Schnupfen: Ursachen

Schnupfen (durch Alkohol)

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Schnupfen (Rhinitis) stellt eine Entzündungsreaktion der Schleimhaut der Nase (Nasus) dar. Typische Beschwerden eines Schnupfens können eine laufende Nase (Rhinorrhoe), eventuell Schmerzen, Schwellung, Rötung und in der Folge auch eine veränderte Geruchs- bzw. Geschmackswahrnehmung und ein veränderter Klang der Stimme(Näseln bzw. Rhinophonie oder Rhinolalie durch veränderten Resonanzraum) sein. Je nach Auslöser des Schnupfens werden unterschiedliche Schnupfenformen differenziert. Der Schnupfen als Folge einer Unverträglichkeitsreaktion oder sogar Allergie auf das Genussmittel Alkohol soll im Folgenden näher erläutert werden.[1]

Medizinische Fakten

Bei Erkältungsinfekten kommt Schnupfen (Katarrh der Nasenschleimhaut, Coryza) als eines der häufigsten Symptome der oberen Atemwege (ab Kehlkopf aufwärts) vor und dauert zumeist einige Tage bis wenige Wochen lang an. Typischerweise verursacht ein eingedrungener Krankheitserreger lokal eine Gewebeirritation. Zum Zweck der Abwehr durch Immunzellen (weiße Blutkörperchen oder Leukozyten genannt) aus der Blutbahn, erweitern sich die Blutgefäße in der infizierten Nasenschleimhaut (Vasodilatation) und der Luftstrom wird in der Folge, wie für einen Schnupfen typisch, behindert.

Ein Schnupfen kann ebenso aufgrund von hormonellen Ungleichgewichten oder auch als Reaktion auf bestimmte lokale Schadstoffe (Noxen) wie beispielhaft Rauchgas oder zu lange Anwendung von eigentlich abschwellend wirkenden Nasentropfen beziehungsweise -sprays (sog. Privinismus) entstehen.

Eine Rhinitis allergica, also ein allergischer Schnupfen, kann zum Beispiel im Rahmen von Heuschnupfen durch Pollen (Pollinosis) oder etwa eine Allergie gegen Tierhaare (häufig Katzenhaar) auftreten.[2] Ebenso kann Alkohol (gemeint ist das Genussmittel, chemisch Ethanol oder Ethylalkohol) nach neueren Erkenntnissen zu einer Unverträglichkeitsreaktion beziehungsweise Allergie in Form von Schnupfen führen.[3]

Biologischer Zusammenhang

Alkohol (bzw. jeder Stoff aus der chemischen Substanzklasse Alkohol) ist ein Zellgift (Zytotoxin), welches in der Leber (Hepar) über verschiedene Zwischenschritte und Stoffwechselwege abgebaut wird. Der Alkohol selbst sowie seine Abbauprodukte (Metabolite) haben viele verschiedene Wirkungen auf den menschlichen Körper. Je nach Konzentration im Blut können in Folge von Alkoholkonsum Erscheinungen wie Gangstörungen (Ataxie), Gesichtsfeldeinschränkungen, Reaktionszeitverzögerungen, Rauschzustände bis hin zu Erinnerungsverlust und Trübungen des Bewusstseins (Delir bzw. sog. Somnolenz, Sopor oder Koma) eintreten. In erster Linie sind dies die dosisabhängigen Zeichen einer Wirkung auf Nervenzellen (Neuronen).[4] Neben diesen mitunter sehr häufigen Auswirkungen des Konsums von Alkohol können in einigen Fällen auch Erscheinungen in der Art einer allergischen Reaktion oder Unverträglichkeit auftreten. Eine neuere Studie an knapp 1000 alkoholkonsumierenden (meist Wein) Testpersonen (Probanden) ergab, dass etwas mehr als ein Viertel dieser Personen (26,9 %) nach dem Genuss von Wein Unverträglichkeitsreaktionen erlebt habe. Diese Unverträglichkeitsreaktionen umfassten laut betroffenen Studienteilnehmern zum Beispiel Kopfschmerzen (Cepahlgie), eine Rötung der Haut (Erythem), Durchfall (Diarrhoe), Erbrechen (Emesis), Herzrasen (Tachykardie) sowie auch Schnupfen. Im Vergleich zwischen dem Konsum von Rotwein und Weißwein zeigte sich eine allgemeine Tendenz zum häufigeren Auftreten von Unverträglichkeitsreaktionen nach Rotweinkonsum. Darüber hinaus traten Unverträglichkeitsreaktionen nach Weingenuss häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Der genaue biologische Zusammenhang zwischen dem Genuss von (v.a. Rot-) Wein und dem Auftreten von Schnupfen als eine Art Unverträglichkeitsreaktion oder Allergie ist bisher nicht genau geklärt. Sicher ist allerdings, dass Wein eine große Zahl bestimmter körperfremder Eiweißstoffe (Proteine) enthält, die potentiell eine Reaktion im menschlichen Körper hervorrufen können. Speziell das in den Traubenschalen und damit automatisch auch im Wein enthaltene Lipid-Transfer-Protein ist als allergieauslösende Substanz (Allergen) bekannt und steht daher im Fokus weiterer Untersuchungen. Zudem könnten weitere Substanzen wie beispielhaft Glukanasen (bestimmte Enzyme, also Proteine mit katalytischer Wirkung) unverträglichkeitsverursachend bei manchen Menschen wirken. Jedoch steht auch der Alkohol an sich im Verdacht, tatsächlich als (Mit-) Auslöser beispielsweise von  Schnupfen zu fungieren. So hemmt (inhibiert) Alkohol unter anderem bestimmte Enzyme, die allergie- und unverträglichkeitsauslösende chemische Substanzen (wie Histamin) abbauen könnten.[5]

Zu beachten

Es ist nicht klar, welche Substanz(en) in alkoholischen Getränken wie Wein (speziell Rotwein) Beschwerden wie Schnupfen auslösen können. Prinzipiell steht jedoch fest, dass solche Beschwerden nach dem Konsum alkoholhaltiger Getränke auftreten können.

Es ist medizinisch-fachlich zwischen dem Begriff Unverträglichkeitsreaktion und dem Begriff Allergie (bzw. allergische Reaktion) zu unterscheiden. Eine Allergie begründet sich charakteristisch durch die Ausschüttung ganz bestimmter Botenstoffe des Immunsystems (Immunglobulin E, IgE) und ist somit auch labortechnisch im Allgemeinen nachweisbar. Eine Unterscheidung zwischen dem Auftreten von Unverträglichkeitsreaktionen oder Allergien in Folge von Wein- beziehungsweise Alkoholkonsum muss erst noch genauer erforscht werden. Bisherige Studien hierzu stützen sich meist auf Fragebögen, die nicht genauer zwischen Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen unterschieden.

Es sollte sich von selbst verstehen, dass Alkohol nicht in die Hände von Kindern gehört und bei Konsum in der Kindheit, Schwangerschaft oder Stillzeit ernstzunehmende Folgen nach sich ziehen kann, die über  zeitweiligen Schnupfen hinausgehen können (Entwicklungsstörungen, fetales Alkoholsyndrom etc.).

Schnupfen als Symptom sollte ursächlich nachverfolgt werden (nicht in jedem Fall zwingend ärztlich), da es viele verschiedene potentielle Auslöser geben kann. In den meisten Fällen mag eine Infektion der Atemwege der Auslöser des Schnupfens sein und kann therapeutisch beispielhaft mit abschwellenden Nasentropfen oder Nasensprays (Wirkstoffe wie Xylometazolin) angegangen werden. Ein Schnupfen kann auch im Rahmen ernstzunehmender Infektionen wie einer echten Grippe (Influenza) auftreten und sollte zumindest Anlass zu körperlicher Schonung geben.

Schnupfen nach Alkoholkonsum sollte durch Meidung des Auslösers (Wein etc.) nach einiger Zeit von selbst vergehen. Daher ist in der Regel keine gesonderte Therapie bei Schnupfen nach Alkoholgenuss von Nöten.

Bei Unsicherheit, ob der Schnupfen etwa durch den Konsum eventuell unverträglichen Alkohols oder doch zum Beispiel durch einen Atemwegsinfekt hervorgerufen wird und wie dementsprechend die beste Therapie aussieht, sollte zeitnah ein Arzt zu Rate gezogen werden. Die oben gemachten Angaben sind gewissenhaft recherchiert, jedoch können sie die individuellen Empfehlungen und Aussagen eines Arztes nicht ersetzen.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen