Schnupfen Beim Baby: FAQ

Baby (8,9,10 Monate) hat Schnupfen - was tun?

© PantherMedia / Mareike Rohlf

Ein Schnupfen (Rhinitis) tritt typischerweise im Rahmen einer Erkältung oder Grippe (Influenza) auf. Auch Babys können einen Schnupfen bekommen und leiden, gleich wie Erwachsene, unter den unangenehmen Beschwerden. Bei der Behandlung einer Rhinitis soll vor allem der Schleim gelöst, die Schwellung reduziert und die symptomatischen Beschwerden eingeschränkt werden, bis der Körper von selbst mit der viralen Infektion fertig wird.

Zur Behandlung einer Rhinitis können sowohl klassische Arzneimittel als auch Hausmittel zum Einsatz kommen. Was können Eltern tun, wenn das Baby einen Schnupfen bekommt? Im folgenden Artikel sind sowohl klassische Arzneimittel als auch Hausmittel beschrieben, die gegen einen Schnupfen bei Babys helfen.

Behandlung bei Schnupfen (Baby)

Ein Schnupfen (Rhinitis) ist vor allem für Säuglinge eine unangenehme Erkrankung. Babys haben noch sehr enge Nasengänge und atmen fast ausschließlich durch die Nase. Wenn die Nase durch einen Schnupfen verstopft, kommt es schnell zu Atembeschwerden. Insbesondere während der Nacht und während der Mahlzeiten fällt ihnen das Atmen schwer. Häufig tritt Schnupfen während oder als Vorbote eines grippalen Infekt oder einer Grippe (Influenza) auf. Neben eines akut infektiösen Schnupfens gibt es auch noch die Krankheitsbilder einer vasomotorischen Rhinitis, einer allergischen Rhinitis und einer chronischen Rhinitis. Nachdem die häufigste Form eine akut infektiöse Rhinitis aufgrund einer Erkältung oder Influenza ist, wird hier nur auf die Behandlung dieses Krankheitsbilds eingegangen.


Allgemeine Maßnahmen

Generell gilt, dass eine Rhinitis, die durch eine Erkältung oder Grippe verursacht wird, innerhalb von 2 Wochen von selbst ausheilt. Um den Heilungsverlauf zu beschleunigen, ist es wichtig, dass der Körper genügend Energie zu Verfügung hat, damit die Infektion effektiv bekämpft werden kann. Daher sollten allgemeine Maßnahmen unternommen werden, um den Körper des Kindes zu stärken. Zu diesen gehören genügend Schlaf, ausreichendes Trinken und das Vermeiden von starken Kalt-Warm-Schwankungen. Es sollte regelmäßig gelüftet werden, dadurch wird die Anzahl an Virenpartikeln in der Raumluft reduziert. Während der Wintermonate empfiehlt es sich, auf die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu achten. Oft ist die Raumluft trocken und entzieht dadurch den Schleimhäuten im Rachen des Babys Feuchtigkeit. Um dies zu verhindern, können feuchte Handtücher aufgehängt oder auf einen Heizkörper gelegt werden. Auch der Personenkontakt sollte reduziert werden, da das Baby der Gefahr von Zweitinfektionen unterläuft (bakterielle Sekundärinfektionen). Daneben kann ein sogenannter Nasensauger dabei helfen, die Beschwerden des Säuglings zu reduzieren. Der Nasensauger kann an den Staubsauger angeschlossen werden und dient dazu, Schleim und trockene Krusten aus der Nase des Babys zu entfernen.


Hausmittel gegen Schnupfen

Nachfolgend sind einige Hausmittel aufgelistet, die durch ihre schleimlösende und abschwellende Wirkung gezielt bei einem Schnupfen ansetzen.

Kochsalz-Nasentropfen gegen Schnupfen

Zutaten:

  • 9 g Kochsalz oder Meersalz
  • 1 L abgekochtes Wasser
  • 1 Fläschchen mit Sprühaufsatz oder eine Pipette
  • optional: 20 %ige Calendula-Essenz

Im abgekochten Wasser soll eine Salzkonzentration erreicht werden, die in etwa der des Blutes gleicht. Grund dafür ist, dass Schleimhäute sehr empfindlich sind und zu hohe Salzkonzentrationen das Gewebe schädigen und beim Baby Schmerzen verursachen. Zu niedrige Salzkonzentrationen senken jedoch die Wirkung der Kochsalz-Nasentropfen. Deshalb werden mithilfe einer Küchenwaage genau 9 g Salz eingewogen und zu exakt 1 L abgekochten Wasser gegeben. Wenn das Salz im Wasser aufgelöst ist, erhält man eine physiologische Kochsalzlösung. Zusätzlich kann noch eine 20 %ige Calendula-Essenz (aus der Apotheke) im Verhältnis 1:9 (Calendula-Essenz:Wasser) zugegeben werden. Die Salzlösung wird mit einer Pipette aufgesaugt oder in ein Fläschchen mit Sprühaufsatz gefüllt. Das Fläschchen mit Sprühaufsatz kann zum Beispiel eine alte, gut mit Wasser ausgewaschene Nasensprayflasche sein. Die Salzlösung sollte alle 2 Tage erneuert werden. Mehrmals täglich werden 3-5 Tropfen mit einer Pipette oder 2 Sprühstöße in jedes Nasenlochen gegeben. Bei Säuglingen ist es wichtig, die Nasentropfen vor den Mahlzeiten zu geben, damit Schleim und Krusten sich lösen und die Nahrung leichter aufgenommen werden kann.
Die Kochsalz-Nasentropfen wirken abschwellend und lösen Schleim. Auch feste Krusten in der Nase beginnen sich zu lösen und können leichter entfernt oder mit einem Nasensauger abgesaugt werden. Insgesamt kann das Kind wieder freier durchatmen.[1]

Majoranbutter gegen Schnupfen

Zutaten:

  • 20 – 30 mg frische Majoranblätter
  • 150 ml med. Alkohol
  • frische, weiche Butter
  • 1 verschließbares Gefäß (z. B. sauberes Marmeladenglas)

In das verschließbare Gefäß kommen die Majoranblätter mit dem medizinischen Alkohol und wird für einige Tage verschlossen stehen gelassen. Ein Esslöffel des, durch den Alkohol, entstandenen Auszugs wird mit 1 EL Butter vermengt und im Wasserbad verflüssigt. Anschließend diese Mischung durch ein Tuch sieben, in ein kleines Gefäß füllen und dort wieder hart werden lassen. Mehrmals täglich unter die entzündete Nase reiben.
Das Marmeladenglas mit dem Alkohol und dem Majoran kann verschlossen aufbewahrt werden. Bei nächster Gelegenheit wieder eine kleine Menge herstellen. Es ist darauf zu achten, dass das Gefäß nicht in der Reichweite von Kindern ist, da das Gefäß etwa 96 %igen Alkohol beinhaltet.

Die Majoranbutter löst den Schleim und wirkt zusammenziehend und abschwellend.[2]


Medikamente gegen Schnupfen

Nachfolgende Wirkstoffe setzen durch ihre abschwellende Wirkung gezielt bei Schnupfen an. Wenn 10 Monate alte Säuglinge unter Schnupfen leiden, kann es leicht passieren, dass die Nase verstopft und das Baby unter Atemproblemen leidet. Medikamente gegen Schnupfen wirken hauptsächlich abschwellend und öffnen dadurch die Nase. Üblicherweise ist das Medikament als Nasenspray erhältlich. Es dürfen keine Medikamente verwendet werden, die eine Dosierung für Erwachsene beinhalten.

Oxymetazolin

Die Anwendung erfolgt hauptsächlich bei starkem Schnupfen, wenn die Nase stark verstopft/verkrustet ist. Die Dosierung soll vom Arzt festgelegt werden und richtet sich nach dem Beipackzettel der verschiedenen Medikamente. Oxymetazolin gehört zur Gruppe der Alpha-Sympathomimetika, die zu einer Gefäßverengung führen. In der Nase angewendet, kommt es zu einem lokalen Abschwellen der Schleimhäute. Zu den Nebenwirkungen zählen laut „Nasivin ohne Konservierungsstoffe – Dosiertropfer für Babys 0,01 %“ Brennen und Trockenheit der Nasenschleimhaut, Niesen, Nasenbluten, nach Abklingen der Wirkung stärkeres Gefühl einer verstopften Nase, Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Juckreiz, Schwellung von Haut und Schleimhaut). Zu Medikamenten, die diesen Wirkstoff enthalten, gehören unter anderem „Nasivin sanft 0,025 % – Spray für Kinder“, „Nasivin 0,025 % – Nasentropfen für Kinder“, „Nasivin ohne Konservierungsstoffe 0,01 % – Dosiertropfer für Babys“ und „Nasiben sanft 0,01 % – Dosiertropfen für Babys“.[3]

Xylometazolin

Die Anwendung erfolgt ebenfalls hauptsächlich bei starkem Schnupfen. Säuglinge atmen fast ausschließlich durch die Nase und bekommen daher bei einem starken Schnupfen schlecht Luft. Die Dosierung soll vom Arzt festgelegt werden und sich im Rahmen der im Beipackzettel angegebenen Grenzen befinden. Auch Xylometazolin gehört zur Gruppe der Alpha-Sympathomimetika und ruft auf der Nasenschleimhaut eine lokale Gefäßverengung hervor. Dadurch nimmt die Schwellung ab und das Baby kann freier Durchatmen. Laut dem Beipackzettel von „Otriven 0,025 % Nasentropfen“ können als Nebenwirkungen Niesen, Brennen und Trockenheit der Nasenschleimhaut, Nasenbluten, nach Abklingen der Wirkung stärkeres Gefühl einer verstopften Nase und Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Juckreiz, Schwellung von Haut und Schleimhaut) auftreten. „Otriven 0,025 % Nasentropfen“ und „Olynth 0,025 % Nasentropfen“ sind Medikamente, die Xylometazolin als Wirkstoff enthalten.[4]

Zu beachten:

Bei Säuglingen können klassische Arzneimittel starke Nebenwirkungen hervorrufen. Es wird vermutet, dass die Blut-Hirn-Schranke noch nicht vollständig ausgebildet ist und dadurch Medikamente mit dem Zentralnervensystem interagieren können. Daher ist bei Verwendung von klassischen (schulmedizinischen) Arzneimitteln immer ein Arzt für Dosierungsvorgaben zu konsultieren. Außerdem dürfen keine Medikamente verabreicht werden, deren Dosierung an Erwachsene angepasst ist. Die Verabreichung von Medikamenten, die Oxymetazolin oder Xylometazolin beinhalten ist durchaus umstritten.[5]

Bei Kindern, die etwa 9 Monate alt sind, ist die Eustachi-Röhre (Ohrtrompete) kürzer als bei Erwachsenen. Aus diesem Grund kann bei einem Schnupfen (Rhinitis) als Komplikation eine Mittelohrentzündung (Otitis media) leichter entstehen. Eine weitere Komplikation einer Rhinitis ist eine Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis).


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen