Schnupfen Beim Baby: FAQ

Baby (6 - 7 Monate) hat Schnupfen - was tun?

© PantherMedia / Miroslav Beneda

Ab dem 3. Lebensmonat können Eltern mit der ersten Erkältung ihres Kindes rechnen. Bis dahin sind Babys durch den sogenannten Nestschutz vor Krankheiten geschützt.[1] Das Baby erhält in den letzten Wochen vor der Geburt von seiner Mutter eine „Leih-Immunität“, indem ein Teil der Immunabwehrstoffe der Mutter über die Plazenta auf das Kind übertragen werden. Das Kind ist so die ersten Wochen nach der Geburt vor Krankheitserregern geschützt.

Im Folgenden werden Maßnahmen aufgeführt und diskutiert, die das Baby in den ersten Lebensmonaten vor Schnupfen (sog. Rhinitis) und weiteren Erkältungskrankheiten schützen sollen. Zudem wird erklärt, wie Eltern mit ihren an Schnupfen erkrankten Kindern umgehen können.  

Behandlung bei Babys mit Schnupfen

Babys sind vor allem dann für erste Erkältungskrankheiten anfällig, wenn der Immunschutz, der vor der Geburt durch die Mutter auf das Baby übertragen wurde, nicht mehr aktiv ist. Dies ist spätestens nach den ersten 9 Lebensmonaten der Fall, häufig treten die ersten Erkältungen mit Schnupfen und Husten (sog. Tussis) aber bereits nach den ersten 2 bis 3 Monaten auf.[2] Während dieser Zeit beginnen die Babys bereits damit, einen eigenen Immunschutz aufzubauen, der zu Beginn aber noch nicht effektiv vor Krankheiten schützen kann.

Allgemeine Maßnahmen

Schnupfen und eine Reizung der Atemwege treten bei Babys zum ersten Mal auf, wenn diese beginnen, eigenständig ihre Umwelt zu erkunden, mit den Händen zu greifen und Dinge in den Mund zu nehmen. Diese Phase der Autonomie ist wichtig für die Entwicklung des Babys, es kann dabei jedoch nicht verhindert werden, dass das Baby mit Keimen und Krankheitserregern in Kontakt kommt. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Baby durch rechtzeitige Impfungen und die Verwendung von babyfreundlichen Hausmitteln kann schwere Erkältungen abschwächen oder gar verhindern.[3]

Hausmittel/Anwendungen

Bei Schnupfen handelt es sich um eine Entzündung der Nasenhöhlenschleimhaut, die meist viral bedingt ist. Bei einer vorgeschädigten Schleimhaut der Nase (z.B. durch trockene Luft) fällt es den Erregern leichter eine Entzündung hervorzurufen. Auch eine allergische Komponente kann die Ursache für Beschwerden sein. Es kommt beim Schnupfen zu einem Anschwellen der Nasenschleimhaut und zu einer verstärkten Produktion von Nasensekret. Zur Unterstützung des Heilungsprozesses gibt es folgende Hausmittel.

  • Spülung mit Kochsalzlösung: Besonders geeignet bei stark verstopfter Nase
    • Anwendung: Mehrmals tägliches Spülen der Nase mit Salzwassertropfen, die mithilfe einer Pipette (Nasensauger) wieder aus dem Nasenloch abgesaugt werden können. Möglich ist auch eine Anwendung mittels Dampfbad.
    • Wirkungsweise: Durch die Reinigung der Nase werden weitere Krankheitserreger aus der Nase entfernt und die Nasenhaare von Schleim befreit. Dadurch ist die Fähigkeit der Nase zur Selbstreinigung wieder gegeben. Außerdem wird durch die Entfernung des Sekrets die Nasenatmung des Säuglings wieder ermöglicht.
    • Hinweise/Nebenwirkungen: Es sind keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen bekannt, jedoch ist es wichtig, darauf zu achten, dass ätherische Zusätze vermieden werden.
  • Eintropfen von Muttermilch: Besonders zur Unterstützung des Heilungsprozesses
    • Anwendung: Mehrmals tägliches Eintropfen von Muttermilch in die Nase
    • Wirkungsweise: Da in der Muttermilch Stoffe zur Abwehr von Krankheitserregern enthalten sind (Antikörper), kann das Eintropfen der Genesung förderlich sein.[4]

Um trockene und damit für Entzündungen anfällige Nasenschleimhäute zu vermeiden, kann eine Luftbefeuchtung sinnvoll sein.

Medikamente

Die Verwendung von Medikamenten sollte immer mit einem Arzt abgesprochen werden. Vor allem die Nutzung von Nasensprays, welche bei anhaltender Verwendung Abhängigkeiten verursachen können, sollte mit einem Arzt besprochen und nicht im Alleingang beschlossen werden.[8]

Beispiele für Wirkstoffe, die im Säuglingsalter anwendbar sind und eine positive Wirkung auf die Genesung des Schnupfens haben können:

  • Cromoglicinsäure: Besonders geeignet bei allergischem Schnupfen
    • Anwendung & Dosierung: 4x täglich 1 Sprühstoß pro Nasenloch. Die maximale Dosierung von 6 Sprühstößen pro Tag sollte nicht überschritten werden.
    • Wirkungsweise: Der Wirkstoff verhindert, dass Immunzellen (Mastzellen) aktiviert werden und Inhaltsstoffe freisetzen, die zu allergischen Reaktionen führen.
    • Nebenwirkungen: Es können Reizzustände in der Nase entstehen (Niesen, Nasenbluten). Auch Kopfschmerzen und Geschmacksstörungen können auftreten.[5]
    • Beispiel-Präparate:
      • Cromo Nasenspray
      • Cromo-CT
      • Cromo Ratiopharm
  • Oxymetazolin: Besonders geeignet bei beeinträchtigter Nasenatmung
    • Anwendung & Dosierung: Säuglinge in den ersten 4 Lebenswochen erhalten 2-3 mal täglich 1 Tropfen. Säuglinge im Alter von 5 Wochen bis 1 Jahr erhalten 2-3 mal täglich 1-2 Tropfen. Das Medikament wird bei der Anwendung in die Nase getropft.
    • Wirkungsweise: Durch eine lokale Verengung von Blutgefäßen kommt es zur Abschwellung der Schleimhaut.
    • Nebenwirkungen: Es kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen und Reizzuständen in der Nase kommen. Außerdem kann es bei längerer Gabe zur Austrocknung der Schleimhaut kommen. Deshalb sollte die Dauer der Verabreichung eine Woche nicht überschreiten.[6]
    • Beispiel-Präparate:
      • Nasivin für Babys
      • Nasiben Dosiertropfer für Babys
      • Nesivine für Babys

Nachweislich wirksam sind außerdem Nasentropfen auf Basis von natürlichem Emser Salz. Die Nasenschleimhaut schwillt ab und lässt das Baby wieder durchatmen.[7]

Zu beachten

Bei schwächer verlaufenden Erkältungen kann häufig auf den Einsatz von Medikamenten verzichtet und bereits mit der Verwendung von Hausmitteln eine gute Unterstützung des natürlichen Genesungsprozesses erreicht werden.

Gerade bei Babys und Kleinkindern sollte die Behandlung von Erkältungssymptomen nur dann mit Medikamenten erfolgen, wenn dies durch einen Arzt empfohlen wurde und eine Behandlung mit Hausmitteln keine Erfolge erzielt hat.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen