Erkältung: Sonstige Getränke

Milch gegen Erkältung?

© PantherMedia / Jiri Hera

Seit Urzeiten ist Milch, besonders mit Honig, ein schmerzlinderndes Hausmittel bei einer Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung). Dass Milch die Atemwege verschleimt und daher während einer Erkältung nicht getrunken werden sollte, ist wissenschaftlich nicht belegt. Dennoch hilft Milch im akuten Krankheitsfall nicht, um die Krankheitszeit zu verkürzen.

Welche biologischen Prozesse bei der Anwendung dieses Hausmittels ablaufen, wie Milch dosiert werden sollte, um eine Verbesserung der Symptomatik zu bewirken, und was zu beachten ist, soll im Folgenden geklärt werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Die in der Milch enthaltenen Pro- und Präbiotika sind für eine gesunde Darmflora wichtig. Da der Darm die meisten Immunzellen des Körpers enthält, kann durch eine ausgeglichene Darmflora der Entstehung der Erkältung vorgebeugt werden. [1]

Als Probiotika werden Mikroorganismen bezeichnet, die, oral aufgenommen, die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise die gewünschten Milchsäurebakterien (Lactobacillus), welche die Magen-Darm-Passage überleben und so in den Dickdarm gelangen. Durch die Fermentierung (Umwandlung) von Nährstoffen zu kurzkettigen Fettsäuren und Laktat (Salze und Ester der Milchsäure) sinkt der pH-Wert im Darm. Dieser Effekt wird durch die in der Milch ebenfalls enthaltenen Präbiotika unterstützt. Die wasserlöslichen Ballaststoffe führen zu einer spezifischen Vermehrung und Aktivierung von Milchsäure- und Bifidobakterien (Bifidobacterium).[2]

Pathogene Bakterien (z.B.: Enterokokken, Streptococcus, Staphylococcous und Clostridium) tolerieren den durch die Milchsäurebakterien erzeugten pH-Wert nicht. Dies führt zu einer Wachstumshemmung der gesundheitsschädlichen Keime.[3] Als positiver Nebeneffekt entstehen weniger gesundheitsschädliche Stoffwechselprodukte.[4]

Anwendung und Dosierung

Regelmäßiger Milchkonsum trägt zu einer gesunden Darmflora bei und kann dadurch vor einer Erkältung schützen. Insbesondere bei Kindern sollte auch bei einer akuten Erkältung nicht auf den Milchkonsum verzichtet werden. Milch ist für Kinder eine wichtige Nährstoffquelle und für eine ausgewogene Ernährung nötig. Jedoch zeigt Milch alleine keine krankheitslindernde Wirkung.

Ein Glas warme Milch mit einem Löffel Honig kann hingegen hilfreich sein. Dabei wirken vor allem die Wärme sowie der Honig schmerzlindernd. Die im Honig enthaltenen Polyphenole und Flavone sind bakterizid und entzündungshemmend. Dadurch wird der Rückgang von Schwellung und Schmerzen gefördert.[5] Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Milch nur noch lauwarm ist, wenn der Honig hinzugegeben wird. Die bakterizide Wirkung des Honigs geht bei Temperaturen über 40°C verloren.[6] Ein übermäßiger Milchkonsum kann abführend wirken.

Zu beachten:

Generell gilt zu beachten, dass Personen, die unter einer Milchunverträglichkeit(z.B. Lactoseintoleranz) leiden, auf andere pflanzliche Heilmittel zurückgreifen sollten. Außerdem bestehen Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten. Insbesondere bei der Einnahme des Antibiotikums Doxycyclin sollte auf den Genuss von Milchprodukten verzichtet werden.[7]

Wenn nach sieben Tagen keine Besserung der Erkältungssymptome eingetreten ist, sollte ein Arzt konsultiert werden. Auch bei Atemnot, Fieber über 39°C oder einer plötzlichen Verschlechterung ist ein Arztbesuch ratsam.[8]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung