Grippe: Häufige Fragen

Grippe ohne Medikamente

© PantherMedia / Andriy Popov

Ist von einer Grippe oder Erkältung die Rede, so ist zumeist der sogenannte „Grippale Infekt“ gemeint. Es handelt sich dabei um leichte, akute Infektionen der oberen Atemwege (sog.Rhinopharyngitis), die mit einer Schleimbildung einhergehen (katharralisch). Ausgelöst werden diese in den meisten Fällen (etwa 90%) durch Viren. Häufig spielen Rhinoviren eine wichtige Rolle, seltener auch Corona-, Parainfluenza-, oder Influenzaviren. Eine Übertragung erfolg in Form einer Tröpfcheninfektion (durch Niesen, Husten) oder Schmierinfektion (Anfassen kontaminierter Gegenstände).

Bei einem grippalen Infekt handelt es sich sogar um die häufigste Infektionskrankeit beim Menschen.
Eine Erkältung haben die meisten bereits erlebt und die Symptomatik ist weitläufig bekannt: Ein eher gering ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, sowie unter anderem Fließschnupfen, eine eingeschränkte Atmung durch die Nase, Schluckbeschwerden und Husten.[1]

Um die Grippe ohne Medikamente zu behandelt, ist es zunächst sehr ratsam, auf Schonung und Ruhe für den Körper zu achten. Außerdem ist es wichtig, möglichst viel zu trinken. Linden- oder Holunderblütentee eignen sich beispielweise sehr gut, weil diese unter anderem durch ihren schweißtreibenden Effekt bewirken können, dass vermehrt Giftstoffe aus dem Körper abtransportiert werden. Frische Luft, sowie die Zufuhr von Vitaminen durch Obst und Gemüse können ebenfalls die Heilung eines grippalen Infektes beschleunigen.
Um einer Grippe vorzubeugen, eigenet sich beispielweise das Trinken von Sanddornsaft. Dieser hat einen verhältnismäßig sehr hohen Gehalt an Vitamin C. Auf diese Weise wird das Immunsystem gestärkt und so der Organismus dabei unterstützt, die Erreger des grippalen Infektes effizient abzuwehren.[7]

Eine Selbstbehandlung des grippalen Infektes in Form von Hausmitteln kann in jedem Fall sehr sinnvoll sein und die verschiedenen Beschwerden lindern.[2]

Hausmittel

Gewürzabkochung bei Gliederschmerzen und/ oder Fieber

Folgende Mischung kann gegen die oben genannten Symptome sehr gut helfen, wenn diese direkt zu Beginn des Infektes getrunken wird. Hierzu 1 TL Kreuzkümmelsamen, 1 Tl Ingwerpulver und 1 TL Korianderfrüchte miteinander vermengen und in 200 ml Wasser geben. Dieses zum Kochen bringen und solange warten, bis noch etwa 50 ml Flüssigkeit vorhanden sind. Die erste Hälfte davon sollte zur Nacht, die zweite Hälfte kalt am nächsten Morgen getrunken werden.[3]

Ingwer wirkt durchblutungsfördert, wodurch lokal die Linderung etwa von Halsschmerzen gefördert werden kann. Zudem hat er gegenüber Viren und Bakterien eine desinfizierende Wirkung.[5] Kreuzkümmel gehört zu den sogenannten Heilpflanzen. Er enthält ätherische Öle, die eine wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien haben. Eventuelle Verdauungsbeschwerden werden während einer Grippe ebefalls gelindert.[4] Eine ähnlich Wirkung wird durch die Korianderfrüchte erzielt.

Bei Husten und Bronchitis: Herstellen eines Meerrettich- Hustensaftes

Zur Herstellung des Saftes ca. 20 g Meerrettichwurzel schälen und grob raspeln. Diese in ein Schraubglas füllen und etwa 150 g Honig hinzugeben. Das Glas verschlossen über Nacht an einen warmen Ort stellen. Am nächsten Tag den Saft mithilfe eines Siebes in eine dunkle Flasche abgießen. Hiervon kann dreimal täglich je 1 Teelöffel eingenommen werden.
Die Wurzel des Meerrettichs enthält scharfe Senföle, welche Viren und Bakterien abtöten. Zudem wirkt sie schleimlösend und stärkt die Abwehrkärfte.

Trinken von „Grippetee“

Zur Herstellung eines Grippetees je 50 g folgender getrockneter Kräuter vermischen: Mädesüß, Holunderblüten und Lindenblüten. Diese in eine Teedose geben und darin einmal kräftig schütteln. Ein Teesieb mit einem TL der Kräutermischung in einer Tasse mit heißem Wasser aufgießen. Die Ziehzeit beträgt etwa 10 Minuten. Über den Tag verteilt können mehrere Tassen des Grippetees getrunken werden.

Mädesüß enthält Salicylsäure (sog. „Pflanzliches Aspirin“). Dieses lindert Kopf- und Gliederschmerzen und senkt bestehendes Fieber. Linden- und Holunderblüten haben eine unterstützende Wirkung dabei.

Vorsicht: Keine Anwendung empfohlen, sofern eine Allergie gegen Salicylsäure besteht.[6]

Einnahme von Propolis

Bei Propolis (auch Bienenharz genannt) handelt es sich um eine Substanz, welche als Nahrung für die Bienenkönigin dient. Grundstoff von Propolis sind verschiedene Pflanzenharze, welche dann im Bienestock verarbeitet werden.[7] Unter anderem sind Zink, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide) enthalten. Flavonoide helfen gegen Entzündungen und wirken antiviral.[8]

Zitronenwickel

Zur Vorbereitung ein Baumwolltuch (sog. „Außentuch“) zum Beispiel auf ein Bett legen. Ein zweites Tuch kommt direkt darüber („Zwischentuch“).

Danach eine Zitrone auspressen und den Saft in 250 ml warmes Wasser geben. Ein sogenanntes „Innentuch“ aus Baumwolle darin tränken, auswringen und auf die beiden vorbereiteten Tücher ausbreiten. Der Patient legt sich nun darauf und die Wickel dann je nach Beschwerden faltenfrei um Hals oder Brust fixieren.

Die Anwendung dauert etwa zehn Minuten und sollte 3 Mal täglich wiederholt werden.
Ein Zitronenwickel hat eine heilsame Wirkung unter anderem bei Erkältungen, Halsschmerzen, Heiserkeit und Husten.[10]

Ähnlich wie Sanddorn enthält auch die Zitrone viel Vitamin C, wodurch das Immunsystem gestärkt wird.[11]

Schmalzwickel

Schmalzwickel haben eine schleimlösende Wirkung und beruhigen den Hustenreiz. Benötigt werden ca. 100-150g Schweineschmalz. Dieses erwärmen und auf ein Tuch streichen („inneres Tuch“), welches auf die Brust gelegt wird. Das Schmalz kann direkt auf der Haut aufliegen. Ein äußeres Tuch kann zur Fixierung angewendet werden.[9]

Wadenwickel bei Fieber (bei Temperaturen höher als 39°C)

Zunächst ein Tuch als Nässeschutz unter die Waden legen. Dieses auf keinen Fall um die Waden wickeln, um einen Hitzestau zu vermeiden.

Danach zwei Baumwoll- oder Leinentücher in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser tränken und im Anschluss auswringen. Die Temperatur des Wassers sollte etwa 1-5°C unterhalb der Körpertemperatur des Patienten liegen. Die feuchten Tücher dann jeweils an beiden Beinen zwischen Knie und Knöchel locker anlegen.[12] Die Anwendung kann alle 10 Minuten erneuert werden, jedoch maximal drei Mal hintereinander durchgeführt werden. Danach sollte eine Pause erfolgen.[13]

Nach etwa 30 Minuten kann die Körpertemperatur des Patienten kontrolliert werden.[12] Das Prinzip der Wadenwickel ist die sogenannte Verdunstungskälte. Der Körper hat durch die Verdunstung von Wasser eine gute Möglichkeit, die fiebernde Temperatur zu senken (ähnlich wie beim Schwitzen).

Auf Wadenwickel sollte verzichtet werden, wenn der Patient kalte Hände und Füße hat, sowie wenn Frösteln oder Schüttelfrost bestehen.

Es wird empfohlen, in jedem Fall während der Anwendung Socken anzuziehen, damit die Füße während der Durchführung des Wickels warm bleiben.[12]

Zu beachten:

Da die Symptome einer Grippe sowohl durch die oben genannten Viren als auch durch andere Krankheiten verursacht werden können, empfiehlt es sich in jedem Fall, einen Arzt aufzusuchen, sobald die Symptomatik sich nach vierzehn Tagen nicht besser oder sogar schlimmer wird. Ein ernstzunehmender Krankheitszustand sollte niemals unterschätzt werden.[14]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe