Schnupfen Verstopfte Nase: Begleiterscheinungen

Nase verstopft u. Ohrenschmerzen

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Ein klassischer Schnupfen kann als Folge Ohrenschmerzen verursachen. Wieso dies der Fall ist soll im folgenden Text hinsichlich der medizinischen Fakten sowie der biologischen Zusammenhänge näher erläutert werden.

Medizinische Fakten

Ohrenschmerzen sind ein im Erwachsenenalter gelegentlich, im Kindesalter häufig auftretendes Symptom bei Erkältungen und Infektionen der oberen Luftwege. Gerade im Kleinkindalter kommt es häufig vor, dass während oder nach einem klassischen Schnupfen (Rhinitis) die Ohren zu schmerzen beginnen. Meist hat sich dann eine Mittelohrentzündung (Otitis media akuta) als Folgeerscheinung auf den Schnupfen entwickelt.

Eine Mittelohrentzündung geht nicht selten mit Fieber einher. Weiterhin sind eine Hörminderung, starke Schmerzen, Ohrgeräusche wie Piepen oder Rauschen sowie der Ausfluss von eitrigem oder klarem Sekret aus dem Ohrkanal (nach einer spontanen Perforation des Trommelfells) möglich.

Biologischer Zusammenhang

Der Grund für Ohrenschmerzen während einer Erkältung ist die anatomische Nähe zwischen Nasen-Rachenraum und Mittelohr. Durch die sogenannte Ohrtrompete (Tuba auditiva Eustachii) stehen diese beiden Räume in direkter Verbindung. Über die Ohrtrompete ist ein Druckausgleich in der Paukenhöhle des Mittelohres möglich. Außerdem kann über diesen Weg Sekret aus dem Mittelohr abfließen.

Im Falle einer Erkältung kommt es zu einer entzündungsbedingten Schwellung der Schleimhäute im Nasen- und Rachenraum. Die Nase fühlt sich verstopft und rau an, es kann ein vermindertes Geruchsempfinden sowie ein veränderter Stimmklang bestehen. Im Rachen kann sich die Schleimhautschwellung auf die Schleimhaut der Ohrtrompete ausdehnen und diese gänzlich verschließen. Ein Druckausgleich im sowie ein Sekrektausfluss aus der Paukenhöhle des Mittelohres ist dann nicht mehr möglich.

Durch die schlechtere Belüftung entsteht ein Unterdruck im Mittelohr, der die Schleimhaut zum Absondern von Sekret anregt. Da das Sekret im Ohr nicht richtig abfließen kann, bietet es Bakterien einen idealen Nährboden. Entzündung und Eiterbildung sind die Folge, die sich gemeinsam mit den Druckveränderungen in Form von Schmerzen äußern. [1]

Häufige Erreger einer Mittelohrinfektion sind die sogenannten Pneumokokken, eine Bakteriengruppe, die auch Lungenentzündungen (Pneumonien) und Hirnhautentzündungen (Meningitiden) auslösen kann. Heutzutage gibt es eine Schutzimpfung gegen die gefährlichsten Pneumokokken-Typen, deren Erfolg sich bereits an den sinkenden Zahlen von Mittelohrentzündungen zeigt.[2]

Bestimmte anatomische Besonderheiten, wie z.B. stark ausgeprägte Rachenmandeln (Adenoide, Rachenmandelhyperplasie) im Kindesalter, begünstigen die Entstehung von Mittelohrentzündungen. Unabhängig von der Größe der Rachenmandeln scheint hier die Keimbesiedlung eine große Rolle zu spielen. Betroffene Kinder fallen häufig durch häufige Infekte, Mundatmung und Schnarchen auf. [4]

Zu beachten

Gerade bei verschnupften Kindern ist es wichtig, in Absprache mit dem Kinderarzt die Nase mit Salzwasser- oder abschwellenden Nasentropfen oder -sprays offen zu halten. Die Fortschritte sollten engmaschig kontrolliert werden, damit das Nasenspray nicht zu lange genutzt wird, da sich hier schnell auch ein Gewöhnungseffekt einstellen kann.[5]

Häufige Mittelohrentzündungen im Kleinkindalter sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden, da eine dauerhafte Hörminderung in dieser Lebensphase den Spracherwerb langfristig behindern kann. In diesen Fällen können dann die Anlage von Paukenröhrchen und/oder die Verkleinerung der Rachenmandeln sinnvoll sein.


Behandlungsmöglichkeiten bei Schnupfen