Grippe: Ursachen

Grippesymptome nach Zeckenbiss

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Grippesymptome können durch viele unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden. Klassisch ist eine Symptomkonstellation aus Schnupfen (Rhinitis), Husten (Tussis), Halsschmerzen und eventuell Fieber (Pyrexie). Symptome, die an eine Grippe erinnern, können auch nach einem Zeckenbiss auftreten.

Wie verbreitet dieses Phänomen ist, welcher biologische Zusammenhang dahintersteckt und was bei Grippesymptomen nach einem Zeckenbiss beachtet werden sollte, wird im Folgenden erläutert.

Medizinische Fakten

Nach einem Zeckenbiss kann es zur Entwicklung von Grippesymptomen kommen. Diese sind dann nicht selten Anzeichen einer Borreliose. Die Borreliose ist eine polyneuropathische Erkrankung, die durch bestimmte Bakterien hervorgerufen wird. Im Frühstadium der Erkrankung kann es, 1-2 Wochen nach dem Zeckenbiss, zu vielfältigen Symptomen kommen. Oft tritt dabei die sogenannte Borreliose-Grippe auf.

Wissenschaftler schätzen, dass allein in Deutschland die Zahl der Infektionen pro Jahr bei etwa 50.000 bis 100.000 liegt.[1]

Wird die Borreliose frühzeitig erkannt, kann sie mit Antibiotika gut behandelt werden. Wird sie zu spät erkannt, können sich bleibende Schäden im Körper entwickeln. Eine Borreliose zeigt sich neben Atemwegsbeschwerden eventuell durch folgende Symptome:

  • Schüttelfrost
  • Fieber (Pyrexie)
  • Muskelschmerzen (Myalgie)
  • Gelenkschmerzen (Arthralgien)

Biologischer Zusammenhang

Bei einem Zeckenbiss kratzt die Zecke die Haut an und erzeugt sich so einen Zugang zu den Kapillaren (kleine Blutgefäße). Mit ihrem Stachel durchstößt sie die Wand der Kapillaren und kann so Blut saugen. Der Zeckenstich an sich kann mit Juckreiz und Rötung an der Einstichstelle einhergehen. Dies kommt einerseits durch die Verletzung, andererseits durch Stoffe im Speichel der Zecke zustande.

Der Zeckenbiss selbst führt noch nicht zu einer Borreliose und kann somit an sich keine Grippesymptome auslösen. Die Borreliose ist eine Erkrankung, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst wird. Dieses kann von Zecken auf den Menschen übertragen werden. Im Durchschnitt enthalten etwa 30 Prozent aller Zecken diese Bakterien und können sie übertragen.

Gelangt das Bakterium in den Körper, kann es sich über die Blutbahn schnell im gesamten Organismus verbreiten. Die Grippesymptome wie Fieber rund Abgeschlagenheit treten erst auf, nachdem sich das Bakterium bereits im Körper vermehrt hat und es zu einer Schädigung von Zellen gekommen ist.[2]

Zu beachten

Generell sollte versucht werden, Zeckenbisse zu vermeiden. Dazu sollte vor allem im Sommer dichtes Gebüsch, Wald oder Wiesen nicht mit nackten Armen oder Beinen betreten werden.

Findet ein Zeckenbiss statt, sollte die Zecke so schnell wie möglich entfernt werden. Dazu wird sie am Kopf (nicht am Körper!) mit einer Zange gepackt und aus der Haut gedreht. Treten nach ein paar Stunden Beschwerden wie Unwohlsein oder Abgeschlagenheit auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.[3]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe