Schnupfen: Anwendungen

Inhalieren bei Schnupfen (Hausmittel)

© PantherMedia / Olaf von Lieres

Die häufigste Begleiterscheinung einer Erkältung ist der Schnupfen (Rhinitis).[1] Es gibt zur Linderung dieses Symptoms und zur Förderung der Heilung verschiedene Möglichkeiten. Eine altbewährte, oft angewandte stellt das Inhalieren dar. Im Folgenden sollen der zugrunde liegende biologische Prozess beleuchtet und Informationen zu Anwendung und Dosierung gegeben werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Durch die Inhalation werden an den entzündeten Schleimhäuten mehrere Prozesse in Gang gesetzt, welche letzendlich alle Linderung verschaffen und die Heilung beschleunigen.

Zum einen gelangen die Zusätze dies Inhalats (ätherische Öle oder Salze) direkt an den Ort des Infektes, wo sie ihre Wirkung entfalten können.

Durch Wärme und Feuchtigkeit des Inhalats werden die Schleimhäute befeuchtet und die Durchblutung gesteigert. Die Abwehrzellen gelangen so schneller an den Ort der Entzündung. Die Krankheitserreger werden durch den gesteigerten Sekretfluss gebunden und abtransportiert. Weiterhin wirkt die Hitze bereits auf einige Erreger tödlich.[2]

Im Nachfolgenden sind die häufigsten Inhaltszusätze und deren beschriebene Wirkung aufgelistet:[3]

  • Anis – wirkt schleimlösend
  • Eukalyptus – wirkt schleimlösend und antimikrobiell
  • Menthol – wirkt schleimlösend und antimikrobiell
  • Fenchel – wirkt schleimlösend
  • Kamille – wirkt entzündungshemmend, antimikrobiell
  • Pfefferminze – wirkt magenschonend und antimikrobiell
  • Salbei – wirkt antimikrobiell
  • Thymian – wirkt schleimlösend
  • Latschenkiefer – wirkt schleimlösend

Anwendung und Dosierung

Eine Inhalation kann auf verschiedenste Arten durchgeführt werden. Bei der klassischen Inhalation wird ein Topf oder eine Schüssel zur Hälfte mit Inhalat gefüllt. Der Betroffene beugt sich anschließend über das Gefäß und bedeckt seinen Kopf mit einem großen Handtuch. Es wird regelmäßig und tief eingeatmet. Dabei sollte alternierend durch Mund und Nase geatmet werden.

Zur Herstellung des Inhalats wird siedendes, nicht kochendes Wasser in ein Gefäß gegeben. Dem Wasser können nun 4-5 Tropfen ätherische Öle, frische Kamillenblüten oder aber Kochsalz zugefügt werden. Die Inhalation sollte nicht häufiger als zwei Mal täglich für jeweils 10 – 15 Minuten durchgeführt werden.

Dr. Michael Deeg vom Berufsverband der deutschen HNO-Ärzte empfielt einen in der Apotheke erhältlichen Inhalator, der vom Prinzip her die gleiche Wirkung entfaltet, jedoch einen Spezialaufsatz bestitzt, wodurch das Inhalat gezielt Mund und Nase erreicht.[5] Dieser Inhalator bietet den Vorteil, dass es nicht zu Reizungen der Augen kommt.

Elektrische Inhalatoren sind ebenfalls in der Apotheke erhältlich und werden bei tiefen bronchialen Infekten empfohlen, da die Tropfen feiner sind und tiefer in die Atemwege einströmen können. Diese sollten allerdings nur mit isotonischen Kochsalzlösungen (0,9%ig) befüllt werden, um eine Reizung der Bronchien zu verhindern.[6]

Zu beachten

Inhalieren können Erwachsene sowie auch Kinder.[4]

Vor allem bei Kindern und Atemwegserkrankungen (Asthma bronchiale/COPD) sollte vor der Inhalation einen Arzt oder Apotheker konsultiert werden. Kinder sollten geringere Mengen der ätherischen Öle inhalieren und Menthole generell nicht. Bei der klassischen Inhalationsmethode ist ein standsicherer Topf mitausreichend Abstand zum Körper zu verwenden, um Verbrennungen zu vermeiden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen