Grippe: Ursachen

Grippesymptome nach Sport

© PantherMedia / Antonio Guillem

Während der positive Effekt von Sport auf das Herz-Kreislauf-System erwiesen ist, scheint diese Wirkung auf das Immunsystem zweifelhaft, wenn sich Grippesymptome nach körperlicher Betätigung bemerkbar machen. Tatsächlich kann Sport direkt keine Grippe (Influenza) verursachen, die Anfälligkeit dafür unter gewissen Umständen jedoch erhöhen.[1]

Welche biologischen Mechanismen für diesen Zusammenhang verantwortlich sind und was dabei zu beachten ist, soll im Folgenden erläutert werden.

Medizinische Fakten

Bei grippalen Infekten oder der echten Grippe (Influenza) handelt es sich um eine Infektion der Atemwege, die durch Viren verursacht wird. Ohne entsprechende Erreger kann es demnach durch alleinige sportliche Betätigung zu keiner Erkrankung kommen.[2]

Kurze Zeit nach sportlicher Betätigung ist der Körper durch das vorübergehend geschwächte Immunsystem besonders anfällig für Krankheitserreger, weshalb Sport häufig fälschlicherweise als direkte Ursache von Grippesymptomen angenommen wird.

Biologischer Zusammenhang

Bei körperlicher Belastung kommt es infolge der Stresssituation zu einer Ausschüttung von Hormonen, welche die Leistungsfähigkeit steigern (Katecholamine und Cortisol). Diese bewirken außerdem eine sofortige Vermehrung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die für die Immunabwehr zuständig sind. 1 bis 3 Stunden nach dem Trainingsende erreicht die Zahl der Lymphozyten, einer Art der Leukozyten, jedoch ein Minimum. Diese Zellen sind spezifisch für die Bekämpfung von Erregern wie Grippeviren verantwortlich, entweder durch direktes Abtöten oder durch die Bildung von Antikörpern.[3][4]

Bei extremen Leistungssportlern können eine dauerhafte Senkung der weißen Blutkörperchen und eine Beeinträchtigung der Abwehrmechanismen beobachtet werden. Mit steigender Trainingsintensität sinkt die Widerstandskraft gegenüber Atemwegsinfektionen.[5]

Moderater Ausdauersport beeinflusst das Immunsystem positiv. Etwa drei bis vier Mal wöchentlich fünf Kilometer Laufen bei einer Herzfrequenz zwischen 110 und 140 Schlägen pro Minute senkt das Infektionsrisiko gegenüber Nicht-Sportlern. Es kommt zu einer permanenten Erhöhung der Lymphozyten sowie zu einer vermehrten Bildung von Antikörpern und Interferon-gamma, einem Signalprotein, das wesentlich an der Bekämpfung von Viren beteiligt ist.[6]

Zu beachten

Bei bestehenden Infekten mit Generalisationszeichen wie Fieber (Pyrexie) oder Abgeschlagenheit sollte körperliche Belastung unbedingt vermieden werden, da es zur Entstehung einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und plötzlichen Herztod kommen kann.[7]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe