Schnupfen Beim Baby: Im Alltag

Schnupfen (Baby) und Fliegen

© PantherMedia / Michael Rosskothen

Schnupfen (Rhinitis) ist eine Infektion der oberen Atemwege, bei der es zu einerEntzündung der Nasenschleimhäute kommt. Schnupfen kann Menschen jeden Alters betreffen, selbst ein Baby. Ein bestehender Schnupfen kann sich von den Nasenschleimhäuten weiter ausbreiten. Erreicht er Rachen und Hals, kann der Druckausgleich im Mittelohr, der beim Fliegen unbedingt nötig ist, erschwert oder unmöglich werden. Je nach Schwere des Schnupfens sollte dann auf eine Flugreise verzichtet werden.[1]

Was genau bei einem Schnupfen im Körper abläuft und was passiert, wenn ein Baby mit Schnupfen den Belastungen eines Fluges ausgesetzt wird, soll im Folgenden thematisiert werden.

Medizinische Fakten

Schnupfen (Rhinitis) bezeichnet zunächst nur die Entzündung der Nasenschleimhäute. In den meisten Fällen tritt Schnupfen im Zusammenhang mit einer Erkältung auf und wird dann durch Krankheitserreger wie Viren oder seltener auch Bakterien verursacht. Eine solche Infektion kann neben den Nasenschleimhäuten auch die Schleimhäute des Rachens, des Halses und der Bronchien betreffen und auch dort zu Entzündungen, welche mit Schwellungen und Schmerzen einher gehen können, führen.

Hat ein Baby einen Schnupfen, so sollte es vor einer Flugreise auf jeden Fall ärztlich untersucht werden. Der Arzt kann unter anderem Druckmessungen durchführen, mit denen er testet, ob ein Druckausgleich im Mittelohr noch möglich ist. Ob eine Reise angetreten werden kann, wird von der Heftigkeit des Schnupfens abhängig gemacht. Ein leichter Schnupfen muss grundsätzlich keinen Hinderungsgrund für einen Reiseantritt darstellen. Da Babys sich nicht zu weiteren Symptomen und Beschwerden äußern können, wird bei unsicheren Befunden und auf jeden Fall bei einem stärkeren Schnupfen von einer Flugreise abgeraten. Hat ein Schnupfen den oberen Rachentrakt erreicht, kann die Höhen- und damit einher gehende Druckänderung beim Fliegen Verletzungen im Mittelohr verursachen.[2]

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Der Druckausgleich im Mittelohr beim Fliegen erfolgt über die Tuba auditiva (Eustachische Röhre). Die Tuba auditiva ist eine direkte Verbindung zwischen oberem Rachenraum und Mittelohr. Im Normalfall ist sie geschlossen. Ist ein Druckausgleich nötig, wird sie durch die an ihr haftenden Muskeln kurz geöffnet. Die Öffnung und der damit einhergehende Druckausgleich kann durch Gähnen oder Schlucken willkürlich erzeugt werden. Greift eine Rhinitis auf den oberen Rachenbereich über, kann sich auch die Tubenschleimhaut entzünden und im Zuge dessen zuschwellen (Tubenkatharr). Da das Mittelohr ein ansonsten luftdicht geschlossener Raum ist, ist dann kein Druckausgleich mehr möglich. Bei Babys schwillt die Tuba auditiva im Rahmen eines Schnupfens schneller zu als bei Erwachsenen, da sie noch vollkommen gerade und kürzer als bei Erwachsenen ist.

Beim Fliegen treten insbesondere beim Starten und Landen starke Druckveränderungen zwischen Mittelohr und der Umgebung auf. Während des Fluges selbst wird der Druck in der Kabine konstant auf drei Vierteln des normalen Atmosphärendrucks gehalten. Ist beim Start und Landen kein Druckausgleich im Mittelohr möglich, können allerdings Verletzungen der Ohren resultieren.

Risiken

Die Ohren von Babys sind sehr empfindlich. Ist ein Druckausgleich nicht mehr möglich, entstehen im Mittelohr Unter- beziehungsweise Überdrücke. Da diese nicht mehr über die Tuba auditiva ausgeglichen werden können, wird das Trommelfell Innen gezogen bzw. nach Außen gedrückt. Im Extremfall kann es zu einem sogenannten Barotrauma kommen. Mediziner sprechen von einem Barotrauma, wenn im Ohr druckbedingte Verletzungen auftreten, die zum Beispiel Ohrenschmerzen oder eine Hörminderung verursachen. Im schlimmsten Fall reißt das Trommelfell.

Da Babys noch viel empfindlicher als Erwachsene auf verschiedene Einflüsse reagieren, sollte eine Flugreise mit Schnupfen gut überlegt werden. Spätestens wenn folgende Symptome auftreten, wird auf jeden Fall von einer Flugreise abgeraten:

  • Baby ist unruhig
  • Baby schläft schlecht
  • Baby weint verstärkt
  • Baby trinkt nicht mehr richtig

Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen