Erkältung: Risiken

Erkältung bei COPD

© PantherMedia / Kasia Bialasiewicz

Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (englisch: chronic obstructive pulmonary disease, COPD) ist eine Atemwegserkrankung, bei der vor allem den Atemfluss behindert ist. Die Erkrankung hat Auswirkungen auf den gesamten Körper und birgt bei Erkältungen besondere Risiken [1]. Der folgende Artikel stellt die Hintergründe der COPD dar und wie sich Erkältungen bei Betroffenen auswirken können. Ferner wird ein Blick auf Besonderheiten bei der Behandlung geworfen und erläutert, was beachtet werden sollte.

Ursachen der COPD

Die COPD beruht in den meisten Fällen auf Schadstoffen aus der Umwelt. Bis zu 90 % aller Betroffenen sind oder waren Raucher. Auch Abgase spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung einer COPD [1].

Die giftigen Bestandteile in der eingeatmeten Luft reizen die empfindliche Schleimhaut der Atemwege und bewirken dort eine fortwährende Entzündungsreaktion. Die Wände der Atemwege erfahren im Verlauf dieser dauerhaften Entzündung einen Umwandlungsprozess. Sie werden dicker und verlieren in den Bronchien nach und nach die Fähigkeit, das Blut effektiv mit Sauerstoff anzureichern bzw. das im Stoffwechsel des Körpers entstandene Kohlendioxid aus dem Körper zu schaffen [2].

Auch der natürliche Reinigungsmechanismus der Atemwege ist durch die Veränderung der Schleimhaut gestört, was eine größere Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfekten zur Folge hat. Typische Zeichen einer COPD sind darüber hinaus über mehrere Jahre bestehender Husten mit Auswurf und Luftnot bei körperlicher Belastung. Die Schädigung der Atemwege ist nachhaltig und verschlimmert sich über die Jahre, wenn weiterhin Schadstoffe eingeatmet werden. Häufig kann dies beobachtet werden, wenn Betroffenen weiterhin rauchen. In fortgeschrittenen Stadien der COPD ist die körperliche Leistungsfähigkeit insgesamt eingeschränkt und bisweilen herrscht sogar in Ruhe Luftnot[1].

Folgen einer Erkältung bei COPD

Menschen mit COPD erleben bisweilen vor allem in der Erkältungszeit im Herbst und Winter eine plötzliche Verschlechterung ihrer stets vorhandenen Atemprobleme. Dies wird auch Exazerbation genannt. Sie ist in der Regel durch einem Atemwegsinfekt zu erklären [3]. Als Erreger kommen vor allem Viren, aber auch Bakterien infrage. Erkältungsviren können den Boden für eine nachfolgende schwerere bakterielle Infektion bereiten [4]. Eine Rolle hierbei spielt die Schleimansammlung in den veränderten Atemwegen. Die Reinigung der Schleimhäute dort ist durch die krankhafte Veränderung der Atemwege gestört [5]. In vielen Fällen genügt folglich eine gewöhnliche Erkältung, um den geschwächten Atemorganen zusätzliche schwere Probleme zu bereiten. Typische Symptome sind eine sich rasch entwickelnde deutliche Atemnot, oft auch in Ruhe. Außerdem deuten zunehmender Husten und auffällig mehr oder gelblich-grüner Auswurf auf eine solche schlagartige Verschlimmerung der Erkältung hin. Wer wegen COPD in ärztlicher Behandlung ist, besitzt in der Regel ein Gerät zur Bestimmung des maximalen Ausatemflusses (sogenannter Peak Flow). Bei einer entsprechenden Messung fällt eine Verschlechterung der Messwerte auf. Insgesamt sind Betroffenen abgeschlagen und müde. Sie sind körperlich kaum belastbar. In sehr schweren Fällen kann es zu lebensbedrohlicher Luftnot kommen [3].

Besonderheiten einer Behandlung von Erkältungen bei COPD

Bei Atemschwierigkeiten kann es unmittelbar helfen, den Oberkörper hoch zu lagern und beim Ausatmen die Luft durch die leicht geschlossenen Lippen zu pressen. Diese sogenannte Lippenbremse führt zu einer Druckerhöhung in den Atemwegen und kann verlegte kleine Bronchien öffnen und so den Luftaustausch verbessern. Bei einer Behandlung wegen COPD besitzen Patienten normalerweise ein Medikamentenset und kennen dessen Einsatz. In der Regel gehört ein Spray mit einem sogenannten kurz wirksamen Betamimetikum dazu, das rasch Abhilfe verschaffen kann. Betamimetika stellen die Atemwege weit und helfen so, den Durchfluss der Luft zu verbessern [3].

Da sich bei bestehender Infektion z.B. durch Erkältungsviren bei COPD-Patienten Bakterien als sogenannte Superinfektion leichter ausbreiten können, kann es aus ärztlicher Sicht gerechtfertigt sein, frühzeitig geeigneteAntibiotika einzusetzen. Damit soll der Gefahr lebensbedrohlicher Komplikationen wie eine bakterielle Lungenentzündung (Pneumonie) begegnet werden [6].

Zu beachten

Eine COPD ist eine schwere chronische Erkrankung, die ärztlich behandelt werden sollte. Im Rahmen dieser Behandlung wird auch das Verhalten bei rascher Verschlechterung der Symptome besprochen und eingeübt. Jeder Patient mit einer COPD sollte für diesen Fall eine Notfallset mit Medikamenten besitzen und anwenden können. Menschen im engen Lebensumfeld Betroffener sollten das Vorgehen im Notfall ebenfalls kennen. Bei schwerer Luftnot ist im Zweifel ein Notarzt zu rufen [3].

Um schwere Folgeerkrankungen zu vermeiden, sollten sich COPD-Patienten gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen. Letzteres sind Bakterien, die häufig Lungenentzündungen auslösen. Auch Erkältungen können die Symptome verschlimmern; allerdings steht gegen sie keine Impfung zur Verfügung [7].
Wer Luftschadstoffen ausgesetzt ist und oben genannte Symptome einer COPD beobachtet, sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen. Liegt eine COPD vor, ist frühzeitig eine Behandlung nötig, damit die Krankheit nicht fortschreitet und die Bronchien dauerhaft geschädigt werden. Zudem sollten für den Fall einer Exazerbation das richtige Verhalten und die korrekte Medikation bekannt sein [2].


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung