Schnupfen Nase zu: FAQ

Nachts Nase zu – was tun?

© PantherMedia / Werner Heiber

Erkältungsbedingter Schnupfen (Rhinitis) geht häufig mit einer verstopften Nase einher. Dieser Artikel befasst sich damit, was zu tun ist, wenn nachts die Nase zu ist. Es werden allgemeine Maßnahmen zur Behandlung vorgestellt und welche Hausmittel Linderung verschaffen können. Des Weiteren wird auf die medikamentöse Behandlung eingegangen und abschließend erläutert, worauf zu achten ist.

Behandlung bei verstopfter Nase in der Nacht

Über zwei Drittel der Atemwegsentzündungen werden durch Erkältungsviren (Rhinoviren) verursacht. Ein Hauptsymptom hierbei ist die verstopfte Nase. In der Regel klingt eine solche gewöhnliche Erkältung innerhalb von 2 Wochen vollständig ab, ohne dass es einer speziellen Behandlung bedarf.[1] Hier geht es folglich in erster Linie um Symptomlinderung, denn das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit können erheblich beeinträchtigt sein. Dies gilt insbesondere wenn nachts die Nase verstopft ist und Betroffene deswegen keinen erholsamen Schlaf finden.

Auch andere Erkrankungen können zu einer verstopften Nase führen, wie z.B. allergischer Schnupfen.[2] Der folgende Text bezieht sich allerdings auf die erkältungsbedingte verstopfte Nase. Im Zweifel über die Ursache der verstopften Nase sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, um ggf. die richtige Behandlung einleiten zu können.

Allgemeine Maßnahmen

Um Schnupfen vorzubeugen, aber auch, wenn schon eine Erkältung vorhanden ist, sollten Reizstoffe aus der Umgebungsluft gemieden werden. Dazu gehört das Meiden von Tabakrauch. Die durch die Erkältungsviren gereizten Schleimhäute werden durch aggressiven Stoffe aus dem Rauch andernfalls gereizt und die Schwellung und Schleimproduktion nimmt weiter zu. Hilfreich kann es zudem sein, ausreichend Flüssigkeit zu trinken. Damit werden die Schleimhäute feucht gehalten und der dünnflüssige Schleim fließt leichter ab. Zu beachten ist außerdem, dass Klimaanlagen die Raumluft und damit auch die Schleimhäute austrocknen. Wenn möglich sollte daher auf eine ausreichende Befeuchtung der Raumluft geachtet werden.[3]

Hausmittel / Anwendungen

Ein bewährtes und einfach anzuwendendes Hausmittel ist die Inhalation von Wasserdampf vor dem Zubettgehen. Dabei wird ein Topf mit 1,5 bis 2 Liter heißem Wasser gefüllt und der Kopf über dem Topf mit einem Handtuch bedeckt.[4] Die empfohlene Wassertemperatur beträgt: 42-47°C.[5] Wer den Dampf als zu heiß empfindet, sollte nicht weiter inhalieren, sondern das Wasser abkühlen lassen. Eine Inhalation mit Wasserdampf kann 10 bis 15 Minuten dauern. Die warme Luft befeuchtet die Atemwege und löst festsitzenden Schleim. Dieser Effekt kann durch die Zugabe von 2 Esslöffeln Kochsalz oder Meersalz weiter gefördert werden. Dieses Hausmittel ist sehr schonend und auch für Kinder und Schwangere geeignet. Kinder sollten allerdings nicht unbeaufsichtigt bleiben, um Unfälle wie Verbrühungen zu vermeiden.[6]

Es gibt auch verschiedene Heilkräuter, denen eine abschwellende oder heilende Wirkung zugeschrieben wird. Sie können dem heißen Wasser als ätherisches Öl zugegeben werden. So sollen beispielsweise 2-6 Tropfen Thymian- oder Salbeiöl den Sekretfluss fördern und auch eine keimtötende Wirkung haben.[7] Sie können aber bei Asthmatikern und Menschen mit Allergien Anfälle provozieren und sollten daher nur unter Vorsicht angewandt werden.[8] Auch Kinder sollten darauf verzichten, da sie empfindlich reagieren können und Atemkrämpfe entwickeln können. Allgemein sollte hier die Inhalationszeit hier nicht länger als 5 bis 7 Minuten dauern.[9]

Vor dem Schlafengehen kann die Nase vorübergehend auch mit einer speziellen Nasendusche von Schleim befreit werden. Dazu gibt es bestimmte Sets, die mit einer in der Regel kochsalzhaltigen Lösung gefüllt werden. Diese Lösung wird in ein Nasenloch gespritzt und läuft aus dem anderen wieder heraus. Im Detail sollte die Anleitung zu den jeweiligen Spülsets beachtet werden. Die Lösung zum Spülen kann auch selbst gemischt werden, indem ein halber Teelöffel Kochsalz in 250ml lauwarmem Wasser aufgelöst wird. Das Verfahren ist auch für Kinder geeignet, wenn sie den Vorgang der Nasenspülung selbst beherrschen oder zumindest tolerieren.[10]

Medikamente

Gerade nachts kann eine mehrere Stunden dauernde Abschwellung der Nasenschleimhaut mit Nasensprays oder Tropfen einen wichtigen Beitrag zum erholsamen Schlaf leisten. Je nach Produkt und persönlicher Vorliebe können 1-2 Sprühstöße Spray oder 1-2 Tropfen des Wirkstoffs in jedes Nasenloch eingebracht werden. Die Wirkstoffe der in Apotheken erhältlichen rezeptfreien Nasensprays wie z.B. Oxymetazolin und Xylometazolin verengen die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut und sorgen so für eine verminderte Schleimsekretion und freies Durchatmen. Die Medikamente sollten aber nicht länger als eine Woche und maximal 3x täglich genommen werden, um einen Gewöhnungseffekt der Schleimhaut zu vermeiden. Es könnte sonst zu einer dauerhaften Anschwellung der Schleimhaut kommen. Dies könnte zu einer dauerhaften Anwendung des Sprays verleiten und letztlich eine Schädigung der Schleimhaut nach sich ziehen.[12] Außerdem sollte beachtet werden, dass Kinder nur für sie geeignete Medikamente zur Abschwellung der Nasenschleimhaut nehmen. Die Produkte für Erwachsene können auf das zentrale Nervensystem der Kinder Einfluss nehmen und zu Atemnot und Bewusstseinsstörungen führen.[13]

Zu beachten

Bei der Anwendung von Medikamenten sollten generell die Anwendungshinweise des Herstellers und der Apotheke beachtet werden. Bei chronischen Krankheiten z.B. des Herz-Kreislauf-Systems und der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten sollte stets ein Arzt oder Apotheker zu möglichen Wechselwirkungen auch rezeptfrei erhältlicher Medikamente befragt werden.

Wenn eine verstopfte Nase länger als 8 Wochen besteht, sollten außerdem andere Ursachen als eine gewöhnliche Erkältung ärztlich abgeklärt werden.[14]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen