Grippe: Häufige Fragen

Grippe Medikamente rezeptfrei

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Eine Grippe lässt sich durch eine Vielzahl an Symptomen charakterisieren. Besonders häufig treten Fieber (Pyrexie), Kopfschmerzen (Cephalgie), Schwächegefühl, Abgeschlagenheit sowie Husten(Tussis) und Schnupfen (Rhinitis) auf.

Eine Grippe wird durch Influenzaviren verursacht. Da sich Viren nur mithilfe von lebenden Zellen vermehren können und deshalb genau genommen keine Lebewesen sind, können sie nur sehr schwer mit Medikamenten behandelt werden. Medikamente wie Neuraminidasehemmer (hemmen ein spezielles Protein, das die Viren für ihre Vermehrung benötigen) können die Vermehrung der Viren zwar etwas einschränken, sind aber nur in der Anfangsphase der Virusinfektion (also in den ersten 48 Stunden) wirksam. Meist werden sie viel zu spät eingesetzt und sind dadurch wirkungslos. Deshalb kann bei der Behandlung der Grippe gewöhnlich nur versucht werden, die Symptome zu lindern, um die Erkrankung für die Betroffenen erträglicher zu machen.

Rezeptfreie Medikamente bei Grippe

Es gibt eine Vielzahl rezeptfreier Medikamente und Wirkstoffe, welche die Symptome einer Grippe behandeln. Die Hauptwirkungsklasse dieser Medikamente sind die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Diese hemmen die Entzündung, senken das Fieber und wirken schmerzstillend. Dies ist auf die Hemmung von Cyclooxygenasen (COX) zurückzuführen. [1] Diese sind Enzyme, die sehr wichtig für verschiedene Prozesse im Körper sind, wie die Schmerz-, Fieber- und Entzündungsentstehung, die Produktion von Magenschleim oder die Blutgerinnung. Gerade bei Behandlung mehrerer Symptome gleichzeitig, wie bei einer Grippe, können die NSAR empfohlen werden. Zu beachten ist jedoch, dass Nebenwirkungen wie Magenschmerzen und Blutgerinnungsstörungen mit der Anwendung verbunden sein können. [2].

Hilfreich bei grippalen Infekten sind z.B. Hausmittel wie Tees aus Thymian, Spitzwegerich, Lindenblüten oder Malvenblüten. Thymian wirkt antibakteriell und schleimlösend (sekretolytisch). Spitzwegerich und Malvenblüten hingegen können durch ihre reizlindernde und befeuchtende Wirkung die Symptome mildern. [3] Durch antibakteriell wirksame Inhaltsstoffe des Honigs kann auch heiße Milch mit Honig bei Erkältungskrankheiten helfen. Zusätzlich beruhigt Milch mit Honig die gereizten Schleimhäute. [4]

Bekannte Wirkstoffe aus der Klasse der NSAR sind:

Acetylsalicylsäure:

  • Acetylsalicylsäure wird häufig zur Bekämpfung der Symptome einer Grippe eingesetzt. Sie hemmt im Körper die sog. Cyclooxygenasen 1 und 2 (Enzyme die an der Fieber- und Schmerzentstehung beteiligt sind). Dadurch wirkt sie schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend und eignet sich somit gut, wenn eine Grippe mit Fieber und Kopfschmerzen auftritt, da beide Symptome behandelt werden.
  • Eine Nebenwirkung der Acetylsalicylsäure ist, dass sie hemmend in die Blutgerinnung eingreift, wodurch es in Kombination mit anderen Gerinnungshemmern wie Clopidogrel oder Dabigatran zu starken Blutungen kommen kann. Durch die COX-Hemmung wird auch die Produktion des Magenschleims gehemmt und so kann es im Magen-Darm-Trakt zu Reizungen wie Schleimhautentzündungen, Sodbrennen und sogar Magengeschwüren kommen. Deshalb sollte bei andauernden, starken Bauchschmerzen ein Arzt zurate gezogen werden.
  • Bei Schwangeren und Kindern ist Acetylsalicylsäure kontraindiziert.
  • Medikamente sind z. B.: ASS 500® HEXAL , ASS-Ratiopharm® 500 , Aspirin© [5]

Ibuprofen:

  • Medikamente: Ibuprofen Heumann Schmerztabletten 400®, IbuHEXAL akut 400®, Ibubeta 400 akut® [6]
  • Paracetamol:
  • Paracetamol hemmt im Körper die Cyclooxygenase 2, wodurch auch mit diesem Wirkstoff die Symptome einer Grippe behandelt werden können. So wirkt Paracetamol fiebersenkend und schmerzstillend.
  • Nebenwirkungen: Paracetamol wird über die Leber abgebaut und kann deshalb die Spiegel einiger Leberenzyme erhöhen, weshalb es bei Personen mit Leberschäden kontraindiziert ist. Bei der Einnahme ab etwa 6 Gramm Paracetamol als Einzeldosis (beim nicht vorbelasteten Betroffenen) kann die Leber den Wirkstoff nicht mehr abbauen und es kann zu einer Überdosierung mit Vergiftung kommen. Deshalb sollte bei Symptomen wie starkem Erbrechen (Emesis) nach einer größeren Menge Paracetamol oder bei bekannter Leberschädigung ein Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, die Tageshöchstdosis von 4 Gramm nicht zu überschreiten. [7]
  • Medikamente sind z.B.: Paracetamol 500® m – 1 A Pharma, Paracetamol 500© HEXAL, Paracetamol-ratiopharm® 500 Tabletten [8]

Zu beachten

Steigt das Fieber über 40 °C, sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden. Auch wenn die Grippe nach einigen Tagen nicht abklingt und Medikamente keine Wirkung zeigen, sollte der Betroffene einen Arzt aufsuchen. Schwangeren oder Personen mit Leberschäden wird empfohlen, den Apotheker oder gegebenenfalls auch den Arzt um Hilfe und Rat zu bitten.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe