Erkältung: Risiken

Erkältung vor OP

© PantherMedia / Axel Killian

Eine Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) betrifft jeden Deutschen mindestens einmal pro Jahr. Vor einer OP kann eine Erkältung unter bestimmten Umständen eine Komplikation darstellen.

Was bei einer Erkältung passiert, warum eine Erkältung vor einer Operationen ein Problem darstellen kann und welche Möglichkeiten es dann gibt, soll im Folgenden erklärt werden.

Fakten zum Thema

Eine Erkältung ist eine Infektion der oberen Atemwege, welche durch Viren oder seltener auch durch Bakterien verursacht wird. Diese rufen lokale Entzündungsreaktionen hervor, wodurch es zu einer verstärkten Durchblutung kommt. Dadurch schwellen die Schleimhäute an. Durch die vermehrte Sekretproduktion kann die Nasenatmung vollständig behindert sein.

Für kleine Eingriffe ist eine leichte Erkältung heute kein Grund mehr, eine OP abzusagen. Voraussetzung ist dabei allerdings, dass kein Fieber (Pyrexie) besteht. Bei größeren Eingriffen oder solchen, die unter Vollnarkose stattfinden, kann es wichtig sein, dass die Atemwege frei sind. Dann ist eine Erkältung eine Kontraindikation.

Vor einer Operation sollte deshalb, wenn der Verdacht einer Erkältung besteht, immer persönlich mit dem Operateur und dem Anästhesisten gesprochen werden. In den meisten Fällen erfolgt dann eine körperliche Untersuchung durch den Anästhesisten. Dieser kann nur so feststellen, ob die Operation trotz der Erkältung noch möglich ist. [1]

Risiken

Größere Eingriffe werden in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Dabei wird einerseits das Bewusstsein und das Schmerzempfinden des Patienten betäubt, anderseits aber auch die Muskulatur gelähmt. Der Patient wird während des Eingriffs künstlich beatmet. Für diese Beatmung ist es wichtig, dass die Atemwege komplett frei sind. Besteht die Gefahr, dass diese durch Schleim verlegt werden, bemerkt dies der Patient bei einer Narkose selber nicht und kann den Schleim zum Beispiel nicht abhusten. Im schlimmsten Fall droht so die Gefahr des Erstickens.

Bei einem kleinen Eingriff, der unter örtlicher Betäubung stattfindet, atmet der Patient selbstständig. Eine Erkältung stellt so in der Regel keine Kontraindikation dar.[2]

Tipps zur Vorbeugung

Vor einer OP ist generell verstärkt auf die allgemeine Gesundheit zu achten. Dazu sollte vor einer geplanten Operation der Kontakt mit erkrankten Personen grundsätzlich vermieden werden. Zusätzlich ist es gut, sich vor Kälte und Zugluft zu schützen.

Schon bei den kleinsten Anzeichen einer Erkältung sollte der Operateur sowie der Anästhesist benachrichtigt werden. Bei Operationen, die keinen Notfall darstellen, kann so schon früh überlegt werden, ob der Eingriff eventuell verschoben werden soll.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung