrazellulären Raum kommen. Dadurch sinkt der Natriumhaushalt des Körpers (hypovolämische Hyponatriämie).[2]Das Gehirn braucht einen ausgeglichenen Elektrolytenhaushalt, um richtig zu agieren. Die geringe Natriumkonzentration führt deshalb häufig zu Schwindel und kann in Extremfällen sogar zu einem Komazustand des Betroffenen führen.[3]

Anwendung und Dosierung

Um bei einem grippalen Infekt den entzündungsbedingten Schmerzen entgegenzuwirken, ist die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit besonders durchwarme, entzündungshemmende Getränke zu sichern. Hier eignen sich besonders Teesorten mit Kamillenblüten, denen eine entzündungshemmende, krampflösende und antibakterielle Wirkung nachgesagt wird. Aber auch Malvenblüten/-blätter oder Spitzwegerichkraut kann hier als Alternative gewählt werden. Beide wirken reizlindernd, befeuchtend und antibakteriell, was gerade bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachen-Raum von Vorteil ist. Bei Schnupfen mit zähem, festsitzendem Schleim ist ein Kräutertee mit Eukalyptusblättern oder auchThymiankraut zu empfehlen. Die schleimlösende, auswurffördernde Wirkung erleichtert das Abhusten des Schleims. Um generell das Immunsystem zu stärken, kann der Betroffene sich für Tee mit Ingwer oder Holunderblüten entscheiden. Zweiterer wirkt zudem auch schweißtreibend und schleimlösend, genau wieLindenblütentee – so kann mit den verschiedenen Sorten bei beginnender Erkältung beispielsweise eine Schwitzkur durchgeführt werden.[4]

Zu beachten

Prinzipiell sollte der Betroffene unabhängig von der Gesundheitslage mindestens 1,5 – 2 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken. Diese Menge sollte den körperlichen Aktivitäten angepasst werden. Bei dem Trinken von Kräutertee ist zu beachten, ihn nach dem Aufgießen auf eine angenehm warmer Temperatur abkühlen zu lassen um Verbrennungen zu vermeiden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen