Erkältung: Sonstige Getränke

Jägermeister gegen Erkältung

© PantherMedia / Christoph Stauche

Jägermeister ist ein beliebter Kräuterlikör. Jägermeister gibt es seit 1934. Er besteht aus insgesamt 56 Kräutern, die in einem spezifischen Mischungsverhältnis stehen. Einem Gerücht zufolge hilft Jägermeister bei einer Erkältung (grippaler Infekt, Verkühlung) und kann Symptome wie Husten (Tussis) oder Schnupfen (Rhinitis) mindern.[1]

Was Jägermeister ausmacht, warum er bei Erkältung helfen soll und ob er es tatsächlich tut, soll im Folgenden geklärt werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe wird Jägermeister zu den Kräuterschnäpsen gezählt. In Jägermeister gelten fünf von den insgesamt 56 Zutaten als auschlaggebend für den Geschmack. Dazu gehören Ingwer, Zimtstangen, Sternanis, Kardamon-Früchte und Apfelsinenschale. Stoffe wie Ingwer und Zimt sollen auch bei Erkältungskrankheiten helfen.[2]

Jägermeister hilft allerdings bei einer Erkältung nicht. Wird Alkohol äußerlich angewendet, wirkt er desinfizierend und tötet Krankheitserreger ab. Für das Trinken des Alkohols gilt dies nicht. Es nicht zu empfehlen, einem kranken Organismus hochprozentigen Alkohol zuzuführen, da das Gift sowie seine Abbauprodukte das Immunsystem negativ beeinträchtigen.

Alkohol besetzt bestimmte Rezeptoren (TLR4 = Toll-like-receptor 4) auf der Oberfläche der Abwehrzellen (Leukozyten), die der Erkennung von Krankheitserregern dienen. Durch den fehlenden Kontakt zu dem Keimen findet eine Kettenreaktion, die in der Ausschüttung von Zytokinen mündet, in den Immunzellen nicht mehr statt. Die Zytokine sind für die Koordination einer Entzündungsreaktion verantwortlich.[3]

Eine Erkältung wird in den meisten Fällen durch Viren oder Bakterien verursacht. Die Funktion des Immunsystems ist wichtig, um die Krankheitserreger zu bekämpfen und die Krankheit möglichst schnell wieder loszuwerden. Wird durch Alkohol die Funktion des Immunsystems beeinträchtigt, können sich

  • die Symptome verschlimmern
  • der Krankheitsverlauf verlängern
  • weitere Beschwerden einstellen

Nach schwerem Essen kann Jägermeister den Verdauungsprozess unterstützen. Dafür verantwortlich sind die im Likör enthaltenen Heilkräuter, die die Magen-Darm-Tätigkeit anregen.[4]

Anwendung und Dosierung

Jägermeister ist ein Schnaps und wird dementsprechend nur in geringen Mengen zu sich genommen. Geübte Trinker vertragen naturgemäß etwas mehr. Menschen, die selten trinken, merken erste Wirkungen schon nach einem Glas.[5]

Zu beachten

Kinder unter 18 Jahren sollten keinen Alkohol trinken. Kinder sind anfälliger für die schädigenden Wirkungen des Alkohols. So kann er zum Beispiel Zellen im Gehirn und in der Leber zerstören.

Auch Erwachsenen sollten nicht täglich Alkohol zu sich nehmen. Wird Alkohol in großen Mengen genossen, schädigt er die Leber, die Nieren und hat Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel.[6]

Aufgrund der Schwächung des Immunsystems kann es zur Verschleppung der Erkältung kommen. Die Viren oder Bakterien können sich leicht auf benachbarte Strukturen ausbreiten und den Organismus zusätzlich schwächen. Eine Bronchitis (Entzündung der Bronchien) oder sogar eine Lungenentzündung (Pneumonie) können die Folge sein. Verschlechtert sich der Allgemeinzustand plötzlich, treten hohes Fieber (Pyrexie), starker Husten oder Luftnot auf, muss der Arzt aufgesucht werden. Auch wenn die milden Erkältungssymptome mehr als 10 Tage anhalten, empfiehlt es sich, den Arzt zu konsultieren.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung