Schnupfen: Ursachen

Schnupfenviren (Erreger)

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Schnupfenviren (Schnupfen-Erreger) sind in den meisten Fällen die Auslöser für einen akuten Schnupfen. Das typischste Schnupfen Virus stellen Rhinoviren dar, die für den Großteil aller Fälle verantwortlich sind. Die Erkrankung kann aber auch als Begleitsymptom auftreten, dabei werden die Beschwerden meist durch weitere Viren verursacht. Auch manche Bakterien können der Verursacher des erkältungsbedingten Schnupfens sein. [1] [2]

Welche Viren und Bakterien genau für einen Schnupfen verantwortlich sind und welche Symptome sie auslösen, soll im Folgenden geklärt werden.

Medizinische Fakten

Schnupfen (Infektiöse Rhinitis) ist eine akute Entzündung der Nasenschleimhaut (Mucosa) und wird meistens durch Viren ausgelöst. Allein an den Symptomen lässt sich der Erreger nicht bestimmen, da diese bei den meisten gleich sind. Viren bilden den Großteil der Pathogene (krankheitsauslösende Organismen), bekannt sind zurzeit etwa 200 verschiedene Arten aus verschiedenen Virusfamilien. Die häufigsten sind:

  • Rhinoviren
  • Coronaviren
  • Adenoviren
  • RS-Viren
  • Para-Influenza-Viren
  • Influenzaviren

Rhinoviren gehören zur Familie der Picornaviren (kleinste Virenart) und sind der Auslöser für etwa 70 % aller Infektionen. Sie lösen die typischen Schnupfensymptome aus, wie etwa eine laufende Nase, gereizter Rachen, Niesanfälle, Husten und manchmal leicht erhöhte Temperatur.

Coronaviren sind für etwa jede fünfte Erkrankung verantwortlich und lösen neben den üblichen Symptomen auch Atemnot (Dyspnoe), Schüttelfrost (Febris Undularis) und Fieber (Pyrexie) aus.

Andenoviren können Infektionen mit einem ausgeprägten Krankheitsverlauf auslösen. Hier treten neben den typischen Symptomen sehr hohes Fieber und Bindehautentzündungen (Konjunktivitis) auf. Im schlimmsten Fall können die Viren im Verlauf die unteren Atemwege befallen und in einer Zweitinfektion zu einer Bronchitis führen.

Bei RS-Viren (Respiratory-Syncytial-Virus) und bei Para-Influenza-Viren kann es in den schlimmsten Fällen zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) kommen. Influenzaviren lösen keine Erkältung aus, sondern eine echte Grippe (Influenza). [3]

Neben Viren können aber auch Bakterien für Schnupfensymptome verantwortlich sein, vor allem ß-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A. Zu einer Bakterieninfektion kommt es meist bei einer vorliegenden Vorinfektion. Dabei ist das Immunsystem mit dem ersten Befall beschäftigt und hat keine Kraftreserven, um die Zweitbesiedelung durch Bakterien (Superinfektion) zu verhindern. Folgende Begleitsymptome können auftreten: Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Rachenentzündung (Pharyngitis), Entzündung im Bereich des Ohrs (Otitis). [4]

Biologischer Zusammenhang

Erkältungsviren befallen oft die Zellen in den Atemwegen und schleusen bei erfolgreicher Infektion ihr Erbgut in das Menschliche ein. Teilt sich die Zelle anschließend, wird auch das Virengenom verdoppelt. Die Proteine, die anschließend aus diesem produziert werden, sammeln sich zu einem neuen Virus an, der beim Verlassen der Zelle zur Ruptur der Zellmembran führt. Durch diesen Vorgang wiederum kommt es zum Zelltod (Nekrose), worauf das Immunsystem den Befall mit einer Entzündung des Gewebes zu bekämpfen versucht. [5]

Bakterien befallen die menschlichen Zellen nicht so wie Viren, sondern können durch ihren Metabolismus (Stoffwechsel) verschiedene Abfallprodukte produzieren, die anschließend zu Erkrankungen führen.

Zu beachten

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn die Erkältung länger als 7-10 Tage besteht. Vor allem betroffene Personen der sogenannten Risikogruppen, also ältere Menschen, Kinder, Personen mit Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem, sollten sich das Risiko einer Zweitinfektion bewusst machen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen