Schnupfen Verstopfte Nase: Begleiterscheinungen

Verstopfte Nase u. Nasenbluten

© drubig-photo - Fotolia

Eine verstopfte Nase (nasale Obstruktion) kann während eines Schnupfens (Rhinitis) mit Nasenbluten (Epistaxis) einhergehen. Es gibt aber auch andere Gründe für Nasenbluten, die sowohl hormoneller, medikamentöser als auch anderer systemischer und lokaler Erkrankungsgenese sein können.

Im anschließenden Text soll mit Hilfe von medizinischen Fakten und biologischen Zusammenhängen differentialdiagnostisch auf die gemeinsamen Symptome einer verstopften Nase und Nasenbluten eingegangen und zu diesem Thema wichtige Hinweise gegeben werden.

Medizinische Fakten

Epistaxis ist kein typisches Symptom einer Rhinitis. Allerdings kann es durch die entzündlichen Prozesse in Verbindung mit der gesteigerten mechanische Belastung durch häufiges Schnäuzen zu leichten Verletzungen der Nasengefäße und damit zu Blutungen kommen.

Generell ist Nasenbluten ein sehr häufiges und in der Regel harmloses Geschehen, dessen Ursache sehr vielfältig sein kann. Häufige Gründe sind[1]:

  • Lokale Manipulation
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Schwangerschaft
  • Einnahme von „Blutverdünnern“ (z.B. Aspirin)

Auch Allergien und Nasenscheidenwandverkrümmungen (Septumdeviation) können manchmal den Symptomkomplex einer nasalen Obstruktion und Nasenbluten hervorrufen.

In seltenen Fällen ist das Bluten aus der Nase aber auch Anzeichen einer gravierenden Erkrankung wie z.B. der Wegener Granulomatose, einer multisystemischen Erkrankung der Gefäße. Sie tritt bei diesem Krankheitsbild besonders in der Anfangsphase auf und wird im weiteren Verlauf von anderen Symptomen der Nase selbst (z.B. sichtbare anatomische Veränderungen) mit Beteiligung der Nasennachbarstrukturen (Ohrentzündungen, Veränderungen des Rachens, Augen) und entfernter Herde (z.B. Lunge, Haut, Niere, Zentrales Nervensystem) begleitet.[2] 

Biologischer Zusammenhang

Die Nase wird über 3 Arterien (2 Seitenäste der Arteria maxillaris für die hinteren 2/3 der Nasenhöhle und die Arteria ethmoidales anterior für das vordere Drittel) sowie über verschiedene Venengeflechte versorgt. Insbesondere der auf der unteren und mittleren Nasenmuschel liegende venöse Schwellkörper, auch Locus Kiesselbachii genannt, ist beim Nasenbluten von Bedeutung.[3] Er liegt dicht unter der Nasenschleimhaut der Nasenscheidewand und ist dort vor allem für das Erwärmen der eingeatmeten Luft und das reinigende, regenerative und periodisch stattfindende Anschwellen der Nasenschleimhaut von Bedeutung.

Bei Unterkühlung sowie bei sehr trockener Luft kann es schnell zur Brüchigkeit der Gefäße und möglichem Nasenbluten, insbesondere bei gleichzeitig stattfindender mechanischer Manipulation, kommen. Gleiches gilt für die entzündungsbedingte Veränderung der gut durchbluteten Schleimhaut, wie sie bei einer Rhinitis oder Allergien auftreten. Das reaktive Anschwellen führt des Weiteren zu Atembehinderungen.[1]

[,[4]] Die Wegenersche Granulomatose spielt als Ursache für nasale Obstruktion und Epistaxis eine besondere Rolle. Sie ist eine vermutlich durch Autoantikörper bedingte Erkrankung, die mit einer knotenartigen Gewebeneubildung (Granulome), geschwürartige Läsionen (Ulzerationen) und im Verlauf mit einer Gefäßentzündung (Vaskulitis) einhergeht und prinzipiell alle Gewebe betreffen kann.2 Es kommt durch die Veränderungen in der Nase und ihrer Gefäße zu einer Verlegung der nasalen Belüftungswege und damit Obstruktion und einem rezidivierendem Nasenbluten (Bild des blutig-borkigen Schnupfens).[2]

Zu beachten

Bei einem normalen Nasenbluten kommt es in der Regel innerhalb von wenigen Minuten bei manueller Kompression von außen zu einem Blutungsstillstand. Bei mit herkömmlichen Methoden nicht stillbaren Blutungen und hohem Blutverlust ist umgehend ein Arzt zur therapeutischen Intervention aufzusuchen.

Auch immer wiederkehrendes Nasenbluten mit einer verstopften Nase sollte zur weiteren Abklärung von systemischen oder bösartigen Erkrankungen Anlass zur fachärztlichen Konsultation geben.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen