Erkältung: Tee

Kamillentee bei Erkältung

© PantherMedia / Birgit Reitz-Hofmann

Kamille ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler, die als Heilmittel Verwendung findet. Genutzt werden die Blüten der Pflanze (Matricariae flos), um Entzündungsprozesse zu hemmen und das Immunsystem zu aktivieren. Außerdem gibt es leicht antibakteriell wirkende Inhaltsstoffe, was den Kamillentee bei Erkältung zu einem gewinnbringenden Hausmittel macht. Die Art der Anwendung erfolgt nach Belieben als Tee oder Inhalation. Im Folgenden sollen der dahinterstehende biologische Prozess, die Anwendung und Dosierung und wichtige Hinweise, die es hinsichtlich des Kamillentees zu beachten gilt, genauer beleuchtet werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Die gelben Blüten der Kamille enthalten wichtige ätherische Öle (insbesondere Bisabolol) sowie Schleimstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung (Flavonoide). Mit diesen Wirkstoffen ist die Kamille in der Lage, im Körper entstandene Entzündungen zu hemmen, Bakterienwachstum zu unterbinden (Bakteriostase) oder Bakterien abzutöten (Bakteriozidie). Die Regenerationsfähigkeit der Schleimhäute wird gesteigert.[1]

Die entzündungshemmende (antiphlogistische) Wirkung der verschiedenen Inhaltsstoffe ist inzwischen durch wissenschaftliche Studien belegt. Dabei wird jeweils die Bildung von Substanzen unterbunden, die sonst Entzündungen hervorrufen.

Auch die antibakterielle Wirkung der Kamille ist wissenschaftlich bewiesen. Die Intensität ist aber nicht mit der eines synthetisch hergestellten Antibiotikums zu vergleichen. Sollte der Arzt ein solches verordnet haben, ist Kamille also keinesfalls ein gleichwertiger Ersatz.[2]

Generell sind Erkältungen zunächst virusbedingt (viral). Der Körper wehrt sich gegen die Infektion, indem er das Immunsystem – vor allem die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) – aktiviert. Eine Entzündung ist die Folge. Bei der Anwendung von Kamille wird genau dieser natürliche Mechanismus vor Ort gehemmt. Gleichzeitig wird aber auch das Immunsystem gestärkt. Es entsteht keine starke lokale Entzündung und das Immunsystem arbeitet trotzdem effizient.

Anwendung und Dosierung

Kamille wird lokal am Ort der Entzündung angewandt. Bei einer Erkältung kann der Betroffene sich entscheiden, ob er Kamillentee trinkt oder die Inhaltsstoffe über einem Kamillenbad inhaliert.[3] Vor allem beim Tee muss nicht viel beachtet werden. Die Konzentration der ätherischen Öle ist so gering, dass die Schleimhäute nicht gereizt werden. Es gibt allerdings auch sehr hoch konzentrierte Öle zu kaufen. Diese sind für die lokale Anwendung nicht geeignet.

Teetrinken dient des Weiteren noch der Flüssigkeitsaufnahme. Vor allem bei Erkrankungen ist es sehr wichtig, viel zu trinken. So können Keime weggespült werden und der Organismus kann besser arbeiten. Zudem werden dadurch Schadstoffe schneller ausgeschieden.

Zu beachten

Es kommt zwar nur sehr selten vor, aber manche Personen reagieren allergisch auf Kamille. Diese dürfen weder den Tee trinken noch mit Kamille inhalieren. Sie sind in der Regel allergisch gegen alle Korbblütler, zu denen auch die Kamillenpflanze zählt.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung