Husten Reizhusten: FAQ

Reizhusten bei Kleinkind – was tun?

© PantherMedia / Richard Semik

Husten (Tussis) ist keine eigenständige Krankheit, sondern stets ein Symptom, das viele verschiedene Auslöser haben kann. Ein gewöhnlicher Husten dient durch Auswerfen von schleimigen Sekreten der Selbstreinigung des Körpers. Ein trockener Husten ohne Auswurf wird auch als Reizhusten bezeichnet. Dieser kann beispielsweise in Zusammenhang mit einer Erkältung auftreten. Bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr kann ein solcher Reizhusten in Kombination mit anderen Symptomen auch auf eine Masernerkrankung (Morbilli) hindeuten. Sollte sich ein trockener Husten nach einigen Tagen nicht bessern oder kommen zu diesem noch andere Symptome (gerötete Augen, dunkelroter Hautausschlag) hinzu, muss ein Arzt aufgesucht werden. [1]

Behandlung bei Reizhusten bei Kleinkind

Ein trockener Husten kündigt oft eine Erkältung (grippaler Infekt) an und ist besonders für Kleinkinder sehr unangenehm. Der Schließmechanismus des Magens ist noch nicht vollständig ausgereift, sodass sich Kleinkinder bei einem Reizhusten häufig übergeben müssen.

Allgemeine Maßnahmen

Das erkrankte Kind sollte besonders viel trinken, um den Hals zu befeuchten und das Abhusten von Schleim zu fördern. Außerdem sollte es sich beim Husten in einer aufrechten Position befinden, um Erbrechen vorzubeugen. Stoßlüften oder das Aufhängen von nassen Tüchern erhöht die Luftfeuchtigkeit, was den gereizten Schleimhäuten Linderung verschaffen kann. [2]

Hausmittel/Anwendungen

Nachfolgend sind einige bewährte Hausmittel und ihre Anwendung aufgezählt, die bei einem einfachen Reizhusten Besserung versprechen. [2]

Rettich-Honig-Saft

  • desinfizierende und antibakterielle Wirkung
  • Ein schwarzer Rettich wird ausgehöhlt und dient als Gefäß.
  • 5–10 Esslöffel Honig hineingeben und einige Stunden ziehen lassen
  • Die entstandene Flüssigkeit abfüllen und kalt stellen.
  • Kinder ab dem 2. Lebensjahr: 4-mal täglich 1–3 Teelöffel Saft
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Süßer Zwiebelsaft

  • entzündungshemmende und hustenstillende Wirkung
  • Eine große Zwiebel schälen und würfeln.
  • In ein leeres Marmeladenglas füllen und ca. 2 Esslöffel Zucker hinzugeben.
  • Glas verschließen, schütteln und einige Stunden ziehen lassen.
  • Den entstandenen Saft abfüllen.
  • Kinder ab dem 2. Lebensjahr: 4-mal täglich einen Esslöffel Saft
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Warme Brustwickel

  • Wärme fördert die Durchblutung und unterstützt die Abheilung der Schleimhäute.
  • Das Kind legt sich auf ein großes, längs gefaltetes Handtuch.
  • Auf die Brust werden Tücher gelegt, die z. B. eine angewärmte Quarkmasse oder warme, klein gehackte Zwiebeln enthalten.
  • Darüber werden die beiden Enden des Handtuchs geschlagen und das Kind mit einer Decke zugedeckt.
  • Solange einwirken lassen, bis der Wickel kühl wird.

Medikamente

Kleine Kinder sollten bei einem einfachen Husten mit den zuvor genannten Hausmitteln behandelt werden. Nachfolgend sind einige pflanzliche Medikamente aufgelistet, die auch Kleinkinder gegen einen anhaltenden Reizhusten einnehmen können, wenn Hausmittel allein keine Besserung bringen.

Efeuextrakt (Hedera)

  • Zur Behandlung von Reizhusten, schon für Kinder unter einem Jahr
  • Dient der Befeuchtung der Halsschleimhaut und erleichtert so das Abhusten von festsitzenden Sekreten.
  • Nebenwirkungen: Efeuextrakt kann allergische Reaktionen hervorrufen.
  • Wechselwirkungen: keine bekannt
  • Medikamente: EFEU 1A Pharma® Hustensaft (Dosierung: 3-mal täglich, Menge wird entsprechend dem Alter der Dosierhilfe entnommen), Bronchostad® Hustenlöser Sirup 100 ml (Dosierung: 3-mal täglich, Menge wird entsprechend dem Alter der Dosierhilfe entnommen), Bronchostad® Hustenlöser Tropfen 20 ml (Dosierung für Kinder von 1–4 Jahren: 3-mal täglich 7 Tropfen, für Kinder von 5–11 Jahren: 3-mal täglich 10 Tropfen) [3][4][5][6]

Eibischwurzel (Althaeae radix)

  • Wird angewandt bei gereizten Schleimhäuten sowohl im Hals- und Rachenraum als auch im Magenbereich
  • Eibischwurzel wirkt reizlindernd und beruhigt durch Reizhusten angegriffene Schleimhäute.
  • Nebenwirkungen: keine bekannt
  • Wechselwirkungen: keine bekannt
  • Medikamente: Imupret® N Tropfen 50 ml (Dosierung für Kinder ab 2 Jahren: 3-mal täglich 10 Tropfen), Hustenelixier 100 ml (Dosierung für Kinder von 1–5 Jahren: 3-mal täglich 1,25–2,5 ml), Phytohustil® Hustenreizstiller Sirup 150 ml (Dosierung für Kinder von 3 Monaten bis 3 Jahren: 4-mal täglich 3 ml, für Kinder von 3–6 Jahren: 4-mal täglich 5 ml) [7][8][9][10]

Zu beachten

Bei Kleinkindern sollte ein Reizhusten zunächst immer mit Hausmitteln behandelt werden. Bewirken diese keine Besserung, kann auf pflanzliche Medikamente zurückgegriffen werden. Dabei muss immer sorgfältig auf die altersentsprechende Dosierung geachtet werden. Wenn sich der Reizhustennicht bessert, sollte das Kind ärztlich untersucht werden, da es sich auch um beginnendes Asthma (Asthma bronchiale) oder eine Allergie handeln kann. [11]