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Husten bei Herzinfarkt?

© PantherMedia / Sven Hoppe

Ein Herzinfarkt entsteht durch den Verschluss von Blutgefäßen, die den Herzmuskel selbst mit Blut versorgen (Koronargefäße). Ein Herzinfarkt ist lebensbedrohlich. Betroffene können innerhalb weniger Minuten an seinen Folgen versterben. Seit Kurzem kursiert die Theorie, Husten (Tussis) helfe gegen einen Herzinfarkt.

Was hinter dieser Theorie steckt, ob sie tatsächlich wahr sein kann und was Mediziner empfehlen, wird im Folgenden erklärt.

Medizinische Fakten

Laut dem Polnischen Kardiologen Tadeusz Petelenz von der Kardiologischen Gesellschaft in Katowitz kann Husten gegen Herzrhythmusstörungen und Herzinfarkt helfen. Diese Methode gilt als umstritten. Die formulierte Theorie konnte bisher noch nicht beispielhaft nachgewiesen werden. Einem Herzinfarkt lediglich durch Husten vorbeugen zu wollen, ist deshalb für Mediziner keine ernst zu nehmende Möglichkeit.

Wirkungsweise (Biologischer Zusammenhang)

Tadeusz Petelenz begründet seine Theorie wie folgt: Beim Husten wird zunächst tief eingeatmet, dadurch gelangt Sauerstoff über die Lungen ins Blut. Beim anschließenden Husten wird im Brustkorb ein großer Druck aufgebaut. Dieser kann den Herzrhythmus stabilisieren, das Herz komprimieren und das so Blut weiter durch die Gefäße pumpen. Allerdings muss dafür eine spezielle Hustentechnik angewendet werden, welche alle 2-3 Sekunden wiederholt werden muss.[1]

Zu beachten

Ein akuter Herzinfarkt ist ein lebensbedrohliches Ereignis. Jährlich erleiden allein in Deutschland fast 300.000 Personen einen Herzinfarkt. Jeder zweite Betroffene verstirbt, bevor er das Krankenhaus erreicht. Diese Zahlen sollten ausreichen, um deutlich zu machen, dass bei einem Herzinfarkt nicht selber mit Methoden herum probiert werden sollte, sondern dass sofortige und professionelle Hilfe nötig ist.[2]

Bei dem Verdacht auf Herzrhythmusstörungen sollte immer so schnell wie möglich der persönliche Hausarzt oder ein Facharzt für Herzerkrankungen (Kardiologe) aufgesucht werden. Dieser kann die Ursache der Herzrhythmusstörungen bestimmen und so eine gezielte Behandlung einleiten.[3]