Schnupfen Beim Baby: FAQ

Nase frei bekommen (Baby)

© PantherMedia / Mitar gavric

Für Erwachsene zählen Erkältungen zu den lästigen, für gewöhnlich aber banalen Begleiterscheinungen der kalten Jahreszeit. Bei Säuglingen verhält es sich jedoch anders: Die bei diesem Krankheitsbild typischerweise ‚verstopfte Nase’ führt rasch zu Trinkunlust, was wiederum das Risiko einer unausgeglichenen Flüssigkeitsbilanz und eines ungewollten Gewichtsverlust mit sich bringt. Im Wesentlichen führen spezielle Botenstoffe (Leukotriene) der körpereigenen Abwehrzellen (Leukozyten) zum Anschwellen der Nasenschleimhaut. Zahlreiche Therapieansätze um die Nase bei Säuglingen rasch wieder frei zu bekommen sind gegen diesen Mechanismus gerichtet. Um welche allgemeinen Maßnahmen, Anwendungen und Präparate es sich in diesem Zusammenhang handelt, soll im Folgenden besprochen werden.

Behandlung bei verstopfter Nase (Baby)

Bei einer Erkältung (grippaler Infekt) handelt es sich in den meisten Fällen um eine Infektion mit dem Rhinovirus. Wie die meisten viralen Infektionen verschwinden auch bei einer Erkältung die typischen Symptome wie behinderte Nasenatmung (nasale Kongestion), verstärkter nasaler Sekretfluss (Rhinorrhoe) sowie Kopf- und Gliederschmerzen binnen weniger Tage von selbst. Bei Säuglingen sollten jedoch bis zum Abklingen der Symptome unterstützende Maßnahmen ergriffen werden, um eine verstopfte Nase frei zu bekommen, denn nur so kann ein ausreichendes Trinkverhalten gewährleistet werden. Der Grund dafür ist, dass Säuglinge noch nicht durch den Mund atmen können und daher beim Trinken auf eine unbehinderte Nasenatmung angewiesen sind.


Allgemeine Maßnahmen

Um eine rasche Genesung zu unterstützen, empfiehlt es sich, eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. Lärm und andere Stressfaktoren sollten weitestgehend vermieden werden. Auch regelmäßiges Lüften kann dazu beitragen, die Konzentration der Viren in der Raumluft zu senken, die Luftfeuchtigkeit zu steigern und so die Atemwege zu befeuchten. In Kombination können diese Faktoren ein rascheres Abschwellen der Nasenschleimhäute begünstigen.


Hausmittel/ Anwendungen

Muttermilch

Bei gestillten Kindern bietet es sich an, der verstopften Nase mit Muttermilch beizukommen. Dazu empfiehlt es sich, etwa einen halben Teelöffel Milch vorsichtig in jedes Nasenloch zu träufeln. Alternativ kann diese Menge auch mit Wattestäbchen vorsichtig auf die Nasenschleimhäute gestrichen werden. Die in der Muttermilch enthaltenen Abwehrstoffe (IgA-Antikörper) leisten lokal einen Beitrag zur Bekämpfung des Infekts.[1]

Dampfinhalationen

Bei nicht gestillten Kindern können die Schleimhäute durch Inhalationen mit isotonischer Kochsalzlösung zum Abschwellen gebracht werden. Man kann eine solche Lösung entweder gebrauchsfertig in der Apotheke kaufen oder aber 10 g Kochsalz in einem Liter dampfend heißem Wasser auflösen.[2] Als Alternative kann auch mit Kamillentee inhaliert werden, wobei hierzu entweder 100 g getrocknete Kamillenblüten oder vier Teebeutel etwa 10 Minuten in zwei Litern dampfend heißem Wasser ziehen sollten.[3] Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich bei Babys, von der ‚Kopf-über-Kochtopf‘-Methode abzusehen und die heiße Inhalationslösung in Inhalationsgeräte für Säuglinge zu füllen. Diese speziellen Vernebler kann man in Apotheken und Drogerien kaufen. Sie verfügen meist über kleine Gesichtsmasken, was die Inhalation effizienter macht. Eine Anwendung sollte etwa 10 Minuten lang durchgeführt werden und kann bei Bedarf mehrmals täglich wiederholt werden.[4]

Saugglocken

Sobald die Verkrustungen in der Nase durch Muttermilch oder Inhalation aufweichen und beginnen, sich zu lösen, können spezielle Saugglocken zum Einsatz kommen, wie man sie in Apotheken oder Drogerien kaufen kann, um die Nase endgültig zu befreien. Die ballonförmigen Saugpumpen sollten jedoch nicht zu oft angewendet werden, da sonst die Gefahr besteht, die Schleimhäute auszutrocknen.[5] Dies führt einerseits zu einer unangenehmen lokalen Reizung, andererseits erfüllen die ausgetrockneten Schleimhäute ihre Barrierefunktion nicht effizient und begünstigen dadurch einen erneuten viralen Infekt.


Medikamente

Um das Abschwellen der Nasenschleimhäute medikamentös herbeizuführen, können Nasensprays, Nasensalben oder Nasentropfen zur Anwendung kommen, die den Wirkstoff Xylomethazolin enthalten. Dieser bindet an bestimmte Andockstellen (α1-Adrenorezeptoren) in der glatten Muskulatur der arteriellen Gefäße in den Nasenschleimhäuten. Dort bewirkt er deren Verengung und hat durch die daraus resultierende Verminderung der Durchblutung einen abschwellenden Effekt.[6] Bei Säuglingen können xylomethazolinhaltige Präparate bis zu drei Mal täglich in der jeweiligen Dosierung zum Einsatz kommen, beispielsweise jeweils ein Tropfen pro Nasenloch.[7] Die Anwendung darf jedoch nicht länger als sieben Tage erfolgen, da es sonst zu einem Gewöhnungseffekt im Sinne einer Toleranzentwicklung kommen kann. Die Präparate entfalten dann möglicherweise eine paradoxe Wirkung und verursachen den sogenannten Arzneimittelschnupfen (Rhinitis medicamentosa).[8] Dieser äußert sich in einem erneuten Anschwellen der Nasenschleimhäute. Alternativ kann es zur dauerhaften Austrocknung der Schleimhäute mit Borkenbildung kommen (Rhinitis sicca).[9]

Auch bei längerer Anwendung unbedenklich sind Nasensprays, die lediglich Salzwasser enthalten. Sie entfalten ihre abschwellende Wirkung ähnlich wie Kochsalzinhalationen vordergründig durch die Befeuchtung und Reinigung der Nasenschleimhäute. Mittels der üblichen Dosierung von einem Sprayhub pro Nasenloch können trockene Beläge aufgeweicht und anschließend mittels Wattestäbchen oder Saugglocke vorsichtig entfernt werden. Dieser Vorgang kann bei Bedarf mehrmals täglich wiederholt werden.[10]

Zu beachten

Sollte neben den typischen Erkältungssymptomen plötzlich Fieber auftreten, muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden, um einen komplizierten Verlauf abzuwenden oder eine andere Grunderkrankung auszuschließen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen