Erkältung: Tee

Pfefferminztee gegen Erkältung

© PantherMedia / Liane Matrisch

Im Verlauf einer akuten Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) können Symptome wie Schnupfen (Rhinitis), Husten (Tussis),Hals- (Pharyngitis) und Kopfschmerzen (Cephalgie) sowie Fieber (Pyrexie) auftreten. Nicht immer ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich. In diesen Fällen kann auf natürliche Heilmittel zur Linderung der Beschwerden zurückgegriffen werden. Der Pfefferminztee beispielsweise ist ein beliebtes Hausmittel zur Bekämpfung einer Erkältung.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Pfefferminze wird schon sehr lange aufgrund ihrer heilenden Wirkung gegen Erkältungskrankheiten eingesetzt. Das ätherische Pfefferminzöl befreit die Atemwege und wirkt desinfizierend, wodurch Krankheitserreger bekämpft werden können. Wichtigster und auch größter Bestandteil des Pfefferminzöls ist das Terpen (einfaches Lipid, hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs) Menthol. Es besitzt sowohl antivirale als auch antibakterielle Eigenschaften.[1]

Insbesondere Tee aus frischen Pfefferminzblättern zeigt eine heilende Wirkung bei Erkältung. Das Pflanzenextrakt wirkt desinfizierend und löst festsitzendes Sekret[2]. Die ätherischen Öle der Pfefferminze bewirken dabei eine Anregung der Flimmerhärchen in den Bronchien. Festsitzendes Sekret kann sich so lösen und abgehustet werden.[3] Die aufsteigenden Düfte des Tees ermöglichen weiterhin eine schnellere Abheilung des Schnupfens.[4]

Eine weitere positive Eigenschaft des Menthols ist seine schmerzlindernde Wirkung. Das ätherische Öl wirkt kühlend, was die Schmerzleitung zum Gehirn blockiert. Die im Rahmen einer Erkältung auftretenden Kopfschmerzen können somit durch die ätherischen Öle der Pfefferminze effektiv gelindert werden.[5][6]

Anwendung und Dosierung

Zur Behandlung einer akuten Erkältung sollte Tee vorzugsweise aus frischen Pfefferminzblättern hergestellt werden. Für eine Tasse Tee wird eine Handvoll der frischen Minzblätter mit heißem Wasser übergossen und für 5-10 Minuten ziehen gelassen. Den so zubereiteten Tee sollte der Betroffene mehrmals täglich trinken. Bei einer Reizung des Magens kann alternativ eine mildere Mischung des Tees aus Pfefferminze und Kamille zubereitet werden.

Zur Linderung der Beschwerden bei Husten ist ein Inhalationsbad mit Pfefferminzöl hilfreich. Hierfür kann der Betroffene 5 Tropfen des Pfefferminzöls zu 1 Liter kochendem Wasser geben. Das Gesicht muss dabei über den aufsteigenden Dampf gehalten (nicht zu nah, da sehr heiß!) und der Kopf mit einem Handtuch bedeckt werden. Am besten werden die Dämpfe 10 Minuten durch Nase und Mund inhaliert.[7]

Pfefferminzöl kann auch äußerlich als Körperöl zur Anwendung kommen. Besonders wirksam gegen Kopfschmerzen ist es, wenn es auf Stirn und Schläfen gerieben wird. 

Zu beachten:

Bei Allergien gegen Bestandteile der Pfefferminze sollten andere Heilmittel eingesetzt werden. Aufgrund des hohen Anteils an Menthol kann Pfefferminze beiKindern unter 3 Jahren Atemnot auslösen.[8] In der Schwangerschaft ist die Verwendung von Pfefferminze umstritten, die Pflanze wirkt zwar gegen Übelkeit (Nausea), stimuliert jedoch auch die Gebärmutter und kann so frühzeitige Wehen auslösen.[9]

Da Menthol reizend wirkt, sollte der Kontakt mit den Augen vermieden und das Öl generell nicht großflächig auf der Haut eingesetzt werden.

Eine Überdosierung mit Pfefferminztee kann Magenschmerzen verursachen, da das darin enthaltene Menthol sekretfördernde Wirkung (Magensäure wird gebildet) im Magen aufweist.[10]

Eine Erkältung ist in der Regel selbstlimitierend und heilt ohne Komplikationen innerhalb von 1 bis 2 Wochen vollständig aus.[11] Insofern keine Besserung nach einer Woche Selbstbehandlung eintritt oder Symptome wie hohes Fieber und starke Schmerzen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung