Schnupfen: Krankheitstypen

Blutiger Schnupfen

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Blutiger Schnupfen kann oftmals ohne spezifischen Grund auftreten. Gelegentlich tritt blutiges Nasensekret im Rahmen eines grippalen Infektes oder bei einem Wetterumschwung auf. [2] In den meisten Fällen ist Nasenbluten (Epistaxis) bzw. blutiger Schnupfen nicht besorgniserregend.[1]

Im Folgenden wird näher erläutert, wie es zu Epistaxis kommen kann und bei welchen Komplikationen ein Arzt aufzusuchen ist.

Medizinische Fakten

Im Zusammenhang mit einer Erkältung und gereizten Nasenschleimhäuten kann es in Ausnahmefällen zu Blutbeimengungen im Schnupfen kommen. Bei einer Epistaxis wird in etwa 9% der Fälle eine Schleimhautreizung nach einem akutem Infekt z.B. einer akuten Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) ursächlich gefunden.[2] Begleitend finden sich oftmals Symptome einer Erkältung: Abgeschlagenheit, Kopf-/Gliederschmerzen, Behinderung der Nasenatmung, Schnupfen (weiß bis grünlich) und ggf. eine erhöhte Temperatur. Bei einem fulminanten Infekt können zudem Halsschmerzen und Husten, mit oder ohne Auswurf, auftreten.

Bei Kindern kann isolierter blutiger Schleim ein typisches Indiz für ein Trauma, digitaler Manipulation oder einen Fremdkörper in der Nase sein. Dies kann zu Gefäßverletzungen und in Folge dessen zu blutigem Schnupfen führen. Häufig findet sich bei einem Fremdkörper eine einseitige Blutung. [1][3]

Mehrere Studien verweisen zudem auf eine Korrelation zwischensteigendem Luftdruck bzw. kalten, trockenen Wetterperioden und der Epistaxis. Im Winter bei einer geringen Außentemperatur und wenig Niederschlag ist demnach die Gefahr von Nasenbluten höher, als zu den übrigen Jahreszeiten. [1][2]

Grunderkrankungen sind häufig prädisponierende Faktoren, welche blutiges Sekret begünstigen. Besonders Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) und Blutungsneigung bzw. gerinnungshemmende Medikamente (Antikoagulantien) liegen bei einem großen Teil (etwa 50%) der Patienten mit spontaner Epistaxis vor. [1][2]

 Zudem spielt das Alter eine gewichtige Rolle. Insbesondere Babys, Kleinkinder und Kinder bis zum 8. Lj. bzw. Menschen im reiferem Lebensalter (>60lj.) erleiden häufiger Nasenbluten, als die übrige Population. [1][2]

Biologischer Zusammenhang

Die Nase wird maßgeblich von zwei verschiedenen Arterien versorgt. Von oben (kranial) versorgt die A. ethmoidales posterior und von unten (kaudal) die A. sphenopalatina die Nasenscheidewand (Nasenseptum). Vorne an der Spitze des Septums verlaufen die Endäste dieser beiden Arterien zusammen und bilden ein Netzgeflecht von kleinen Arterien, den sog. Locus Kiesselbachi. Dort ist die Durchblutung besonders gut und mit einem Verhältnis von etwa 2:1 sind diehäufigsten Blutungen lokalisiert (anteriore Epistaxis). Vordere Blutungen sind in der Regel weniger ausgeprägt als hintere und kommen für gewöhnlich spontan wieder zum stoppen. Die hinteren Blutungen (posteriore Epistaxis) sind besonders fulminant, da größere Gefäße betroffen sind.

Bei einer Entzündung der Nasenschleimhäute kommt es durch Entzündungsmediatoren zu Gefäßerweiterungen (Gefäßdilatation) und somit vermehrten Durchblutung. Bei starkem Naseschnäuzen kann es durch die plötzliche Druckveränderung zu einer Beschädigung von Gefäßen kommen und es tritt Blut aus.

Häufig durch Heizungsluft bedingte trockene Schleimhäute sind ebenfalls anfällig für Nasenbluten. Durch die Austrocknung (Exsikose) ist die Schleimhaut anfällig für Risse, kleine Erosionen, wobei Epistaxis die Folge sein kann.[1][2][3][4]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen