Grippe: Ursachen

Grippe Erreger

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Die echte Grippe (Influenza) wird durch das Influenzavirus verursacht und durch die Virustypen A, B und C ausgelöst. Diese gehören zur Familie der Orthomyxoviridae. Für den Menschen am relevantesten sind Infektionen der Typen A und B, die meist in den Herbst- und Wintermonaten auftreten. Die Erreger greifen hauptsächlich die Atemwegsschleimhaut an und führen dabei zur Infektion.[1]

Welche Unterschiede genau zwischen den Typen vorliegen, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

Bei allen drei Influenzaarten erfolgt eine Infektion der Atemwegsschleimhaut (Mucosa) und es kommt zu den typischen Grippesymptomen. Diese sind in den meisten Fällen:

  • Husten (Tussis)
  • Fieber (Pyrexie)
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen (Cephalgie)
  • Gliederschmerzen (Myalgien)
  • Schüttelfrost (Febris Undularis)

Die Ansteckung durch das Virus erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion, ist aber auch über Schmier- oder Kontaktinfektion möglich. Die Virusarten treten weltweit auf, mit einer höheren Präferenz in der nördlichen Hemisphäre. Die Inkubationszeit liegt bei diesen Virustypen der Influenza zwischen 1 und 4 Tagen.[2]

Der Virus Typ A ist der häufigste Grund für eine Erkrankung durch Influenza und wird in der Grippesaison, in den Herbst- und Wintermonaten, als Pandemie(weltweiter Ausbruch) eingestuft. Er wird in verschiedene Subtypen unterteilt, die jeweils eine Präferenz für bestimmte Wirte aufweisen. Zu den häufigsten Lebewesen, die durch den Typ A erkranken, zählen Menschen, Schweine, Pferde und Vögel. Das Reservoir für den Virus bilden Wasservögel, bei denen alle Arten des Virus nachgewiesen werden konnten.[3]

Influenza Typ B sorgt für eine weitaus kleiner Zahl an Erkrankungen. Das Virus tritt im Gegensatz zu Typ A nur beim Menschen auf. Es bestehen keine Subtypen, dafür aber zwei genetisch verschiedene Genlinien (Yamagata und Victoria Linie).[4]

Typ C führt im Vergleich mit den anderen Influenza Typen zu einer relativ kleinen Anzahl an Erkrankungen. Die Symptome fallen in der Regel auch sehr mild aus. Dieser Virustyp führt bei Menschen und Schweinen zu einem Ausbruch der Krankheit.[5]

Biologischer Zusammenhang

Die Subtypen beim Typen A unterscheiden sich durch verschiedene Formen der Oberflächenproteine, Hämagglutinin (HA) und Neuradiminase (NA). Beim Typ B beruht die Unterteilung in die zwei Genlinien, ebenfalls auf die Unterschiede in den Hüllproteinen. Typ C, hat im Gegensatz zu den anderen beiden Formen nur ein Oberflächenprotein, mit dem Namen Hämagglutinin-Esterase-Fusion (HEF). Alle drei Formen des Virus verfügen über einen Strang an rechtsgedrehter RNS (Kodierung der Erbinformation).[6]

In den Virustypen A und B ist Hämagglutinin dafür zuständig, dass sich das Virus an bestimmte Zellrezeptoren im Atemtrakt binden kann und anschließend in die Zelle eindringt. Neuradiminase sorgt dafür, dass sich HA beim Eintreten in die Zelle und nach einer erfolgreichen Reproduktion nicht mit den Zellrezeptoren verklumpt. Bei Typ C ist Hämagglutinin-Esterase-Fusion alleine für diese Aufgaben zuständig.

Die Oberflächenproteine HA, NA und HEF bilden jeweils die Hülle bei den Virustypen und unterliegen einer hohen Mutationsrate, besonders beim Typ A. Die Mutationen werden durch sogenannte Antigendrifts und Antigenshiftsverursacht. Beim Antigendrift handelt es sich um Mutationen in der Erbinformation des Virus, wodurch dieser eine unterschiedliche Proteinzusammensetzung erhält. Ein Antigenshift tritt auf, wenn ein Organismus durch zwei verschiedene Virusvarianten befallen wird. Dabei kann es zu einem Austausch an genetischen Information zwischen den beiden Varianten kommen, wodurch im Endeffekt ein neuer Virussubtyp entstehen kann.[7]

Zu beachten

Die einzelnen Virustypen können bei allen Bevölkerungsgruppen zur Infektion führen, besonders anfällig sind jedoch Kleinkinder und ältere Menschen mit einer schwächeren Immunabwehr.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe