Schnupfen: Anwendungen

Nasenspülung bei Schnupfen

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Schnupfen (Rhinitis) ist ein häufiges Begleitsymptom von Erkältungen bzw. grippalen Infekten oder auch von Allergien.[1] Verschiedene Möglichkeiten zur Linderung der Symptome oder zur Bekämpfung der Ursachen stehen zur Wahl. Eine oft angewandte Methode stellt die Nasendusche dar, bei der Kochsalzlösung über die Nasenschleimhaut gespült. Wie genau eine solche Nasenspülung wirkt und welche Punkte in der Anwendung und Dosierung zu beachten sind, soll im Folgenden geklärt werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Schnupfen tritt auf, wenn der Körper sich gegen eindringende und sich manifestierende Erreger oder gegen Allergene (beispielsweise Pollen, Sporen) wehrt. Hierbei kommt es zu einer gesteigerten Produktion von Schleim, um die Erreger oder Allergene abzutransportieren. Schnupfen kann im Sinne einer Erkältung akut oder bei ständiger Reizung wie durch eine Allergie auch chronisch auftreten.

Die Nasenspülung mit isotonischer Kochsalzlösung wirkt verstärkend zur körpereigenen Abwehrreaktion. Zusätzlich kann festsitzender Schleim gelöstwerden. Dieser kann selbst als kleiner Infektionsherd betrachtet werden, da Mikroorganismen sich hier weiter vermehren können. Durch die Nasendusche wird der Abtransport der Mikroorganismen (Bakterien, Viren) größtenteils sichergestellt, was kurz- oder langfristig zur Besserung der Symptome und somit auch zur Verkürzung der Krankheitsdauer führt.[2]

Anwendung und Dosierung

Im Fachhandel und in der Apotheke gibt es verschiedene Spülflaschen und Vorrichtungen, welche individuell zu wählen sind und bei der Durchführung einer Nasendusche behilflich sein können. Wichtig ist jedoch die Verwendung der richtigen Spüllösung. Es sollte in jedem Fall eine 0,9%ige, isotonische Kochsalzlösung (NaCl) verwendet werden. Isotonisch bedeutet, dass der Salzgehalt der Lösung der des Körpers entspricht. Das ist daher wichtig, da im Falle von zu wenig oder zu viel Salz in der Lösung im Sinne der Osmose (Flüssigkeitswanderung), Flüssigkeit aus der Schleimhaut heraustritt oder hineinfließt, was zu zusätzlichen Reizungen führen kann. Isotonische Kochsalzlösung ist ebenfalls in der Apotheke erhältlich. Bei der eigenen Herstellung werden 9 Gramm Kochsalz auf 1 Liter vorher abgekochtes Wasser gegeben.[3]

Die Nasendusche wird wie folgt durchgeführt:

  • Die Nasendusche wird bis zur Marke mit isotonischer Kochsalzlösung befüllt
  • Der Mund wird weit geöffnet und der Kopf zur Seite geneigt
  • Die Duschapparatur wird an das nun oben liegende Nasenloch gehalten.
  • Nun kann die aus der Nasendusche kommende Flüssigkeit in das eine Nasenloch ein- und aus dem anderen Nasenloch wieder austreten.
  • Es ist darauf zu achten, dass die Flüssigkeit nicht in den Rachen abfließt.[4]

Zu beachten

Der HNO-Arzt Jan Löhler empfiehlt eine Anwendung bei Erkältungsschnupfen (Akute Rhinopharyngitis), Heuschnupfen (Allergische Rhinitis), trockenen Schleimhäutenund bei Mittelohrentzündungen (Otitis media acuta).

Außer im Säuglings- und Kleinkindalter ist sie – bei korrekter Durchführung – in jedem Alter anwendbar.

Die Nasendusche sollte bei sehr geschwollenen Schleimhäuten nur bedingt angewendet werden, bei Nasenbluten (Epistaxis) im gar nicht. Vor allem bei eitrigen Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) ist unbedingt von einer Anwendung abzuraten. Die Deutsche Lungenstiftung rät von dauerhaften präventiven (vorbeugenden) Nasenduschen generell ab, da hierdurch Infektionen eher begünstigt werden. Allerdings kann eine dauerhafte Anwendung bei chronischen Entzündungen und Allergien wiederum hilfreich sein. [5]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen