Husten In der Schwangerschaft: Krankheitstypen

Hustenreiz (Schwangerschaft)

© PantherMedia / Jiri Hera

Der Hustenreiz (definiert als Kratzen im Hals) löst in der Folge meist einen Hustenreflex aus und stellt in der Regel während der Schwangerschaft kein erhöhtes Risiko für Mutter oder Baby dar. Die Erschütterungen, die beim Husten auftreten, machen dem Fötus in der Regel nichts aus, im Gegenteil, Untersuchungen haben gezeigt, dass dies dem Kind sogar gefällt [1].

Gefährlicher wird es gegen Ende der Schwangerschaft, wenn durch die Erschütterungen beim Husten und/oder Niesen die Gefahr besteht, dass sich der Muttermund langsam öffnet, die Geburt eingeleitet wird oder gar die Fruchtblase platzt [2].
Husten in der Schwangerschaft ist also nichts ungewöhnliches, aber auch nichts, das man so auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Im Folgenden werden die häufigsten Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten sowie einige Tipps zur Vorbeugung gegen Hustenreiz/Husten während einer Schwangerschaft und im Allgemeinen beschrieben.

Ursachen von Hustenreiz (Schwangerschaft)

Als Ursachen von Hustenreiz kommen viele unterschiedliche Auslöser in Frage. Eine einfache Erkältung ist die häufigste Ursache von Husten, die in 90% der Fälle durch Virenverursacht wird [3].

Die Viren werden meist per Tröpfcheninfektion (Niesen oder Husten) übertragen, können aber auch durch direkten Kontakt (zum Beispiel Händeschütteln mit anschließendem Hand-zu-Mund-Kontakt) in den Körper gelangen. Eine kältebedingte Schwächung des Immunsystems erhöht das Risiko auf eine Virusinfektion, weshalb es besonders im Winter zu einer Häufung an Erkrankungen kommt [4].

Neben der klassischen Erkältung können auch Allergien – beispielsweise auf Pestizide (in Pflanzenschutzmittel und Nahrungsmitteln) oder Duftstoffe – einen Hustenreiz auslösen. Feinstaub und Smog im Stadtbereich oder Zigarettenrauch können ebenso zu einer Reizung der Atemwege (Respirationstrakt) führen.

Außerdem kann Hustenreiz auch im Zusammenhang mit Medikamenteneinnahme auftreten. Daher sollten eventuelle Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten bei Medikamenten gerade während der Schwangerschaft mit einem Arzt abgeklärt werden.

Behandlung von Hustenreiz (Schwangerschaft)

Wichtig sind unter anderem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (z.B. Wasser oder Tee) und das Feuchthalten der Schleimhäute, zum Beispiel durch Inhalation mit warmen Wasserdampf.

Eine Inhalation lässt sich gut zuhause unter eigener Regie durchführen. Man stellt dazu einen großen Topf oder eine Porzellanschüssel auf einen Tisch, füllt diese bis knapp unter den Rand mit heißem Wasser und gibt je nach Beschwerde und HNO-ärztlicher Beratung eventuell Inhalationszusätze hinein. Dann setzt man sich vor den Tisch, legt sich ein Handtuch über den Kopf und beugt sich über Topf oder Schüssel. Nicht zu tief – sondern immer mit einem „Sicherheitsabstand“ von zwei Handbreiten, um sich nicht zu verbrennen. Das Handtuch soll so über Kopf und Schüssel gebreitet werden, dass kein Dampf entweichen kann. Nun atmet man die aufsteigenden Dämpfe mit tiefen Atemzügen durch Nase und Mund ein. Nach 10 bis 20 Minuten nimmt man das Handtuch vom Kopf und wäscht das Gesicht mit lauwarmem Wasser ab. Nach dem Inhalieren sollte man nicht ins Freie gehen und sich auch keiner Zugluft aussetzen [5].
Zu den über Generationen hinweg erprobten Heilmitteln zählt der sogenannte Erkältungs-Tee (Thymian, Salbei, Kamille). Die meisten Tees werden durch Überbrühen zubereitet. Blüten und Blätter der Arzneipflanzen werden dazu mit kochendem oder heißem Wasser übergossen. Danach zieht der Tee bei geschlossenem Deckel und wird anschließend über einem Sieb abgegossen. Soweit nicht anders angegeben, genügt ein gestrichener Teelöffel der getrockneten Pflanzen oder ein Esslöffel des frischen Krauts für eine Tassengröße bis 200 Milliliter.
Auch das Einreiben von Brust und Rücken mit Erkältungsbalsam mit Inhaltsstoffen wie Eukalyptus, Menthol und Campher kann den Husten lindern. Spaziergänge an der frischen Luft und anschließend ein warmes Bad können durchaus Linderung bringen. Um der trockenen Luft in geheizten Räumen vorzubeugen, kann mittels feuchten Handtüchern auf Heizkörpern für ausreichende Luftfeuchtigkeit und eine Befeuchtung der Schleimhäute gesorgt werden.
Der Anwendung von hustenstillenden Medikamenten ist abzuraten, denn mitunter enthalten diese Stoffe, die dem Kind nicht unbedingt zu gemutet werden sollten. Sollte es trotzdem einmal nötig sein, kann ein Arzt verträgliche Hustenstiller (Antitussiva) verschreiben [1].

Zu beachten bei Hustenreiz (Schwangerschaft)

Risiken bestehen wie schon erwähnt auf der einen Seite hauptsächlich gegen Ende der Schwangerschaft, wenn der Muttermund langsam weich wird oder leicht geöffnet ist. Bei Erschütterung durch Husten können die Wehen einsetzen und somit die Geburt eingeleitet werden. Auf der anderen Seite besteht Gefahr durch die Einnahme von Medikamenten. Dazu gibt es als bessere Alternative, wie oben beschrieben, eine Reihe an Hausmitteln, die schon über mehrere Generationen für gut und wirksam befunden wurden. Auf gar keinen Fall sollten Medikamente während einer Schwangerschaft ohne Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Generell sollte bei Husten in der Schwangerschaft, unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, wenn sich die Symptome mit den oben beschriebenen Mitteln nicht wesentlich verbessern oder über einen Zeitraum von sieben Tagen hinaus immer noch anhalten. Husten ist vor allem nachts störend und unangenehm. Ein etwas aufgerichteter Oberkörper kann dabei helfen, die Atmung zu erleichtern [1]. Eine sichere Vorbeugung gegen Hustenreiz und einen oft im Zusammenhang stehenden grippalen Infekt existiert leider nicht. Jedoch dient z.B. die Vermeidung von Kontakt mit erkälteten Personen der Vorbeugung.