Erkältung Beim Baby: FAQ

Erkältung bei Baby im 6-7 Monat

© PantherMedia / Leung Cho Pan

Solange das Baby im Bauch der Mutter ist, wird es durch ihre Abwehrkräfte geschützt. Dieser Schutz besteht weiterhin, wenn das Baby gestillt wird. Die Muttermilch enthält verschiedene Abwehrstoffe (Immunglobuline), die das Baby weniger anfällig für Infekte machen und Erreger bekämpfen. Dieser Mechanismus wird Nestschutz genannt. Während des Nestschutzes hat das Baby bereits selbst ersten Kontakt zu Krankheitserregern und kann einen aktiven Schutz gegen sie aufbauen. Das Immunsystem eines Menschen lernt stetig dazu. Mit jedem Kontakt mit einem Erreger oder nach einer überstandenen Erkältung bleiben Abwehrkräfte (Plasmazellen) im Körper des Menschen zurück. Ein Baby hat erst ab seiner Geburt Kontakt mit den Erregern aus der Umwelt und ist daher besonders infektanfällig, weil das junge Immunsystem sich noch in der „Lernphase“ befindet [5].

Im Rahmen enger sozialer Kontakte zu den Eltern, Geschwistern oder Verwandten erfolgt die Ansteckung mit den Erregern. Beim Niesen, Husten oder Sprechen gelangen winzig kleine ansteckende Sekrettröpfchen aus den Atemwegen in die Umgebungsluft. Diese werden vom Baby eingeatmet und gelangen so in den Nasen- und Rachenraum. Diese Erreger sind meist Viren und können nach einer Inkubationszeit von 12 Stunden bis 3 Tagen eine Entzündung in den oberen Atemwegen (Nasen- und Rachenraum, Nasennebenhöhlen und große luftleitende Wege) hervorrufen. Symptome einer Erkältung (Synonym: grippaler Infekt, Verkühlung, akute Bronchitis) äußern sich meist wie folgt [1][4]:

  • Husten, anfangs meist Reizhusten, später Husten mit Auswurf; bei sehr starkem Husten kann das Baby den Schleim verschlucken und sich erbrechen
  • laufende oder verstopfte Nase; bei einer Zweitinfektion (Superinfektion) mit Bakterien, kann der Schleim eine gelbliche bis grünliche Farbe annehmen
  • geschwollene Lymphknoten im Hals und Nackenbereich
  • Fieber (bis zu 39 °C)
  • geröteter Rachenraum und Halsschmerzen
  • Appetitlosigkeit und Ruhelosigkeit
  • häufiges Weinen
  • gerötete Augen

Behandlung einer Erkältung beim Baby im 6. – 7. Monat

Eine leichte Erkältung wird symptomatisch behandelt, das heißt, es wird versucht, die oben genannten Symptome zu lindern oder abzuschwächen. Dafür kann auf die folgenden allgemeinen Maßnahmen, Hausmittel und Medikamente zurückgegriffen werden.

Allgemeine Maßnahmen

Generell sollte das Baby nicht mit erkrankten Personen in Kontakt kommen. Dies gilt besonders, wenn das Baby Geschwister hat. Oftmals wird die Erkältung vom älteren Geschwisterkind auf das jüngere Geschwisterkind übertragen. Falls jemand im Haushalt erkrankt ist, muss besonders stark auf die Hygiene geachtet werden. Durch gründliches Händewaschen vor dem Kontakt mit dem Baby kann eine Ausbreitung der Erreger eingedämmt werden. Besonders wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, damit sich der Schleim in den Atemwegen weiter verflüssigen kann. Als grobe Empfehlung für ein sechs Monate altes Baby werden 600–900 ml Flüssigkeit pro Tag angegeben. Diese Menge ist aber stark abhängig von der Größe des Kindes. Darüber hinaus benötigt das Kind genügend Ruhe, um wieder gesund zu werden. Erst wenn der grippale Infekt vollständig ausgeheilt ist, sollte mit dem Baby das Haus wieder verlassen werden. Mehrmals am Tag sollte der Raum des Kindes gelüftet werden, da frische Luft hilfreich für die Genesung des Kindes ist.
Rauchen in der Nähe des Kindes sollte unterlassen werden, da der Rauch die Atemwege austrocknen und reizen kann, wo durch sich der Infekt verschlimmert und Viren oder Bakterien sich leichter einnisten können [2].

Hausmittel

Husten im Allgemeinen ist ein Schutzreflex des Körpers, um die Atemwege frei von Bakterien, Viren, Pollen, Staub und Schleim zu halten. Im Rahmen der Entzündung wird mehr Schleim produziert, damit der verursachende Erreger mit dem Schleim abgehustet werden kann. Weiterhin soll durch die vermehrte Schleimproduktion die Schleimhaut der Atemwege geschützt werden. Diese führt zu der verstopften Nase sowie zum Husten. Das ständige Husten kann Einschlaf- und Durchschlafstörungen beim Baby verursachen und damit die Erholung des Körpers gefährden. Die folgenden Hausmittel können helfen, die Atemwege wieder vom Schleim zu befreien.

Inhalieren mit heißem Wasserdampf

Eine Inhalation mit heißem Wasserdampf beruhigt die Atemwege. Darüber hinaus wirkt sie krampflösend, schleimlösend und hustenstillend.
Selbst unter Aufsicht ist das Baby aus vielerlei Gründen zu jung, um über einer Schüssel zu inhalieren. Ersatzweise einfach das Heißwasser in der Dusche aufdrehen und gemeinsam mit dem Baby auf dem Arm die heißen Dämpfe einige Minuten lang inhalieren. Durch diese Methode kann eine Verbrühung der Atemwege des Babys verhindert werden, da der Elternteil ebenfalls die Wärme des Wasserdampfes fühlt. Diese Methode ist schonend, aber dennoch genauso effektiv wie herkömmliche Methoden. Auf die Inhalation mit ätherischen Ölen sollte bei Kindern unter 3 Jahren verzichtet werden, da sie eine allergische Reaktion auslösen und die Schleimhaut der Atemwege reizen können [2].

Nasentropfen aus Salzwasser

Salzwasser kann bei einer verstopften Nase ein guter und schonender Schleimlöser sein. Hierfür wird eine isotonische Kochsalzlösung (gleicher Salzgehalt wie das menschliche Blut) benötigt. Sie kann einfach zu Hause hergestellt werden, indem 9 Gramm Kochsalz in 1 Liter abgekochtem Wasser aufgelöst werden. Mit einer Pipette sollten drei- bis fünfmal täglich ein paar Tröpfchen dem Baby in die Nase geträufelt werden. Alle zwei Tage muss die Lösung frisch zubereitet werden, um eine Verunreinigung durch Bakterien zu verhindern. Dies ist eine Alternative zu Nasensprays aus der Apotheke, die meist für Babys nicht zugelassen sind [2].

Zwiebelringe auf feuchtem Handtuch

Die Wirkstoffe der Zwiebel haben einen desinfizierenden und bakterientötenden Effekt. Ein Handtuch wird angefeuchtet und in den Raum gelegt, in dem sich das Baby aufhält. Von einer Gemüsezwiebel werden 4 bis 5 große Ringe abgeschnitten und auf das Handtuch gelegt. Der aufsteigende Wasserdampf zieht durch die Zwiebelringe und nimmt die Wirkstoffe auf. Das Baby atmet nun diese Dämpfe ein. Die Atemwege werden zum einen befeuchtet und zum anderen wird das Immunsystem bei der Bekämpfung der Erreger unterstützt [2].

Majoranbutter

Die Aromastoffe der Majoranbutter helfen, die verschleimten Atemwege des Babys zu befreien. Der Schleim in der Nase wird gelöst und das Atmen erleichtert. Zu etwas geschmolzener Butter wird ein Teelöffel Majoran hinzugefügt. Anschließend das Gemisch ziehen lassen und den Majoran abseihen. Dreimal täglich kann dem Baby etwas von der Majoranbutter unter die Nase gerieben werden [2].

Medikamente

Medikamente sollten beim Baby nur mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden. Schon geringe Überdosierungen können schwere Auswirkungen auf das Baby haben. Daher sollte immer die Packungsbeilage beachtet und niemals die Dosierungsempfehlung überschritten werden. Viele Medikamente sind darüber hinaus gar nicht für Babys zugelassen. Daher sollte vor jeder Medikamentengabe Rücksprache mit einem Arzt gehalten und kein Medikament ohne seine Anordnung verabreicht werden!

Paracetamol

Dieser Wirkstoff wirkt schmerzstillend und fiebersenkend und wird Babys oftmals in Zäpfchenform verabreicht (z. B. Paracetamol von HEXAL, STADA oder ratiopharm). Paracetamol sollte niemals ohne vorherige Absprache mit dem Arzt gegeben werden. Bereits kleine Dosen von 500 mg können bei einem Baby stark leberschädigend wirken und bedrohlich sein. Deshalb muss die Packungsbeilage genau beachtet und bei Fragen ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden. Weiterhin muss der vorgeschriebene Abstand zwischen den einzelnen Gaben genau eingehalten werden. Außerdem sollte auf allergische Reaktionen geachtet werden.

Ibuprofen

Dieser Wirkstoff kann bei Babys, die mehr als 6 Kilogramm (älter als 3 Monate) wiegen, eingesetzt werden. Ibuprofen wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Bevorzugt wird Ibuprofen in Zäpfchenform verabreicht, da Babys noch nicht kontrolliert schlucken können. Handelsnamen sind beispielsweise: IB-U_RON Zäpfchen, Nurofen junior Zäpfchen oder Nurofen Saft. Ibuprofen ist schnell wirksam und kann nicht so leicht wie Paracetamol überdosiert werden. Der Magen kann, vor allem bei längerfristiger Gabe, angegriffen werden, was zu Magenschleimhautblutungen führen kann. Auch hier gilt: Erst nach Rücksprache mit dem Arzt geben und die Packungsbeilage genau beachten [3].

Zu beachten

Bei folgenden Symptomen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden:

  • Erkältung hält bereits länger als 5 Tage ohne Besserung an
  • Temperatur steigt über 38 °C (Gefahr eines Fieberkrampfes)
  • anhaltender Hustenfalls das Baby unter Atemnot leidet
  • wenn der Hustenauswurf oder das Nasensekret eine gelbliche, grünliche oder bräunliche Farbe annimmt

Es sollte nicht zu lange gewartet werden, bis ein Arzt aufgesucht wird, denn es besteht die Gefahr, dass sich die Viren in die Lunge ausbreiten und eine lebensbedrohliche Lungenentzündung hervorrufen.
Medikamente sollten immer nur nach Rücksprache mit dem Arzt verabreicht werden, da das Baby sehr empfindlich auf Überdosierungen reagiert.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung