Schnupfen: Anwendungen

Sauna gegen Schnupfen?

© PantherMedia / Arne Trautmann

Es ist ein weitverbreiteter Glaube, dass ein oder mehrere Sauna-Besuche Schnupfen (Rhinitis) auskurieren oder zumindest lindern können. Oft ist im Volksmund die Rede vom „Ausschwitzen“ der Krankheit.

Das dies nicht immer der Fall sein muss, wie oft die Sauna besucht werden sollte und was dabei unbedingt zu beachten ist, soll im Folgenden geklärt werden.

Wirkungsweise (biologischer Prozess)

Saunabesuche können durch die Befeuchtung der Schleimhäute und dieErhöhung der Körpertemperatur Linderung des Schnupfensymptomatik verschaffen. Außerdem können die Abwehrkräfte mobilisiert und der Kreislauf in Schwung gebracht werden.[1] Regelmäßige Sauna-Besuche haben einen förderlichen Effekt auf das Immunsystem und wirken daher auch besonders gut prophylaktisch gegen Schnupfen und Erkältungskrankheiten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die mit dem Saunieren meist einhergehende Entspannung, die ebenfalls eine große positive Wirkung entfalten kann.[2]

Wer ein- bis zweimal die Woche über einen längeren Zeitraum die Sauna besucht, wird weniger häufig krank. Das zeigt eine Studie an 25 bisher saunaungeübten Personen. Dabei stellte sich heraus, dass die Infekt-Häufigkeit bei Sauna-Besuchern um mehr als die Hälfte zurückging. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, sollte die Sauna zumindest einige Monate lang regelmäßig besucht werden. Wenn bereits eine akute Erkrankung vorliegt, sollten die Besuche eingestellt werden. [4]

Anwendung und Dosierung

Die immunfördernde Wirkung der Sauna ist hauptsächlich dem thermischen Reiz zuzuschreiben. Dadurch werden einerseits mehr Killer-Zellen gebildet, andererseits steigt der Interferon-Titer im Blut. Letztere sind Botenstoffe, die in der Abwehr von Viren eine zentrale Rolle spielen. Durch die Erwärmung und darauffolgende Abkühlung werden außerdem folgende Körperfunktionen positiv beeinflusst:

  • Stoffwechsel
  • Herz-Kreislaus-System
  • Blutdruck[3]

Zu beachten

Bei stärker ausgeprägtem Schnupfen, der auch von Kopfschmerzen undFieber begleitet werden kann, sollte die Hitze der Sauna gemieden werden. Der Körper könnte dabei nämlich überanstrengt werden, was den Genesungsweg erst recht verlängern kann.[5] Bei akuten Infekten (ausgenommen ganz zu Beginn des Infektes) ist von Sauna-Gängen komplett abzuraten.[6] Vor und nach dem Gang in die Sauna sollte auf jeden Fall ausreichend getrunken werden (kein Alkohol!) um einer Dehydrierung vorzubeugen. Außerdem sollte sich nur so lange in der Sauna aufgehalten werden, wie es als angenehm empfunden wird. Es sollten nicht mehr als drei Gänge je maximal 15 Minuten hintereinander durchgeführt werden. Besondere Vorsicht beim Saunieren ist bei bereits vorliegenden gesundheitlichen Problemen wie Herz-Kreislauf- oder Gefäßerkrankungen, bereits erlittenem Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion, Asthma, Multipler Sklerose oder Nierenkrankheiten geboten.[7]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen