Erkältung Beim Baby: FAQ

Erkältung bei Baby im 2-3 Monat

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Eine Erkältung (auch grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung) tritt bei Babys in den ersten Monaten relativ häufig auf, da ihr Immunsystem zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgereift ist. Erreger können deshalb leichter die oberen Atemwege infiltrieren und dort Infektionen auslösen. Im Folgenden wird auf die medizinischen Besonderheiten einer Erkältung bei Babys eingegangen und ausgewählte Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt.

Behandlung einer Erkältung beim Baby im 2.-3. Monat

Wie bei Erwachsenen sind Viren auch bei Babys die Auslöser für Erkältungen. Dabei infizieren sie die oberen Atemwege und sorgen so für die klassischen Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen, Fieber und Ruhelosigkeit. Trotz dieser Gemeinsamkeit muss beachtet werden, dass Babys keineswegs wie „kleine Erwachsene“ zu behandeln sind, so ist bei ihnen verstärkt auf Symptome wie Atemnot oder Trinkunlust zu achten, da sich die Kinder nicht verständlich machen können.

Bei der nicht vollständigen Reifung des Immunsystems geht es vor allem um die humorale Immunität, die nur unzureichend entwickelt ist. Dieser Teilbereich des kindlichen Immunsystems umfasst alle Bestandteile von Körperflüssigkeiten (vor allem Blut und Lymphe), die zur Abwehr von Erregern befähigt sind. Dazu enthalten sie Faktoren wie Antikörper und Gewebshormone. Der zweite große Teilbereich, die zellvermittelte Immunität (vor allem weiße Blutkörperchen: Granulozyten, Lymphozyten, Makrophagen), ist in der Regel bereits mit der Geburt vollständig ausgebildet.

Aufgrund dieser verminderten Aktivität der humoralen Komponente sind Erkältungen bzw. Infektionen allgemein bei Babys in den ersten Lebensmonaten deutlich häufiger anzutreffen. [1]

Allgemeine Maßnahmen

Trotz der eingangs genannten Feststellung, dass Babys nicht kleinen Erwachsenen entsprechen, gleichen sich allgemeine Maßnahmen bei der Behandlung einer Erkältung. Dem Kind sollte viel Ruhe gegönnt werden und zum Trinken ermutigt werden. Insbesondere bei Fieber ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von großer Bedeutung. Außerdem sollte auf eine angemessen Frischluftzufuhr geachtet werden, wobei Zugluft dringend zu vermeiden ist.

Da eine gewöhnliche Erkältung in der Regel nach einigen Tagen folgenlos abheilt, ist zu empfehlen, die Symptome mit sanften Mitteln zu lindern und Medikamente nur in schweren Fällen und grundsätzlich nur in Absprache mit einem Arzt einzunehmen. [2]

Hausmittel/Anwendungen

Auch für Babys in den ersten Lebensmonaten stehen einige Hausmitteln und Anwendungen zur Auswahl, die die Erkältungssymptome lindern können.

Dazu gehört warmer Wasserdampf, der dem Baby helfen kann, den Husten zu lösen und die Nase von Sekret zu befreien. Dabei sollte mit dem Kind eher ein warmes Bad genommen werden, da es bei Dampfbädern schnell zu Verbrühungen kommen kann. Der Zusatz von Badesalzen kann einen zusätzlichen lösenden Effekt haben, von ätherischen Ölen sollte allerdings Abstand genommen werden, da diese Allergien auslösen können.

Neben dem gewöhnlichen Nasenputzen, wobei dem Baby geholfen werden muss, gibt es weitere Möglichkeiten, eine verstopfte Nase von Schleim zu befreien. So kann beispielsweise mit einer selbst hergestellten Salzlösung (250 ml Wasser und halber Teelöffel Kochsalz) und einer Ballonspritze das Sekret herausgesaugt werden. Dazu wird der Kopf des Kindes leicht nach hinten geneigt und in ein Nasenloch ca. 10 bis 20 Tropfen der erwärmten Lösung geträufelt. Im Anschluss wird die Ballonspritze ausgedrückt, vorsichtig in das Nasenloch eingeführt und dann losgelassen, sodass Salzlösung und gelöster Schleim eingesagt werden. Nach Entleerung der Spritze in ein Taschentuch kann der Vorgang beim anderen Nasenloch wiederholt werden. Gleiches Prinzip kann auch mit Muttermilch anstelle von Salzlösung angewandt werden. Grundsätzlich abzuraten ist von der Benutzung von Wattestäbchen oder ähnlichen Arten von Gegenständen, die in die Nase eingeführt werden, da das festsitzende Sekret dabei eher in höhere Nasenregionen befördert wird.

Bei Husten kann es helfen, die Brust des Babys zu wärmen. Dazu eignen sich Brustwickel aller Art, beispielsweise gekaufte Kirschkernkissen, Bienenwachswickel oder auch selbst gemachte Quark- oder Zwiebelwickel. In jedem Fall sollten die erwärmten Wickel nicht direkt, sondern mit einem Handtuch dazwischen auf die Brust gelegt werden, um eine gleichmäßige und angenehme Wärmeabgabe zu gewährleisten.

Gegen verstopfte Atemwege kann ein hochgelegter Kopf nützlich sein. Dazu können beispielsweise Handtücher oder ein Laken unter das Kopfende der Matratze gelegt werden, um die Schlafposition des Kopfes leicht zu erhöhen. Niemals sollten allerdings Gegenstände direkt mit ins Bett gelegt werden, da sonst Erstickungsgefahr droht. Ferner ist es möglich, das Baby in einer sitzenden Position schlafen zu lassen, beispielsweise in einem Kindersitz. Hier ist zu beachten, dass das Kind nicht zu lange in dieser Position verbleiben sollte, um möglichen Rückenschäden vorzubeugen.

Von Hausmitteln, bei denen Nahrungsmittel (z. B. Honig, Zwiebeln) eingenommen werden sollen, ist bei Babys in diesem Alter generell abzuraten. So kommt im Honig durch Verunreinigungen gelegentlich das Bakterium „Clostridium botulinum“ vor, das bei Babys eine schwere Infektion auslösen kann, die über Lähmungen bis zum Tod führt. Zwiebeln wiederum enthalten ätherische Öle, die durch ihre reizende Wirkung Hautirritationen und Allergien verursachen können. [3] [4] [5]

Medikamente

Die meisten Medikamente sind für Kinder in diesem Alter nicht zugelassen; darauf wird auf der Packungsbeilage grundsätzlich hingewiesen. Insofern sollten nahezu alle Medikamente nur nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden, wobei in der Regel sowieso ein Arztbesuch angezeigt ist, wenn die Schwere der Erkältung eine Medikamenteneinnahme rechtfertigt.

Somit sollte nur auf komplett unbedenkliche Mittel zurückgegriffen werden. Dazu gehören beispielsweise salzhaltige Nasentropfen, die es in jeder Apotheke gibt. Diese können, ähnlich wie das selbst hergestellte Salzwasser, dazu beitragen, den Schleim in der Nase zu lösen. Auch gibt es diverse homöopathische Globuli, die je nach Symptom und Ausprägung der Erkältung Linderung verschaffen können. [3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung