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Husten – Geschwindigkeit der Atemluft

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Husten (Tussis) gehört zu den häufigsten Krankheitssymptomen. Eine Vielzahl von Krankheiten kann dem Husten zu Grunde liegen. Wird der Hustenreflex ausgelöst, können in der Ausatemluft hohe Geschwindigkeiten gemessen werden. Der Körper versucht dadurch Fremdkörper oder zähflüssigen Schleim (Mucus) aus den Atemwegen (Trachea und Bronchien) herauszuschleudern, womit die Reinigung dieser gewährleistet wird. Der folgende Text soll zeigen, welche biologischen Vorgänge beim Husten stattfinden und welches Risiko mit der hohen Geschwindigkeit verbunden ist.

Wirkungsweise

Der Vorgang des Hustens ist ein Reflex und verläuft daher immer gleich. Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 km/h wurden bereits gemessen.[1] Ausgelöst wird Husten durch Reize, die von spezifischen Rezeptoren in Kehlkopf (Larynx), Rachen (Pharynx) und Luftröhre erkannt werden. Der Reiz kann mechanisch, z.B. bei Dehnung durch einen Fremdkörper oder chemisch, beispielsweise durch Gift- oder natürliche Botenstoffe ausgelöst werden. Die Rezeptoren übersetzen den Reiz in einen elektrischen Impuls, der vom vegetativen (nicht beeinflussbaren) Nervensystem im Hustenzentrum im Gehirn interpretiert wird und schließlich zum Husten führt.[2]

Nach einer tiefen Einatemphase (Inspiration) schließt sich der Kehldeckel(Epiglottis). Danach kontrahieren sich gleichzeitig verschiedene Brust- und Bauchmuskeln (hautpsächlich die Musculi intercostales interni et intimi, subcostalis und transversus thoracis), sowie das Zwerchfell (Diaphragma). Dadurch wird ein hoher Druck im Brustraum (intrathorakaler Druck) aufgebaut. Wenn sich der Kehlkopfdeckel plötzlich öffnet, entlädt sich derDruck schlagartig, wodurch die Ausatemluft stark beschleunigt wird und hohe Geschwindigkeiten erreicht. Fremdkörper oder Schleim, der sich zu diesem Zeitpunkt in den Atemwegen befindet, wird losgerissen und herausgeschleudert.[3]

Risiko

Da Husten alleine ein natürlicher und sinnvoller Prozess ist, bestehen normalerweise kaum Risiken. Er sollte deswegen auch nicht unterdrückt werden. Das Hauptrisiko besteht darin, seine Mitmenschen potentiell anzustecken. Beim Husten sollte deshalb vornehmlich in die Ellenbeuge gehustet werden, wo die Erreger schließlich auf der Haut verweilen. Somit werden die Erreger nicht von der Hand an Gegenstände oder Personen weitergegeben.

Gelegentliches Husten ist ungefährlich. Kommt es aber zu starkenHustenanfällen, sollte frühzeitig der Arzt aufgesucht werden, um die zugrunde liegende Erkrankung abzuklären. Auch chronischer Husten, der länger als acht Wochen besteht sollte abgeklärt werden.

Durch den hohen Druck im Körper kann es selten zu Problemen kommen. Betroffen davon sind insbesondere Schwangere (Gefahr von verfrühten Wehen durch erhöhten Druck auf die Gebärmutter (Uterus)) undBluthochdruckpatienten (Gefahr von schädlichen Blutdruckspitzen).[4]