Schnupfen: Anwendungen

Inhalieren bei Schnupfen (Salz)

© PantherMedia / Bernd Leitner

Schnupfen (Rhinitis) ist eines der häufigsten Symptome bei Erkältung. Es gibt ein altes Hausmittel, das auch heute noch von vielen Arzt empfohlen wird: Inhalieren mit Salzwasser (Aerosoltherapie)

Doch wie funktioniert dieses Verfahren, wie sieht die korrekte Anwendung aus und welche Wirkung hat es letzten Endes tatsächlich auf unsere Nase und den Schnupfen? Diese Fragen sollen im Folgenden geklärt werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Inhalieren (lat. inhalare= anhauchen) bezeichnet das Einatmen von Dämpfen und Aerosolen zu Heilzwecken und zur Linderung der Symptome.

Die beim Inhalieren mit Salzwasser eingeatmeten Dämpfe befeuchten die gereizten Schleimhäute und sorgen gleichzeitig für eine gesteigerte Durchblutung, da die Gefäße geweitet werden. Dadurch kann das angesammelte Sekret besser abfließen und das freie Durchatmen wird erleichtert. Das Kochzsalz hat außerdem eine desinfizierende, antimirkobielle Wirkung und unterstützt so die Immunabwehr.

Der Kochsalzlösung können Zusätze beigefügt werden, welche ihre Wirkung noch steigern. Besonders gut geeignet sind dabei Kamillenblüten. Die Stoffe, die darin enthalten sind, wirken entzündungshemmend, bakterienabtötend und beruhigend. Für diese Wirkung verantwortlich sind Polyacetylenen (wirkenzytotoxisch= zellabtötend, antiphlogistisch= entzündungshemmend, blutblättchenaggregationshemmend), Flavonoiden (entzündungshemmend) undätherische Öle. [1][2][3]

Anwendung und Dosierung

Zum korrekten Inhalieren eignen sich am besten Dampfinhalatoren aus der Apotheke. Diese besitzen einen Mund-Nasen-Aufsatz, wodurch gewährleistet wird, dass die Dämpfe gezielt in den oberen Atemtrakt gelangen und nicht die Augen reizen. Alternativ besteht die Möglichkeit, das heiße Inhalat in ein Gefäß zu geben, den Kopf darüber zu beugen und ein Handtuch zum Abdecken zu benutzen. Der Inhalator selbst wird mit einer bestimmten Menge Wasser gefüllt und ein entsprechender Zusatz hinzugefügt.

Zur Inhalation mit Kochsalzlösung werden 0,9 g Speisesalz auf 100 ml abgekochtes Wasser gegeben, die Lösung kann dabei maximal 24 Stundenaufgehoben werden. Der Betroffene sollte mehrmals täglich 10-15 Minuteninhalieren. Gerade in den Wintermonaten kann die Inhalation mit Kochsalzlösung auch als vorbeugende Maßnahme gegen trockene Nasenschleimhäuteangewendet werden.

Um mit Kamille als Zusatz zu inhalieren, wird eine Handvoll frischer Kamillenblütentee auf 2 l kochendes Wasser gegeben. Besonders beibakteriellen Atemwegsinfekten sollte der Betroffene die Inhalation mehrfach täglich anwenden. [4]

Wichtig beim Inhalieren ist ein ruhiges tiefes Einatmen und Ausatmen.

Zu beachten

Im Regelfall klingt ein Schnupfen nach ungefähr einer Woche ab. Sollte dies nicht der Fall sein oder treten noch weitere Symptome wie Fieber oder Schmerzen auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Beim Inhalieren ist darauf zu achten, nicht mit dem kochenden Wasser in Berührung zu kommen, da sonst Verbrennungen auf der Haut entstehen können. Tritt während dem Inhalieren Husten auf, ist entweder das Wasser zu heiß oder der Zusatz ist zu stark konzentriert. Beim Auftreten von Schwindel wurde möglicherweise zu tief ein- und ausgeatmet und das Inhalieren sollte für kurze Zeit unterbrochen werden.

Bei kleinen Kindern kann das Inhalieren von zu hoch dosierten ätherischen Ölen Atemnot auslösen. Hier sind Inhaliersalben vorzuziehen. Weiterhin sollten Betroffene mit Allergien gegen Korbblütler unbedingt die Inhalation mit Kamille vermeiden.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen