Husten: Häufige Fragen

Husten – viel trinken als Therapie?

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Husten (Tussis), der oft in Zusammenhang mit einer Erkältung auftritt, ist für den Betroffenen ein sehr unangenehmes Symptom. Um ihn möglichst schnell zu bekämpfen, gibt es verschiedene alte Haushaltstipps, zum Beispiel sollte während der Erkrankung viel getrunken werden. Doch was heißt viel, welche Getränke können dabei genau konsumiert und was muss dabei beachtet werden? Im Folgenden sollen diese Fragen geklärt werden.

Biologischer Prozess

Husten im Rahmen eines grippalen Infekts dauert normaler Weise bis zu 3-4 Wochen (akuter Husten). Es handelt sich oft um eine virale oder auch bakterielle Infektion der oberen und unteren Atemwege, die mit entzündlichen Prozessen und Schleimhautschwellungen einhergehen. Dabei werden die Atemwege durch das Anschwellen und den gebildeten Schleim verengt, durch Husten versucht der Körper diese von Sekret und anderen Partikeln wieder zu befreien.

Es müssen nicht unbedingt die Bronchien der Lunge (Bronchitis) betroffen sein, denn auch bei einem entzündeten Rachen oder Kehlkopf (Pharyngitis, Laryngitis) oder durch hängengebliebene Fremdkörper in der Speiseröhre kann es zu Husten kommen. Schleimhautschwellungen, die den Hustenreiz auslösen, können neben Infektionen auch durch Essensreste, Staub und Allergien verursacht werden.

Eine ausreichende Trinkmenge als allgemeine Therapiemaßnahme bei akutem Husten empfiehlt sogar die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF). [1] Viel trinken soll dafür sorgen, dass der Körper genug Flüssigkeit hat, um die Schleimhäute zu befeuchten und es so gleichzeitig zu einerausreichenden Bildung und Verdünnung des Sekrets kommt. Viel abgehusteter Schleim sorgt für eine Reinigung der Atemwege. [2]

Diese Argumentation wurde aber inzwischen relativiert und sogar zum Teil durch verschiedene Erklärungen widerlegt:

  1. In der Leitlinie Husten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie steht, dass „die Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr in normalem Hydratationszustand (d.h. der Körper hat kein Flüssigkeitsdefizit) nicht zur Vermehrung des Sekretvolumens führt“ [3]. Weder die Menge noch die Beschaffenheit wird also durch vermehrtes Trinken beeinflusst. [4]
  2. Viel Flüssigkeit kann sogar negative Auswirkungen haben, wenn ein Atemwegsinfekt vorliegt. Der Körper schüttet während der Erkrankung vermehrt ein antidiuretisches Hormon (ADH) aus. Dieses ist für eine gesteigerte Wasserrückresorption in der Niere verantwortlich. Wird nun noch mehr Flüssigkeit als sonst aufgenommen, kommt es zu einer starken Erhöhung des extrazellulären Flüssigkeitsvolumens im Körper, wobei gleichzeitig der Salzgehalt, also die Konzentration des Gesamtkörpernatriums sinkt (hypervolämische Hyponatriämie). [4]
  3. Der gutgemeinte Rat, viel zu trinken, enthält leider nicht immer genauere Informationen darüber, was genau getrunken werden soll. Natürlich ist den meisten Betroffenen klar, dass Tee bei Krankheit angebracht ist. Dennoch greifen viele auch zu den falschen Getränken wie gekühlten Limonaden oder gar alkoholischen Alternativen, die manchmal mehr schaden als helfen.

Anwendung und Dosierung

Anstatt möglichst viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, sollte bei einem grippalen Infekt lieber darauf geachtet werden, was getrunken wird. Warme, immunstimulierende und antibakterielle Getränke sind wesentlich effektiver, um gegen Husten und andere erkältungsbedingte Beschwerden vorzugehen. [5][6] Eine Teemischung, die reizmildernd und auswurffördernd bei Husten wirkt, enthält zum Beispiel folgende Heilkräuter: [7]

  • Thymian (Thymi folium) 30,0 g
  • Eibischwurzel (Althaeaee radix) 25,0 g
  • Spitzwegerichkraut (Plantaginis folium) 15,0 g
  • Fenchelfrüchte, zerstoßen (Foeniculi fructus) 10,0 g
  • Isländisch Moos (Lichen islandicus) 10,0 g
  • Süßholzwurzel (Liquiritiae radix) 10,0 g

Für die Zubereitung pro Tasse einen Esslöffel dieser Mischung mit kochend heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Bis die Hustenbeschwerden verschwinden, kann der Tee mehrmals täglich zu sich genommen werden. Dabei müssen nicht unbedingt alle diese Teesorten enthalten sein. Ein einfacher Spitzwegerich-Tee mit einem Löffel Honig gesüßt soll ebenso für Linderung sorgen.

Alternativ können auch heiße Säfte oder gerade bei Kindern eine heiße Milch mit Honig zubereitet werden.

Zu beachten

Unabhängig davon, ob der Körper gesund ist oder mit einer Erkältung zu kämpfen hat, ist es immer wichtig, ausreichend viel zu trinken, das heißt mindestens 1-2 Liter pro Tag.

Werden aufgrund einer Erkrankung nun vermehrt heiße Tees genutzt, um den Flüssigkeitshaushalt aufzufüllen, muss immer darauf geachtet werden, diese nach Zubereitung etwas stehen zu lassen. Das Trinken von frisch aufgebrühten Tees kann zu starken Verbrennungen im Mund-Rachen-Raum führen und würde die Schleimhäute so zusätzlich reizen.