Erkältung: Risiken

Erkältung und Kiffen

© PantherMedia / Daniel Zitto

Das Rauchen von Tabak während einer Erkältung verzögert den Heilungsprozess bzw. verschlimmert sogar die bereits vorhandenen Symptome. Beim Kiffen wird häufig Marihuana (Wirkstoff: Tetrahydrocannabinol; THC ) mit Tabak vermengt und auf diese Weise geraucht. Wichtige körpereigene Mechanismen werden durch den Tabakrauch selbst oder durch den in der Tabakpflanze enthaltenen Substanzen ( zum Beispiel Nikotin) blockiert und schädigen die betroffenen Zellen direkt.

Medizinische Fakten

Zellen, die bereits von einem Virus befallen worden sind werden von Tabakrauch zusätzlich geschädigt und führen zu einer Verschlimmerung der Erkältung. Heilungsorientierte Mechanismen des Körpers, die gegen die Erkältung bzw. den grippalen Infekt ankämpfen werden gestört.

So kommt es mit jedem Zigarettenzug durch die im Rauch enthaltenen Substanzen zu einer erneuten Entzündungsreaktion was mit einer Verschlimmerung der Symptome einhergeht.[1]

Das in der Tabakpflanze (Nicotiana tabacum) enthaltene Nikotin bewirkt im menschlichen Körper eine Lähmung der reinigenden Flimmerhärchen in den Bronchien. Dadurch können beispielsweise zellenschädigende Bakterien nicht mehr ordnungsgemäß abtransportiert werden und es kommt zu einer zusätzlichen bakteriellen Entzündungsreaktion. Diese wird mit schleimig-eitrigem Auswurf begleitet.[2][3]

Das beim Kiffen inhalierte Marihuana bzw. THC führt zu einer Erweiterung der Bronchien. Neben der beruhigenden, schmerzlindernden und appetitfördernden Wirkung ist THC auch für seine Wirkung gegen Brechreiz und Erbrechen bekannt.[4] [5]

Biologischer Zusammenhang

Normalerweise transportieren mikroskopisch kleine Flimmerhärchen, welche sich entlang der Bronchien und der Luftröhre (Trachea) befinden, jede kleinste Partikel in Richtung Rachen (Pharynx). Dieser Vorgang wird „mukoziliärer Transport“ genannt. Der von den Bronchialzellen abgesonderter Schleimfilm sorgt dafür, dass Fremdkörper und kleinste Partikel aus der Atemluft aufgefangen und in dem Sekret gelöst werden. Nun befördern Flimmerhärchen (Zilien) den entstandenen „Abfall“ nach oben. Bis dieser den Hustenreflex in der Luftröhre oder Kehlkopf (Larynx) auslöst und so der Schleimpfropfen (Sputum) über den Mund ausgespuckt werden kann oder ohne Husten direkt verschluckt wird. [6] [7]

Das Nikotin in Zigaretten hat viele verschiedene Wirkungen im menschlichen Körper. Vor allem im Bereich der Nerven wirkt es bei niedrigen Dosen erregend und in höheren Dosierungen lähmend. So auch in den Bronchien, wobei es in Vergiftungssituationen zu einer Lähmung der Atmung kommen kann. [8]

Tetrahydrocannabinol wirkt vor allem an so genannten „Cannabinoidrezeptoren“, welche sich vorwiegend im Gehirn befinden und dort die o.g. Symptomatik hervorruft.

Zu Beachten

Während einer Erkältung bzw. eines grippalen Infektes sollte, um den körpereigenen Heilungsprozess nicht zu stören, auf das Rauchen prinzipiell verzichtet werden.

Durch regelmäßiges Rauchen von Zigaretten oder Kiffen, während solch einer Verkühlung kann die Krankheitsdauer erheblich hinauszögern.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung