Schnupfen: Häufige Fragen

Schnupfen (Nebenhöhlen)

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Ein Schnupfen (Rhinits) ist besonders in der kalten Jahreszeit eines der am weitesten verbreiteten Krankheitsbilder. Eine amerikanische Studie beziffert die Prävalenz (d. h. der Anteil an aktuell Erkrankten an der Gesamtbevölkerung) von Schnupfen auf über 10 %.[1]

Dabei handelt es sich meistens um eine viral-bedingte Erkrankung, für die es schulmedizinisch nur wenige Therapieoptionen gibt. Als Möglichkeit auf teure Mittel aus der Apotheke zu verzichten, sollen hier einige Hausmittel aufgezeigt werden, die sich in der Therapie eines Schnupfens bewährt haben.

Hausmittel

Abwarten und Tee trinken

Die wohl wirksamste Methode bei einem Schnupfen ist abwarten, bis das eigene Immunsystem die Erkrankung von selbst in den Griff bekommt. Wer nicht so lange warten möchte, für den empfehlen sich vor allem Lindenblüten- oder Holunderblütentees. Auch ein herkömmlicher Kamillentee kann helfen, da es in erster Linie wichtig ist, viel zu trinken und es dabei weniger auf die richtige Teesorte ankommt.[2]


Inhalation

Die Inhalation von ätherischen Ölen oder Teesorten kann helfen, die gereizte Nasenschleimhaut zu beruhigen, den Flüssigkeitsverlust durch das häufige Nasenschnäuzen auszugleichen und effektiv einer Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) durch besseren Sekretabfluss vorzubeugen.

Für eine effektive Inhalation benötigt man einen Topf, der mit der zu inhalierenden Flüssigkeit gefüllt und auf dem Herd erhitzt wird. Sobald ausreichend Dampf aufsteigt, lehnt man sich über den Topf und inhaltiert tief durch die Nase. Ein Handtuch auf dem Kopf kann den Effekt noch zusätzlich verstärken.

Als Substanzen empfehlen sich Minztee, Pfefferminzöl, geschnittener Ingwer, Lavendel- oder Thymianöl oder Salbeiblütentee.[3]


Warme Bäder

Neben dem wärmenden Effekt eines heißen Bades, beruht der lindernde Effekt auf dem Schnupfen auch auf dem Prinzip der Inhalation. Es empfehlen sich daher alle oben genannten Zutaten als Badezusatz, da sie durch die aufsteigende Wärme ebenfalls in die Nase gelangen und dort ihre Wirkung entfalten können.[4]


Nasensprays

Wer auf abschwellende Nasensprays aus der Apotheke verzichten möchte, der kann auch hier auf alte Hausmittel zurückgreifen. Eine Möglichkeit sind salzhaltige Nasensprays, die auch selbst gemischt werden können. Dabei sollte man allerdings kein herkömmliches Speisesalz verwenden, da dies oft noch Zusätze enthält die schädlich wirken können. Am besten geeignet ist daher unbehandeltes Meersalz, welches in einer isotonischen Lösung in die Nase eingebracht wird. Isotonisch bedeutet, dass es der Salzkonzentration im Körper entspricht, welche 0,9 % beträgt. Dies entspricht ungefähr einem Gramm Kochsalz auf 100 ml Wasser. Die gemischte Salzlösung kann auch für eine Nasendusche verwendet werden.[6][5]


Nahrungsmittel

Über die Wirkung Vitamin-C-reicher Nahrungsmittel bei einfachen Infekten wird immer wieder diskutiert. Fest steht, eine schädliche Wirkung hat Vitamin C in normalen Dosierungen nicht. Besonders reich an Vitamin C sind Zitrusfrüchte, Kohlgemüse wie Brokkoli und Rosenkohl, Tomaten und Spinat.[8][7]

Auch Chili mit seinem Wirkstoff Caspaicin, dem eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird, soll bei einem Schnupfen die Symptome lindern können.[9]


Jod

Auch dem Trinken von mit Jod-angereichertem Wasser wird eine lindernde Wirkung bei Schnupfen zugeschrieben. Dabei reicht bereits ein Glas Wasser täglich, das mit einer 10%-Jodlösung angereichert wird. Dies sollte möglichst früh beim Auftreten der ersten Symptome erfolgen, da man sich vom Jod eine Regulierung des bei Schnupfen gestörten Flüssigkeitshaushalts der Nasenschleimhaut erhofft.[11][10]

Zu beachten

Treten die Schnupfensymptome immer in einer bestimmten Situation oder Umgebung auf, ist auch an eine allergische Ursache zu denken. Dies lässt sich einfach mit einem Allergietest beim Arzt überprüfen.

Nicht zu verwechseln ist ein banaler Schnupfen (Rhinitis) mit einer Grippe (Influenza). Auch wenn eine Grippeerkrankung mit einer Rhinitis einhergehen kann, sind beide Begriffe keinesfalls gleichzusetzen. Bei einer „echten“ Influenza handelt es sich um eine speziell durch Influenzaviren ausgelöste Erkrankung, während dem klassischen Schnupfen eine ganze Vielzahl von Ursachen und Erregern zugrunde liegen kann.
Die hier genannten Tipps und Hausmittel richten sich vor allem gegen den Schnupfen und weniger gegen die Influenza. Eine Influenzagrippe ist eine bedeutend ernstere Erkrankung und sollte in Absprache mit einem Arzt therapiert werden.

Auch bei einem Schnupfen, der längere Zeit besteht und durch die oben genannten Tipps keine Besserung zeigt, empfiehlt es sich einen Arzt aufzusuchen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen