Halsschmerzen: Tee

Schwarzer Tee gegen Halsschmerzen

© PantherMedia / Carmen Steiner

Das Trinken von Tee wird bei jeder Erkältung empfohlen. Besonders bei Halsschmerzen stellt heißer Tee ein altbewährtes Hausmittel da. Dabei ist es allerdings wichtig, die richtige Teesorte zu verwenden: Während Grüntees und Kräutertees eine heilende Wirkung bei Halsbeschwerden entfalten können, hilft Schwarzer Tee nicht dabei, die Krankheitsdauer zu verkürzen.

Welche Wirkung Schwarztee auf den Körper hat, in welchen Krankheitsfällen er durchaus getrunken werden darf und welche Alternativen es gibt, wird im Folgenden erklärt.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

In Maßen getrunken, ist Schwarzer Tee sehr gesund. Der bekannteste Inhaltsstoff stellt das Koffein (früher: Teein) dar, das primär eine anregende Wirkung besitzt. Doch das Koffein hat noch weitere positive Effekte: Es steigert die Frequenz und Kontraktionskraft des Herzens, wirkt konzentrationsfördernd und regt die Peristaltik des Darms an.

Neben dem Koffein enthält Schwarztee noch weitere gesunde Inhaltsstoffe, die nicht unterschätzt werden sollten:[1]

  • Vitamin B und Mangan: u.a. wichtige Bestandteile verschiedener Enzyme
  • Kalium: u.a. wichtig für die Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks
  • Fluorid: kräftigt den Zahnschmerz, schützt vor Karies, vermindert Faltenbildung
  • Polyphenole: antioxydative, entzündungshemmende (antiphlogistische), krebshemmende (antikarzinogene)Wirkung (durch Zusatz von Milch in ihrer Wirkung abgeschwächt)
  • Tannine (Gerbstoff): antioxydative, auswurffördernde, antivirale und antibakterielle Wirkung. Zudemadstringierende Eigenschaften (d.h. hat bei Kontakt durch Eiweißfällung austrocknende, blutstillende, entzündungshemmende Wirkung).[2]
    Achtung: Tannine hemmen Eisenaufnahme im Darm.
  • Theobromin und Theophyllin (gehören zu den Methylxanthinen): ähnliche Effekte wie Koffein, wirken aber weniger stimulierend auf das Nervensystem

Die Methylxanthine bewirken eine stärkere Durchblutung der Niere, es wird vermehrt Harn ausgeschieden. Das kann in vielen Situationen durchaus als positiver Effekt gewertet werden. Doch gerade diese diuretische (harnfördernde) Wirkung kann bei Vorliegen einer Erkältung den Trinkeffekt vollständig zunichtemachen.[3]

Bei vermehrter Koffeinzufuhr kann es zudem zu Schlaflosigkeit, Unruhe und Angstzuständen bis hin zu Krämpfen und Herzrhythmusstörungen kommen. Daher stellt der Konsum von stark koffeinhaltigen Produkten wie Schwarztee eher eine zusätzliche Belastung bei Erkältung dar, die Krankheitsdauer wird nicht verkürzt und Begleiterscheinungen wie Halsschmerzen nicht gelindert.

Allerdings wird Koffein bei bestimmten Erkrankungen auch als pharmazeutischer Hilfsstoff (Adjuvans) von Entzündungshemmern (NSAIDs) genutzt, da Koffein die Wirkung von bestimmten Entzündungsmediatoren (Adenosin) hemmen kann und so periphere Entzündungssymptome reduziert.[4]

Anwendung und Dosierung

Folglich sollte Schwarztee zwar nicht bei Erkältung und Halsschmerzen vermehrt getrunken werden, doch er kann bei einer Reihe von anderen Erkrankungen mit gutem Resultat behilflich sein.

Dazu zählen zum Beispiel Durchfallerkrankungen, wogegen die adstringierenden Eigenschaften der Gerbstoffe helfen. Um besonders viel Gerbstoffe aus dem Schwarztee herauszulösen, sollte der Tee mindestens 15 Minuten ziehen.[5]

Auch bei nässenden Ekzemen (syn.: Juckflechte), bei denen es sich um entzündliche Hauterkrankungen handelt, kann der austrocknende Effekt der Gerbstoffe und die antientzündliche Wirkung der Polyphenole helfen. Hierfür eignet sich besonders die lokale Therapie beispielsweise mit Wickeln aus Schwarztee.:[6]

Auch wenn keine Erkrankung vorliegt, kann Schwarztee natürlich in Maßen, zum Beispiel morgens als Ersatz für Kaffee, getrunken werden.

Bei Halsschmerzen können alternativ andere Tees, wie zum Beispiel Kamillen- oder Fencheltee mit Honig, getrunken werden. Diese lindern nachweislich die Beschwerden und sorgen für einen beschleunigten Genesungsprozess.

Zu beachten

Bei zu hohem Schwarztee-Konsum kann zuviel Koffein zugeführt werden. Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen sind die Folge.[7] Daher ist zu empfehlen, nach 16 Uhr keinen Schwarztee mehr zu trinken. Des Weiteren sollten auch folgende Dinge beachtet werden:

  • Ein übermäßiger Konsum an Schwarztee kann dem Körper Eisen entziehen.
  • Es kann zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen.
  • Menschen, die an einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) leiden, sollten keinen schwarzen Tee trinken.
  • Sodbrennen kann auftreten.
  • Kinder sollten keinen schwarzen Tee trinken.

Behandlungsmöglichkeiten bei Halsschmerzen