Schnupfen: Häufige Fragen

Festsitzender Schnupfen

© PantherMedia / Arne Trautmann

Festsitzender Schnupfen (Rhinitis) tritt häufig im Rahmen einer Erkältung oder einer Grippe (Influenza) auf. Man kann nicht mehr richtig Durchatmen und der Schnupfen führt teilweise zu Schlaflosigkeit während der Nacht.

Im folgenden Abschnitt werden vier verschiedene Hausmittel gegen einen festsitzenden Schnupfen vorgestellt, die – richtige Anwendung vorausgesetzt – gleich wirksam sein können wie kommerziell erhältliche Arzneimittel.

Hausmittel gegen festsitzenden Schnupfen

Bei einem Schnupfen, der durch eine Erkältung oder Grippe (Influenza) ausgelöst wird, sind meist Viren die verantwortlichen Krankheitserreger. Daher geht es bei der Behandlung vor allem um eine symptomatische Linderung der Beschwerden. Hierfür stehen sowohl Hausmittel als auch klassische Arzneimittel zur Verfügung. Im Allgemeinen heilt ein Schnupfen im Laufe von 2 Wochen wieder von selbst aus. Gelber oder grüner Schleim deutet auf eine bakterielle Infektion (Sekundärinfektion) hin und kann den Einsatz von Antibiotika notwendig machen.

Es ist aber auch wichtig, allgemeine Maßnahmen zu treffen, um den Schnupfen loszuwerden. Während der Erkrankung ist es besonders wichtig ausreichend zu trinken, viel zu ruhen und Stress abzubauen. Aber auch der direkte Kontakt zu Mitmenschen sollte eingeschränkt werden, um eine Verbreitung der Viren zu vermeiden und, um das Risiko einer Sekundärinfektion einzuschränken. Außerdem setzen Unterkühlungen im Winter oder durch Klimaanlagen dem Körper zusätzlich zu.

Bei festsitzendem Schnupfen helfen Kochsalz-Nasentropfen, Kompresse mit Zitronenscheiben, Ingwertrunk und Majoranbutter die Nase zu öffnen und Schleim zu lösen. Ingwertrunk regt zusätzlich auch den Kreislauf an und wärmt.


Kochsalz-Nasentropfen bei festsitzendem Schnupfen

Zutaten:

  • 1 L abgekochtes Wasser
  • 9 g Kochsalz (oder Meersalz)
  • Fläschchen mit Sprühaufsatz oder eine Pipette
  • optional: 20 %ige Calendula-Essenz zur Salzlösung zugeben (Verhältnis 1:9)

Wenn man zu 1 Liter Wasser exakt 9 g Kochsalz oder Meersalz (beides ist aus chemischer Sicht Natriumchlorid) gibt, erhält man eine physiologische Kochsalzlösung, die dem Salzgehalt im Blut ähnelt. Die Einwaage sollte daher mit einer Waage stattfinden und nicht nach Augenmaß. Zu wenig Salz führt zu keiner oder einer schwachen Wirkung und eine zu hohe Konzentration ruft sehr unangenehmes Brennen hervor. Nachdem sich das Salz im Wasser gelöst hat, wird die Salzlösung mit einer Pipette aufgesaugt und in die Nase getropft. Mehrmals täglich 3 – 5 Tropfen. Die Salzlösung kann auch in ein Fläschchen mit Sprühaufsatz gefüllt werden, zum Beispiel ein altes Nasensprayfläschchen, das gut mit heißem Wasser ausgespült wurde. Mit Sprühaufsatz reichen 2 Sprühstöße, um die richtige Menge an Salz in die Nase einzubringen. Alle 2 Tage sollte die Salzlösung erneuert werden.
Die Kochsalz-Nasentropfen wirken schleimlösend und abschwellend. Feste Krusten lösen sich und kommen leichter aus der Nase, wodurch man insgesamt wieder freier durchatmen kann.


Kompresse mit Zitronenscheiben bei festsitzendem Schnupfen

Zutaten:

  • 1 ungespritzte Zitrone
  • 2 Mullbinden/Leukoplast
  • 1 Paar Baumwollsocken

Die Zitrone wird in Scheiben geschnitten und die Zitronenscheiben auf den beiden Fußsohlen gleichmäßig verteilt. Die Zitronenscheiben werden entweder mit den beiden Mullbinden oder Leukoplaststreifen befestigt. Darüber werden die Baumwollsocken angezogen und gleich Schlafen gegangen. Die Kompresse lässt man bis zum nächsten Morgen einwirken.

Am nächsten Tag kann man mit freier Nase wieder durchatmen. Die Zitronenscheiben wirken abschwellend, zusammenziehend und auch fiebersenkend. Zitronensaft reizt durch seine Säure sehr leicht die weiche Haut des Gesichts, daher werden die Fußsohlen als Resorptionsfläche genutzt. Bei Personen, die über eine empfindliche Haut verfügen kann es zu Juckreiz kommen. Dann sollte die Kompresse mit Zitronenscheiben gleich wieder entfernt werden.


Majoranbutter bei festsitzendem Schnupfen

Zutaten:

  • 20 – 30 mg frische Majoranblätter
  • 150 ml medizinischer Alkohol
  • 1 sauberes Marmeladenglas (oder ähnlicher Behälter)
  • frische, weiche Butter

In das Marmeladenglas werden die Majoranblätter und der Alkohol gefüllt. Anschließend lässt man die Mischung verschlossen einige Tage ziehen. Es werden 1 EL des so entstandenen „Auszugs“ mit 1 EL weicher Butter zusammengegeben und im Wasserbad verflüssigt. Das Gemisch aus flüssiger Butter und Auszug wird durch ein Tuch gesiebt und anschließend in ein kleines verschleißbares Gefäß gefüllt. Dort wieder fest werden lassen. Die so gewonnene Majoranbutter unter die entzündete Nase schmieren. Majoranbutter wirkt schleimlösend, zusammenziehend und abschwellend.
Das Marmeladenglas mit dem in Alkohol eingelegtem Majoran verschlossen aufbewahren und bei nächster Gelegenheit wieder eine kleine Menge herstellen. Die Inhaltsstoffe des Majorans sind temperaturempfindlich und oxidationsempfindlich (werden von der Umgebungsluft inaktiviert). Der medizinische Alkohol neigt zum Verdampfen. Deshalb mit verschließbaren Gefäßen arbeiten und nur kleine Mengen herstellen.
Medizinischer Alkohol hat eine hohe Konzentration an Ethanol (etwa 96 %). Daher ist das Glas mit dem alkoholischen Auszug so aufzubewahren, dass keine Kinder Zugang haben.


Ingwertrunk bei festsitzendem Schnupfen

Zutaten:

  • 1 L kochendes Wasser
  • 1 – 2 EL Honig oder Zucker
  • 1 daumengroßes Stück frische Ingwerwurzel
  • 1 Teesieb
  • 1 Reibe

Die Ingwerwurzel wird geschält und fein gerieben. Anschließend mit kochenden Wasser übergossen und 10 Minuten ziehen gelassen. Dann wird der entstandene Ingwertrunk durch ein Sieb abgegossen. Der Ingwertrunk kann nach Belieben mit Honig oder Zucker gesüßt werden. Er sollte möglichst heiß getrunken werden, um eine größtmögliche Wirkung zu erzielen.
Nach einer Tasse heißem Ingwertrunk beginnt sich der Schleim in Nasen- und Rachenraum zu lösen. Neben der schleimlösenden Wirkung fördert der Ingwertrunk auch die Durchblutung und regt den Kreislauf an. Ingwertrunk schützt vor Magen-Darm-Infekten, die auch im Rahmen eines grippalen Infekts auftreten können.

Zu beachten

Ein festsitzender Schnupfen (Rhinitis) tritt nicht nur im Rahmen eines grippalen Infekts auf, sondern kann auch durch eine Allergie verursacht werden (allergische Rhinitis). Wenn der Schnupfen über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt ohne klassische Symptome einer Grippe (Influenza) oder einer Erkältung, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Vor allem bei eitrigem Schnupfen sollte ein Arzt konsultiert werden. Die Krankheitserreger einer Rhinitis können auch auf andere anatomische Strukturen übergreifen. Es kann zu einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder einer Mittelohrentzündung (Otitis media) kommen.[1]


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen