Grippe: Häufige Fragen

Hausmittel gegen Grippe & Fieber

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Besonders in der kalten Jahreszeit haben viele Menschen mit der Grippe (Influenza) zu kämpfen. Diese wird durch Viren ausgelöst und geht fast immer mit mäßigem bis hohem Fieber einher. Sinnvoll ist hier in der Regel eine symptomatische Behandlung, welche zunächst auch mit Hilfe von Hausmitteln verwirklicht werden kann. Im Folgenden soll daher gezeigt werden, dass es durchaus sinnvoll ist, erst einmal in die Hausapotheke zu greifen, bevor man die Krankheitssymptome mit Medikamenten bekämpft. Des Weiteren wird aufgezeigt, welche Hausmittel bei Grippe zur Linderung der Beschwerden, vor allem von Fieber, positiv beitragen können.

Hausmittel gegen Grippe

Fieber ist eine Art Schutzreaktion des Körpers und ein sehr häufiges Symptom bei der Grippe. Eine Erhöhung der Körpertemperatur soll die Influenzaviren, die in die Typen A-C unterteilt werden, unschädlich machen. [1] Ohne Medikation beträgt der Krankheitsverlauf bei ca 80% der Erkrankten in der Regel sieben bis vierzehn Tage, wobei das Fieber etwa drei bis vier Tage anhält. [2]

Bettruhe hilft, die Kräfte zu schonen und ist eine gute Unterstützung für die körpereigenen Abwehrkräfte.

Wichtig bei Fieber ist außerdem, dass dem Körper ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird, da diese durch starkes Schwitzen verloren geht. Um den Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht zu halten, muss daher unbedingt viel getrunken werden.

Fiebersenkende Maßnahmen sollten jedoch erst angewandt werden, wenn die Temperatur über 38,5°C ansteigt, da das Fieber grundsätzlich den Heilungsprozess unterstützt. Hier haben sich Hausmittel wie kalte Wadenwickel und Teemischungen, die eine Schwitzkur begünstigen bewährt.

Kalte Wadenwickel bei Fieber

Ein altbewährtes Hausmittel zur Fiebersenkung sind kalte Wadenwickel. Hierzu kann man beispielsweise ein Küchentuch benutzen, das in kaltem Wasser getränkt und anschließend ausgewrungen wird. Das nasse Tuch wird dann abwechselnd für 10 Minuten um die Unterschenkel gewickelt und vor jedem Wechsel wieder befeuchtet. Die Anwendung ist auch paarweise für beide Beine gleichzeitig für 15 – 20 Minuten durchführbar. Bei empfindlichen Personen kann statt kaltem auch zimmerwarmes Wasser benutzt werden. Die Anwendung soll insgesamt nicht länger als 45 Minuten dauern.

Diese Anwendung ist ein schonendes Verfahren und hat praktisch keine Neben- oder Wechselwirkungen mit Medikamenten.

Alternativ zu Wadenwickeln können auch in Tücher gewickelte Eisbeutel auf die Leiste gelegt werden. [3]

Teemischungen zur Schwitzkur bei Fieber

Teemischungen mit Holunder- und Lindenblüten können bei der Fiebersenkung helfen, indem sie Schwitzkuren unterstützen, was die Abwehrkräfte stärken soll.

Hierzu werden folgende Mischungen vorgeschlagen:

Teemischung 1:

Weidenrinde (Salicis cortex) 30,0 g

Lindenblüten (Tiliae flos) 40,0 g

Hagebuttenschalen (Cynosbati fructus) 5,0 g

Holunderblüten (Sambuci flos) 20,0 g

Quendelkraut (Serpylli herba): 5,0 g

Teemischung 2:

Thymianblätter (Thymi folium) 30,0 g

Holunderblüten (Sambuci flos) 40,0 g

Ringelblumenblüten (Calendulae flos) 5,0 g

Schwarze Johannisbeerblätter (Ribes nigri folium) 5,0 g

Weidenrinde (Salicis cortex) 20,0 g

Zubereitung: 1 Esslöffel der Teemischung mit siedendem Wasser (ca. 150 ml) übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen, danach durch ein Sieb geben. Mehrmals täglich eine Tasse des frisch bereiteten Tees trinken. [4]

Nebenwirkungen sind bei diesen Teemischungen nicht zu erwarten. Bei zusätzlicher Einnahme von Medikamenten, sollte jedoch die Packungsbeilage beachtet werden bzw Rücksprache mit dem behandelnden Arzt genommen werden, um Wechselwirkungen sicher auszuschließen.

Inhalation gegen Schnupfen

Bei Husten sowie verstopfter Nase kann Inhalieren sinnvoll sein, um die Atemwege zu befreien. Dampfinhalationen mit Kamille oder ätherischen Ölen sind hierzu besonders beliebt.

Für eine Dampfinhalation heißes Wasser in eine Schüssel gießen. Je nach Belieben, dem Wasser Kamille (z. B. in Form von Teebeuteln oder Blüten) oder handelsübliche ätherische Öle hinzufügen, die sich zum Inhalieren eignen. Um den heißen Wasserdampf nun gut einatmen zu können, bietet es sich an, den Kopf über die Schüssel zu halten und mit einem Handtuch zu bedecken. Hier sollte man vorsichtig sein, da beim Verschütten des Wassers Verbrennungsgefahr besteht.

Alternativ gibt es auch spezielle Inhalatoren in der Apotheke zu kaufen.

Zu beachten

Für ältere Menschen, sowie Schwangere und Frauen im Wochenbett ist die Grippe ein ernstzunehmender Risikofaktor, da die Immunabwehr dieser Personengruppen meist geschwächt ist. Insbesondere bei Fieber besteht die Gefahr der Austrocknung (Exsikkose), weshalb vor allem ältere Menschen unbedingt darauf achten müssen, ausreichend zu trinken. Andere unangenehme Begleitsymptome, wie beispielsweise Kopf- und Gliederschmerzen, können in der Regel gut mit leicht dosierten Schmerzmitteln, wie z.B. Paracetamol, Ibuprofen oder Aspirin (Achtung bei Kindern!) behandelt werden.

Generell sollte ab einer Temperatur von 39°C oder schweren Krankheitsverläufen ein Arzt aufgesucht werden, da zu hohes Fieber zu Herz-Rhythmus-Störungen und anderen Komplikationen führen kann. Dies gilt ganz besonders für kleine Kinder, da diese zu Fieberkrämpfen neigen können, die unter Umständen lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe