Erkältung: Sonstige Getränke

Warmes Bier gegen Erkältung

© PantherMedia / Werner Heiber

Vor allem bei Männern ist warmes Bier ein gerne versuchtes Hausmittel gegen Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung). Doch ob Bier tatsächlich einer Erkältung entgegenwirken kann, ist fraglich.

Welche biologischen Prozesse beim Trinken von heißem Bier bei einer Erkältung im Körper stattfinden, welche Thesen sich bewahrheiten oder sich als Trugschluss herausstellen und worauf beim Gebrauch zu achten ist, soll im Folgenden erläutert werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Das durch Gärung von Gerstenmalz, Hopfen und Wasser gewonnene Bier enthält Vitamine und Spurenelemente, denen eine positive Wirkung nachgesagt wird.

B Vitamine und Folsäure fördern die Bildung roter Blutkörperchen und damit die körperliche Leistungsfähigkeit. Kalium, Magnesium und Kalzium sind essentiell für den Elektrolythaushalt, das Herz-Kreislauf-System und den Bewegungsapparat.[1] Diese Substanzen sind jedoch auch in anderen Lebensmitteln wie Fleisch, Vollkorn- und Milchprodukten enthalten.

Die im Hopfen enthaltenen ätherischen Öle und Bitterstoffe haben eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von Bakterien.[2] Allerdings werden Erkältungen meist durch Viren hervorgerufen und nur selten zusätzlich von Bakterien überlagert (Superinfektion).

Die Wärme des Bieres bringt den Körper zum Schwitzen, dadurch können die Erreger und Schadstoffe schneller ausgeschieden werden. Allerdings bedeuten höhere Dosen an Alkohol eine zusätzliche Belastung für den Körper, dessen Immunsystem mit der Bekämpfung von Viren beschäftigt ist. Bestimmte weiße Blutkörperchen (Monozyten) schütten unter Alkoholeinfluss weniger des Botenstoffmoleküls Interferon Gamma aus, welches andere Immunzellen aktiviert, den Kampf gegen Krankheitserreger aufzunehmen. Während der Erkältungszeit sind alkoholische Getränke zum Schutz des Immunsystems demnach am besten zu meiden.[3]

Anwendung und Dosierung

Das warme Bier wird bei Erkältung gerne unverdünnt und je nach Geschmack mit Zucker oder Honig versetzt eingenommen. Bei zu starkem Erhitzen kommt es jedoch zum Verflüchtigen der wirksamen Inhaltsstoffe, was die gewünschte Wirkung aufhebt[4]. Durch zu viel Bier wird die körpereigene Abwehr geschwächt, was die Dauer der Verkühlung verlängern kann. Als Alternative kann auch alkoholfreies Bier verwendet werden, das dieselben wirkungsvollen Inhaltsstoffe bei fehlendem Alkoholgehalt aufweist.

Zu beachten:

Keinesfalls darf Kindern und Schwangeren dieses Hausmittel verabreicht werden, da Alkohol schwere Entwicklungsstörungen des Gehirns und des Körpers hervorrufen kann. [5]

Außerdem ist die Wechselwirkung mit Medikamenten zu beachten. Die Wirkung von blutzuckersenkenden Medikamenten wird verstärkt, was eine Unterzuckerung zur Folge haben kann. Es ist auch daran zu denken, dass Hustentropfen und homöopathische Mittel bis zu 43 % Alkohol enthalten. [6]

Eine Erkältung sollte keinesfalls ausschließlich und übermäßig mit warmem Bier behandelt werden. Bei einer Verschlechterung der Symptome, dem Hinzutreten von Fieber (Pyrexie) oder keiner Besserung nach einigen Tagen ist ein Arztbesuch unbedingt zu empfehlen.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung