Grippe: Häufige Fragen

Gliederschmerzen bei Grippe

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Als Gliederschmerzen werden Muskel-, Knochen- und Gelenksschmerzen bezeichnet, deren Auftreten sich auf die Extremitäten (Arme und Beine) beschränkt. Die Schmerzen werden oftmals als ziehend beschrieben und variieren stark in ihrer Intensität und Dauer.

Meist gehen Gliederschmerzen auf Infektionskrankheiten wie Grippe, Masern oder Windpocken, aber auch auf Grunderkrankungen wie Rheuma oder Gicht zurück, seltener auf Durchblutungsstörungen oder entzündete Nerven. Auch bei einem gewöhnlichen Erkältungsinfekt sind sie keine Seltenheit.

Treten Gliederschmerzen bei Grippe (Influenza) oder einem Erkältungsinfekt auf, so ist dies häufig ein Zeichen, dass die Infektion den gesamten Körper befallen hat und das Immunsystem nun dagegen vorgeht. [1]

Hausmittel gegen Gliederschmerzen

Weil infektionsbedingte Gliederschmerzen auf eine Grunderkrankung, in dem Fall die Infektion (z. B. Grippe) zurückgehen, verschwinden sie nach Abklingen dieser meist von selbst. Da sie aber oft als sehr unangenehm empfunden werden, ist es möglich, sie mit Hausmitteln zu behandeln. Kommt es durch die beschriebenen Hausmittel zu wenig bis keiner Linderung, können auch gängige Präparate mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Ibuprofen eingenommen werden, die schmerzstillend, fiebersenkend und auch entzündungshemmend wirken. [2]

Im Vordergrund der Behandlung sollte auf jeden Fall Stressvermeidung und Ruhe stehen, außerdem sollte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Hausmittel, welche durchblutungsfördernd, schmerzstillend und krampflösend wirken, sind bei Gliederschmerzen besonders zu empfehlen. Nachfolgend sind einige Hausmittel erläutert, die diese Symptome lindern können.

Warme Bäder gegen Gliederschmerzen

Warme Bäder auf Körpertemperatur (36-37°C) fördern das Wohlbefinden und können die Beschwerden reduzieren. Diese sollten aber nur bei Patienten mit wenig bis gar keinem Fieber angewendet werden. Wahlweise können dem Badewasser noch durchblutungsfördernde Mittel zugegeben werden.

Dazu z. B. 400 g Birkenblätter, 500 g Brennnesselblätter oder 500 g Fichtennadeln für 10 Minuten in zwei Liter Wasser kochen, den Sud durch ein Tuch oder Sieb gießen und anschließend dem Badewasser beimengen. Eine Badezeit von 15 Minuten ist ausreichend. [2]

Heiße Flüssigkeit gegen Gliederschmerzen

Ein alt bekanntes Hausmittel, das den Zustand deutlich verbessern kann, ist die selbstgekochte Hühnerbrühe. Diese sollte heiß getrunken werden.

Außerdem können Ingwer-, Weidenrinden- oder Lindenblütentee die Schmerzen schnell lindern, da diese Substanzen schmerzstillend und krampflösend wirken. Ein solcher Tee kann auch ganz einfach selbst hergestellt werden. Hierzu je 50 g Holunderblüten, Weidenrinde und Lindenblüten mischen und 2 Teelöffel in einen halben Liter kochendes Wasser geben. Die Mischung 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Dieser Tee kann über den ganzen Tag getrunken werden. [2]

Kalte Wickel gegen Gliederschmerzen

Da kalte Wickel durchblutungsfördernd wirken, können auch sie gegen Gliederschmerzen angewendet werden. Dazu ein Tuch in 20°C kaltes Wasser tauchen und um den betroffenen Körperteil wickeln. Dies sollte im Liegen geschehen. Die Anwendungszeit beträgt etwa 10-15 Minuten. [2] Kalte Wadenwickel können zudem auch zu hohes Fieber um etwa 1-2°C senken. [6]

Zu beachten

Sollten die Gliederschmerzen sehr stark sein und mit hohem Fieber, Schweißausbrüchen oder Erschöpfung einhergehen, sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. [3]

Weiteres ist zu beachten, dass der Weidenrindentee nicht bei Kindern unter 12 Jahre angewendet werden sollte [4], da keine Erkenntnisse zur Behandlung bei dieser Altersgruppe vorliegen. Da Weidenrinde Salicin, die Vorstufe von Acetylsalicylsäure enthält, sollte sie auch bei einer Überempfindlichkeit gegen diesen Wirkstoff nicht eingenommen werden.[7] Ingwertee sollte erst ab einem Alter von 6 Jahren angewendet werden, da auch hier keine Erkenntnisse zur Behandlung von unter 6-Jährigen vorliegen.[5] Diese Substanzen sollten auch nicht dauerhaft eingenommen werden, weil es dann zu unerwünschten Nebenwirkungen, wie Magenbeschwerden kommen kann.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe