Erkältung Beim Baby: FAQ

Starke Erkältung bei Baby

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Eine Erkältung, oder auch grippaler Infekt genannt, spielt sich vorwiegend in den oberen Atemwegen ab. Diese Atemwegsinfektionen, die durch viele unterschiedliche Viren verursacht werden können, treten bei kleinen Kindern häufig auf und sind für circa 70% aller Kinderarztbesuche verantwortlich. Auf Grund des großen Virenspektrums, kann es zu Entzündungen der Nasenschleimhäute (Rhinitis), des Rachens (Pharyngitis), des Mittelohres(Otitis media) und der Nasennebenhöhlen (akute Sinusitis) kommen. [1] Dies kann insbesondere für Babys sehr belastend sein, da dies häufig zu Fieber führt und das Atmen erschwert wird. Im Folgenden werden sowohl Behandlungsmöglichkeiten, als auch wichtige Dinge, die es dabei zu beachten gilt, näher beleuchtet.

Ein grippaler Infekt hat in der Regel eine Inkubationszeit von 12 Stunden bis drei Tagen. Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, das bedeutet durch Niesen oder Husten einer erkrankten Person kann sich ein Baby leicht anstecken. Hinzu kommt, dass das Immunsystem von Babys noch nicht vollständig ausgereift ist, was sie für Infektionskrankheiten besonders in den ersten Lebensjahren sehr anfällig macht. Hat sich ein Baby mit einer Erkältung angesteckt sind meist folgende Symptome zu beobachten:

  • Fieber (bis zu 39 Grad Celsius)
  • Husten
  • gerötete Augen
  • Halsweh
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Appetitlosigkeit
  • Reizbarkeit und Ruhelosigkeit
  • geschwollene Lymphknoten unter den Achseln, am Hals und im Nacken

Behandlung bei starker Erkältung des Babys

In der Regel wird eine Erkältung symptomatisch behandelt, das heißt man versucht die Symptome weitestgehend zu lindern. Hierzu gibt es sowohl Medikamente, als auch Hausmittel, die zur Genesung und Besserung der Symptome beitragen können.

Allgemeine Maßnahmen

Um das Baby vor weiteren Krankheitserregern zu schützen, sollte es von anderen Personen mit Husten und Schnupfen, beispielsweise aus Familien- und Freundeskreis, fern gehalten werden. Falls dies nicht zu vermeiden ist, sollten alle, die mit dem Baby Kontakt haben, zuvor gründlich die Hände waschen. Ebenso sollte auf den Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen verzichtet werden, bis das Baby wieder gesund ist. Auch Rauchen in der Umgebung kann dem Baby schaden und vorhandene Atemprobleme verschlimmern. Daher sollte immer für ausreichend Frischluft gesorgt werden, um dem Baby die Atmung zu erleichtern.Ruhe und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind ebenfalls sehr wichtig um die Genesung zu unterstützen.

Hausmittel

Eine verstopfte Nase, sowie verschleimte Atemwege führen meist zu Atemnot, was vor allem den Schlaf des Babys stört. Da dieser wichtig für die Erholung des Körpers ist, kann man einige Maßnahmen ergreifen, um die Atemwege zu befreien.

Inhalation mit heißem Wasser

Besonders bei starkem Husten und verschleimten Atemwegen kann die Inhalation von heißem Wasserdampf dazu beitragen, diese wieder zu öffnen. Ätherische Öle sollten hierbei nicht hinzugefügt werden, da diese die empfindlichen Atemwege des Babys zusätzlich reizen könnten.

Eine sichere Methode, um zu vermeiden, dass sich das Baby am heißen Wasser verbrüht, ist, das Kind auf den Arm zu nehmen, in der Dusche das Heißwasser aufzudrehen und zusammen ein paar Minuten imWasserdampf zu verweilen.

Diese Methode ist schonend und kann trotzdem genauso effektiv sein, wie eine herkömmliche Inhalation.

Nasentropfen aus Salzwasser

Bei verstopfter Nase kann Salzwasser als guter Schleimlöser fungieren. Hierzu wird eine isotonische Kochsalzlösung hergestellt, durch Auflösen von 9g Kochsalz in 1L abgekochtem lauwarmem Wasser.

Drei bis fünfmal täglich sollen dann einige Tropfen der Lösung vorsichtig mit einer Pipette in die Nase des Babys geträufelt werden. Die Lösung alle zwei Tage frisch zubereiten, um eine Ansammlung von Bakterien zu vermeiden.

Dies ist eine gute und schonende Alternative zu Nasensprays aus der Apotheke, die unter Umständen für Babys nicht unbedingt geeignet sein können.

Majoranbutter

Auch dies ist ein beliebtes Hausmittel bei verstopfter Nase und soll dem Baby das Atmen erleichtern.

1 Teelöffel Majoran soll zu etwas geschmolzener Butter hinzugegen werden. Anschließend das Gemisch ziehen lassen und durchseihen.

Dreimal täglich soll dem Baby dann etwas davon unter die Nase gerieben werden.

Durch das Aroma des Majoran sollen so die Atemwege auf natürliche Weise befreit werden. [2]

Medikamente

Beim Einsatz von Medikamenten bei Säuglingen und Babys ist äußerste Vorsichtgeboten. Generell sollte eine Verabreichung von Medikamenten nur erfolgen, wenn diese auch von einem Arzt verordnet wurde. Am besten eignen sich hierzuZäpfchen mit fiebersenkender und schmerzstillender Wirkung.

Paracetamol

Dieser Wirkstoff wirkt sowohl schmerzstillend, als auch fiebersenkendund ist für Kinder besonders gut in Zäpfchenform geeignet (zB. Paracetamol von HEXAL, STADA oder Ratiopharm).

Besonders wichtig ist hier die Dosierung genau zu beachten, da schon ab Dosen über circa 0,5 g eine Gefährdung für Säuglinge angenommen werden muss. Deshalb sollte vor Verabreichung immer die Packungsbeilage beachtet werden, oder Rücksprache mit einem Arzt genommen werden.

Zu Achten ist auf allergische Reaktionen des Kindes, sowie auf die genaue Dosierung und Einhalten von circa sechsstündigen Abständen zwischen der Medikamentengabe, da Paracetamol bei Überdosierung stark lebertoxisch sein kann.

Ibuprofen

Dieser Wirkstoff ist ähnlich wie Paracetamol sowohl fiebersenkend, als auch schmerzlindernd und zusätzlich noch entzündungshemmend. Auch hier empfiehlt sich für Kinder ab drei Monaten die Gabe in Form von Zäpfchen (zB. IB-U_RON Zäpfchen, Nurofen junior Zäpfchen oder Saft).

Ibuprofen hat den Vorteil, dass es im Vergleich zu anderen Schmerzmitteln schneller und länger wirkt und außerdem nicht so leicht überdosiert werden kann, wie beispielsweise Paracetamol.

Bei den Nebenwirkungen gilt zu beachten, dass Ibuprofen den Magen angreifen und bei längerfristiger Gabe zuMagenschleimhautblutungen führen kann. [3]

Zu beachten

Bei Babys unter drei Monaten empfiehlt es sich generell bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung immer einen Arzt aufzusuchen.

Mit Babys, die älter als drei Monate sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden, sobald

  • die Erkältung länger als fünf Tage anhält, ohne dass Besserung eintritt
  • die Temperatur über 38 Grad steigt (Gefahr eines Fieberkrampfes!) [4]
  • der Husten nicht besser wird und anhält
  • das Baby sichtlich nicht genug Luft bekommt
  • das Kind grünen, gelben oder braunen Schleim hustet

Medikamente sollten möglichst nur nach Rücksprache mit einem Arzt verabreicht werden, da Babys sehr empfindlich auf Überdosierungen reagieren können. Desweitern sollten Babys und Kleinkindern kein Aspirin verabreicht werden, da dies das sogenannte Reye-Syndrom verursachen kann, was unter anderem zu schweren Schäden des Gehirns führen kann.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung