Schnupfen Beim Baby: FAQ

Verstopfte Nase bei Neugeborenen – was tun?

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Bei einer Nasenverstopfung (Nasale Obstruktion) des Neugeborenen[1] entsteht ein deutlich hörbares „schnorcheln“, hervorgerufen durch geschwollene Nasenschleimhäute oder Schleimbildung. Eine verstopfte Nase ist als alleiniges Symptom nicht gefährlich, kann aber für ein Neugeborenes bei längerem Bestehen das Trinkverhalten und in der Folge das Gedeihen stark beeinträchtigen. Der junge Säugling ist nur schwer in der Lage von der Nasenatmung auf Mundatmung umzuschalten. Der Schlaf wird oft unterbrochen, tagsüber ist das Kind leidlich, weint viel und die Trinkmenge vermindert sich aufgrund der behinderten Nasenatmung.

Mögliche Ursachen:

  • Die inneren Nasengänge des Säuglings sind nur wenige Millimeter groß, so dass die geringste Menge Schnupfen (Sekret) schnell zu einer Verstopfung der Nase führen kann.
  • Die zarte Nasenschleimhaut kann bei Reizen (Staub, Wärme, Rauch, Erregung) leicht anschwellen und so die Nasenatmung behindern.
  • Beim Aufstoßen von Muttermilch kann diese in die Nasengänge kommen. Das Neugeborene „schnorchelt“ dann nur nach einer Mahlzeit. Weißes Sekret kommt aus der Nase.
  • Infektiöser Schnupfen mit gelber oder grüner Schleimbildung, meist durch Viruen (Rhino Viren)[2] hervorgerufen. Ein unbehandelter Schnupfen kann zu einer Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) oder einer Entzündung der Bronchien (Bronchiolitis) führen.[3]
  • Angeborene verschlossene Nasengänge. Diese sind sehr selten und werden meist direkt nach der Geburt festgestellt.

Behandlung

Das Ziel einer Behandlung ist es, die Nasenatmung zu befreien und damit ein unbehindertes Trinkverhalten des Neugeborenen zu ermöglichen.


Allgemeine Maßnahmen

Die Zimmertemperatur sollte tagsüber 20° C und im Schlafbereich 18° C nicht übersteigen. Die optimale Luftfeuchtigkeit[4] des Schlafraumes liegt zwischen 40% und 60% und ist mit einem Luftfeuchtigkeitsesser (Hygrometer) einfach zu kontrollieren. Ist die Luft zu trocken, sollte sie durch nasse Tücher auf der Heizung oder durch einen Luftbefeuchter[5] reguliert werden. Zu große Wärme lässt die zarten Schleimhäute anschwellen und wirbelt Staub auf, der die Schleimhäute reizen und anschwellen lassen kann. Das Zimmer, in dem der Säugling sich aufhält, sollte häufig stoßgelüftet werden. Falls das Baby fieberfrei ist, sind täglich mehrere kleine Spaziergänge an der frischen Luft hilfreich.


Hausmittel

Nasensauger:

Sollte sich Schnupfensekret ansammeln und zu einer Nasenverstopfung führen, so kann dieser Schleim mit einem Nasensauger[6] aus der Nasenmuschel herausgesogen und so die Atmung deutlich erleichtert werden. Es ist sinnvoll, in das eine Nasenloch den Sauger einzuführen und mit dem Zeigefinger der anderen Hand das andere Nasenloch kurz von außen zu verschließen. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der das absaugen effektiver macht. Bei vermehrter Schleimbildung kann das Schleimabsaugen unbedenklich so häufig erfolgen, wie es notwendig scheint.

Isotonische Kochsalzlösung:

Eine Anwendung dieses Hausmittels ist sowohl bei einer Nasenverstopfung ohne Schnupfen (Rhinitis) als auch bei Verschleimung der Nase durch Schnupfen sinnvoll, um die Atmung und damit das Trinken und den Schlaf positiv zu beeinflussen.

Wichtig ist es, die zarten Innenschleimhäute der Nase regelmäßig zu befeuchten und zu reinigen. Dazu bietet sich eine isotonische Kochsalzlösung (NaCl 0,9%, ohne Konservierungsstoffe) aus der Apotheke an.[7] Der Salzgehalt dieser Lösung entspricht dem natürlichen Salzgehalt im menschlichen Blut. Mit dieser Lösung kann die Nase mehrfach täglich unbedenklich[8] über längere Zeit mit ein bis drei Tropfen Lösung behandelt werden. Die Befeuchtung mit NaCl 0.9% sorgt für den Abtransport von Milch- und Schleimresten, Pollen, Allergenen und Staub. Diese Lösung ist einfach herzustellen, in dem 500 ml abgekochtem Wasser 1 Teelöffel (4 g) Kochsalz zugefügt wird.[9] Die Lösung ist anwendungsbereit, wenn sich die weißen Salzschlieren im Wasser komplett aufgelöst haben und die Lösung abgekühlt ist. Eine ausgekochte Pipetten Tropfflasche aus der Apotheke bewahrt die nicht konservierte Lösung bis zu drei Tagen im Kühlschrank auf. Vor Einbringen in die Säuglingsnase sollte die Pipetten Flasche eine viertel Stunde lang in der Hosentasche (Körpertemperatur) angewärmt werden, da gekühlte Tropfen unangenehm für das Neugeborene sind. Nach Gebrauch sollte die Flasche im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Muttermilch:

Eine Behandlung mit Muttermilch bei einer Nasenverstopfung des Neugeborenen wird oft angeraten, ist allerdings nicht uneingeschränkt zu empfehlen. Muttermilch enthält auf der einen Seite schützende Infektionsabwehrstoffe (Immunglobuline) doch durch den natürlichen Zuckergehalt der Milch, kann es zu Verklebungen[10]der feinen Flimmerhärchen (Zilien) im Naseninneren kommen, die für den Abtransport von Verunreinigungen zuständig sind. Diese zuckrigen Verklebungen der Flimmerhärchen kann die Abtransport Funktion beeinträchtigen und vorhandenen Schleim (Sekret) eindicken. Die Nasenverstopfung wird somit wahrscheinlich ungünstig beeinflusst.

Medikamente:

Die Verordnung von chemischen Medikamenten ist bei Neugeborenen allein dem Kinderarzt vorbehalten.

Zu beachten: Personengruppen, Anzeichen, Risiken

Ein Neugeborenes verfügt über einen sehr zarten und unreifen Organismus, der sich an die Lebensbedingungen außerhalb (extrauterin) der schützenden Gebärmutter langsam in seinen Funktionen anpasst. Besteht die geringste Unsicherheit ob es dem Neugeborenen gut geht, ist der Kinderarzt sofort zu befragen. Bei ausgeprägter Trinkschwäche, außergewöhnlichem Schlafbedürfnis, spärlicher Urinabgabe, großer Unruhe und Fieber in den ersten Lebenswochen sollte sofort ein Termin in der kinderärztlichen Praxis vereinbart werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen