Erkältung Beim Baby: FAQ

Erkältung bei Neugeborenen

© PantherMedia / Ruslan Olinchuk

Eine Erkältung (auch grippaler Infekt oder österreichisch Verkühlung) ist bei neugeborenen Babys besonders häufig anzutreffen. Dies ist vor allem auf ein nicht vollständig entwickeltes Immunsystem zurückzuführen, welches es den Erregern erleichtert, in die oberen Atemwege einzudringen und dort Infektionen auszulösen. Im Folgenden wird der medizinische Hintergrund einer Erkältung beleuchtet und ausgewählte Behandlungsmöglichkeiten werden erklärt.

Behandlung einer Erkältung bei Neugeborenen

Eine Erkältung wird bei Neugeborenen (Neonaten) ebenso wie bei Erwachsenen von Viren verursacht, welche die oberen Atemwege befallen. Allerdings unterscheiden sich Neugeborene in Symptomen und Behandlung deutlich vom Erwachsenen, sodass Babys keinesfalls als „kleine Erwachsene“ zu behandeln sind. Außerdem ist zu beachten, dass Neugeborene sich kaum verständlich machen können und daher verstärkt auf mögliche Symptome geachtet werden sollte, wie beispielsweise Schnupfen, Fieber, Husten, Atemnot, Ruhelosigkeit oder Trinkunlust.

Wie bereits erwähnt, entspricht das kindliche Immunsystem nicht dem eines erwachsenen Menschen. Während die zellvermittelte Immunität (beruht vor allem auf weißen Blutkörperchen: sogenannte Lymphozyten, Granulozyten und Makrophagen) in der Regel bereits vollständig entwickelt ist, fehlt es im ersten Lebensmonat an der humoralen Immunität. Zur humoralen Immunität gehören alle Bestandteile von Körperflüssigkeiten (Blut und Lymphe), die zur Immunabwehr in der Lage sind. Dazu zählen in erster Linie Antikörper. Durch die verminderte Aktivität dieser humoralen Bestandteile des Immunsystems treten Erkältungen bei Neugeborenen deutlich häufiger auf. [1]

Allgemeine Maßnahmen

Grundsätzlich geht es bei der Behandlung einer einfachen Erkältung in erster Linie um die Linderung der Symptome, weniger um eine „Heilung“ im klassischen Sinne. Ferner heilt eine Erkältung in der Regel innerhalb von 5 bis 10 Tagen folgenlos ab, sodass man dem Baby mit einfachen Mitteln die Leidenszeit erleichtern kann. Einige Maßnahmen sind allgemein sinnvoll: So sollte man dem Neugeborenen viel Ruhe gönnen und es zum Trinken ermuntern, sei es von der Brust oder aus der Flasche. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist für die Behandlung einer Erkältung essentiell und hilft auch, eventuell auftretendes Fieber zu senken.

Darüber hinaus sollte auf eine angemessene Raumtemperatur und Frischluftzufuhr geachtet werden, wobei Zugluft unbedingt zu vermeiden ist.

Hausmittel/Anwendungen

Auch für Neugeborene gibt es eine Reihe von Hausmitteln und Anwendungen, die einige Erkältungssymptome lindern können.

Wasserdampf ist ein bekanntes Mittel, um Husten zu lösen und die Nase von Schleim zu befreien. So kann man beispielsweise ein warmes Bad mit dem Baby nehmen. Auch Dampfbäder sind hilfreich; allerdings muss hier besonders auf die Temperatur geachtet werden, da Verbrühungen möglich sind. Als Bade- bzw. Dampfzusätze sollte auf natürliche Salze zurückgegriffen und ätherische Öle gemieden werden.

Bei einer verstopften Nase muss dem Baby beim Naseputzen Hilfestellung gegeben werden. Dabei ist grundsätzlich davon abzuraten, Wattestäbchen oder Taschentücher in die Nase des Babys einzuführen, da damit der Schleim eher in die oberen Nasenregionen befördert als herausgeholt wird. Die Nase kann mit einer Ballonspritze (Nasensauger)und lauwarmem Salzwasser gereinigt werden. Dazu sollte der Kopf des Babys leicht nach hinten geneigt werden. Dann werden ca. 10 bis 20 Tropfen der Salzlösung in ein Nasenloch geträufelt. Anschließend wird die Ballonspritze vorsichtig in die Nase eingeführt und losgelassen, sodass Salzlösung und gelöster Schleim eingesaugt werden. Danach sollte der Inhalt der Spritze in ein Taschentuch entleert und der Vorgang beim anderen Nasenloch wiederholt werden. Die Salzlösung kann mit einem halben Teelöffel Kochsalz auf ca. 250 ml Wasser selbst hergestellt werden. [2]

Eine weitere Möglichkeit, dem Kind das Atmen bei verschleimten Atemwegen zu erleichtern, ist das Hochlegen des Kopfes. Dazu kann beispielsweise ein dünnes Kissen, Handtücher oder ein Laken unter dem Kopfende der Matratze platziert werden. Dabei sollte eine angemessene Höhe gewählt und keine Laken/Kissen/Handtücher direkt unter den Kopf gelegt werden, da sonst Erstickungsgefahr droht. Ferner kann es hilfreich sein, das Baby in einer sitzenden Position schlafen zu lassen, beispielsweise in einem Kindersitz. Der Säugling sollte allerdings nicht zu lange in dieser Position verbleiben, um Rückenschäden vorzubeugen.

Bei Husten können warme Brustwickel eine angemessene Behandlung sein. Dazu eignen sich Kirschkernkissen oder auch Bienenwachswickel, die dem Baby auf die Brust gelegt werden. Dabei sollten die Wickel nicht direkt aufliegen, sondern mit einem Handtuch umwickelt werden, um eine gleichmäßige und angenehme Abgabe der Wärme zu gewährleisten. Ähnlich funktionieren Quark- oder Zwiebelwickel, bei denen Magerquark oder gehackte Zwiebeln erwärmt und eingewickelt werden. [3]

Von Hausmitteln, bei denen Nahrungsmittel wie Honig oder Zwiebeln eingenommen werden sollen, ist bei Neugeborenen generell abzuraten.

Medikamente

Grundsätzlich ist beim Einsatz von Medikamenten aller Art in diesem Alter große Vorsicht geboten. In jedem Fall sollten die Packungsbeilagen genau gelesen werden, ehe ein Mittel verabreicht wird, da die allermeisten Medikamente für Neugeborene nicht geeignet sind. Zudem ist, wenn die Erkältung den Einsatz eines Medikaments rechtfertigt, sowieso ein Arztbesuch angezeigt, bei dem der Arzt dann ein geeignetes Mittel verschreibt. Somit sollte nur auf rein pflanzliche bzw. unbedenkliche Medikamente zurückgegriffen werden.

Dazu gehören beispielsweise salzhaltige Nasentropfen, die, ähnlich wie das Salzwasser der Ballonspritze, den festsitzenden Schleim in der Nase lösen können. Außerdem gibt es eine Reihe von homöopathischen Globuli, die je nach Symptom bzw. Ausprägung der Erkältung eingesetzt werden können. [4]

Zu beachten

Entscheidend ist, dass bei einem Neugeborenen besondere Vorsicht geboten ist. Häufig wird empfohlen, in diesem Alter bei jeder Form von Erkältung vorsichtshalber den Arzt aufzusuchen. In jedem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden, wenn das Kind Fieber bekommt, an Atemnot leidet oder farbigen Schleim oder gar Blut aushustet. Ebenfalls ist ein Arztbesuch Pflicht, wenn sich eine leichte Erkältung nach ca. einer Woche nicht deutlich gebessert hat. [2]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung