Husten Beim Kleinkind: Krankheitstypen

Bellender Husten (Kleinkind)

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Besonders in den Wintermonaten erschrecken viele Eltern, wenn ihr Kind plötzlich einen lauten, bellenden Husten entwickelt, der dem Bellen eines Hundes tatsächlich nicht unähnlich ist.

Als Auslöser steckt, vor allem bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr, meist eine Erkrankung namens Pseudokrupp dahinter [2][4]. Dabei handelt es sich um eine virale Infektion des Kehlkopfes, die besonders durch bellenden Husten in der Nacht gekennzeichnet ist. Allgemein tritt Pseudokrupp häufig im Zusammenhang mit Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten, die ebenfalls durch Viren verursacht sind, auf [1][3].

So schwer, wie die Symptome im ersten Moment vermuten lassen, verläuft die Krankheit jedoch selten. In der Regel klingt der Husten nach wenigen Minuten wieder ab und das Kind bekommt besser Luft. Es wird angenommen, dass immerhin 15% aller Kinder mindestens einmal im Leben einen Anfall erleiden [2].

Deswegen beschreibt der folgende Artikel kurz, welche Ursachen sich hinter dem bellenden Husten verbergen und was im Akutfall zu tun ist, damit sich keine lebensbedrohlichen Verläufe entwickeln.

Ursachen von bellendem Husten (Kleinkind)

Pseudokrupp oder Laryngitis subglottica, wie es in der Fachsprache heißt, ist bei Weitem die häufigste Ursache für bellenden Husten. Die Erkrankung betrifft hauptsächlich Kinder zwischen dem 18. Lebensmonat und dem sechsten Lebensjahr [4]. Da sie sehr häufig mit einer Erkältung oder einem Infekt der Atemwege verbunden ist, kommt es zu einemvermehrten Auftreten in den Wintermonaten, also der „Erkältungssaison“ [1].

Doch was genau steckt hinter den eigenartigen Symptomen? Beim Pseudokrupp handelt es sich um einen viralen Infekt der Atemwege, der besonders den Kehlkopf betrifft. Diese Viren, häufig sind es Parainfluenza-, RS- oder Influenza-Viren, können in die Schleimhaut des Kehlkopfes eindringen und dort eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis)verursachen. Diese geht meist mit Halsschmerzen, Heiserkeit, einer Rötung der Schleimhäute und einer Schwellung einher. Der Kehlkopf ist aber von einem nicht dehnbaren Knorpel umgeben, dem sogenannten Ringknorpel. Somit kann sich die Schwellung ausschließlich nach innen, also in die Luftröhre, ausdehnen und verkleinert folglich deren Durchmesser. Dies führt zu Luftnot und im speziellen Fall des Kehlkopfes, dem Ort der Stimmbildung, zum etwas befremdlichen akustischen Phänomen des bellenden Hustens [4]. Die Anfälle treten plötzlich und meist mitten in der Nacht auf. Der laute, bellende Husten wird dabei von einem Pfeifen beim Einatmen begleitet und das Kind leidet unter Atemnot und Panik. In wenigen Fällen kann die Luftröhre so weit zuschwellen, dass Erstickungsgefahr droht [1][3].

Da sich ein Pseudokrupp meist aus einer normalen Erkältung entwickelt, können auch Begleitsymptome wie Schnupfen, Husten oder Fieberauftreten.

Selten können auch andere Atemwegsinfektionen den bellenden Husten verursachen. In der Regel handelt es sich auch bei ihnen um virale Infekte der Atemwege, die nach ihrer Lokalisation und Ausbreitung unterschieden werden. Sind beispielsweise Kehlkopf, Luftröhre und die Bronchien betroffen, wird von einer Laryngotracheobronchitis gesprochen. Gemeinsame typische Symptome sind Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen und leichtes Fieber [2].

Eine sehr ernste Erkrankung, die mit bellendem Husten einhergeht, ist der echte „Krupp“, der heute als Diphtherie bekannt ist. Dabei löst das Corynebacterium diphtheriae (Bakterium) ebenfalls eine Entzündung des Kehlkopfes aus. Jedoch wird diese von deutlich höherem Fieber, starkem Krankheitsgefühl und Schluckbeschwerden begleitet. Es handelt sich um eine Krankheit mit sehr schwerem Verlauf, also einen absoluten medizinischen Notfall, da akute Erstickungsgefahr droht [2].

Diphtherie tritt in Deutschland nur noch sehr selten auf, da mittlerweile nahezu alle Kinder in den ersten Lebensmonaten dagegen geimpft werden.

Behandlung von bellendem Husten (Kleinkind)

Meist verläuft ein Pseudokrupp-Anfall ohne Komplikationen und die Atemnot wird nur in seltenen Fällen so groß, dass Erstickungsgefahr droht [1]. Nichtsdestotrotz sind einige wenige Sofortmaßnahmen von großer Bedeutung. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist, Ruhe zu bewahren und zu versuchen, das Kind bestmöglichst zu beruhigen, damit Panik und Erstickungsangst die Luftnot nicht verstärken. Am besten wird das Kind auf den Arm genommen oder zumindest aufrecht hingesetzt, damit es seine Atemmuskulatur besser einsetzen kann.

Vielen Kindern hilft feuchtwarme oder kalte Atemluft [3][4]. Schon ein offenes Fenster kann helfen, besser ist es aber, mit dem Kind nach draußen an die frische Luft zu gehen oder es, falls dies nicht machbar ist, für einen Moment vor die geöffnete Kühlschranktür zu halten. Sobald es möglich ist, sollte das Kind etwas zu trinken bekommen [4].

Besteht trotz dieser Maßnahmen der Eindruck, dass die Luftnot keine Verbesserung erfährt, oder entwickelt sich eine akute Erstickungsgefahr, muss umgehend der Notarzt verständigt werden.

Allgemein gilt, dass grundsätzlich jeder plötzlich auftretende Husten ernst genommen werden sollte und auch bei Verdacht auf einen Pseudokrupp immer ärztlicher Rat gefragt ist [3].

Der Kinderarzt wird daraufhin geeignete Maßnahmen empfehlen, wie bei einem erneuten Anfall zu handeln ist. Medikamentös werden vor allemKortison-Zäpfchen eingesetzt. Kortison ist ein Medikament, das hilft, die Entzündungsreaktion abzuschwächen, und die Schwellung der Schleimhäute zurückgehen lässt. In der Akuttherapie zeigt Kortison keine Nebenwirkungen und es hat sich als wichtiges Hilfsmittel erwiesen. Zudem ist es auch zu Hause schnell und unkompliziert anwendbar [3].

Im Krankenhaus oder der Kinderarztpraxis ist auch eine Inhalation mit Adrenalin möglich. Adrenalin ist eigentlich ein körpereigenes Hormon und führt zur Erweiterung der Atemwege. Deswegen eignete es sich gut bei Luftnot, um die Atmung zu erleichtern.

Bei schweren Verläufen müssen Kinder in der Regel dauerhaft medizinisch überwacht werden, was am besten stationär im Krankenhaus möglich ist [3].

Bei Verdacht auf Diphtherie, beispielsweise, wenn das Kind nicht geimpft ist, sollte das Kind umgehend in ein Krankenhaus aufgenommen werden. In den meisten Fällen wird eine intensivmedizinische Betreuung notwendig. Die Therapie erfolgt dann mit einem Antibiotikum und einem sogenannten Antitoxin, das die Wirkung des giftigen Stoffes, den die Bakterien produzieren, aufhebt [2].

Zu beachten

Wichtig ist, dass ein vorwiegend harmloser Pseudokrupp-Anfall von einer lebensbedrohlichen Erkrankung wie der Diphtherie oder einer Epiglottitis unterschieden wird. Erstere wurde bereits oben näher beschrieben. Unter einer Epiglottitis wird eine Entzündung des Kehldeckels durch ein Bakterium namens Haemophilus influenzae verstanden [1]. Erkannt werden kann eine Epiglottitis an der kloßigen Sprache, den starken Halsschmerzen, Fieber und vermehrter Speichelbildung [1]. Ein bellender Husten tritt nicht auf. Hier ist mit einem lebensbedrohlichen Verlauf zu rechnen und es droht Erstickungsgefahr. Dementsprechend sollte das Kind ohne Zögern mit dem Notarzt in ein Krankenhaus gebracht werden.

Impfungen gegen beide Erkrankungen gehören in Deutschland allerdings zu der von der STIKO (Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts) empfohlenen Grundimmunisierung, sodass sie nur noch sehr selten vorkommen [3].