Erkältung: Sonstige Getränke

Erkältung – viel trinken hilft?

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Eine Erkältung (grippaler Infekt, österreichisch Verkühlung) geht mit einer Vielzahl von Symptomen einher, wie ein Husten (Tussis), Schnupfen (Rhinitis) oder auch Fieber (Pyrexie).

Da es bei einer Erkältung und vor allem Fieber zu einem vermehrten Flüssigkeitsverlust kommen kann, sollte der Betroffene dem Körper Flüssigkeit zuführen. Welche Getränke am geeignetsten sind und warum zu viel trinken auch gefährlich werden kann, soll im folgenden Text erklärt werden.

Wirkungsweise (Biologischer Prozess)

Bei einem grippalen Infekt sollte der Betroffene Getränke zu sich nehmen, die eine immunstimulierende Wirkung haben. Dazu zählen zum Beispiel Kräutertees mit Kamillenblüten- oder Spitzwegerich. Sie zeigen eine entzündungshemmende (antiphlogistische) Wirkung, die auf einer Hemmung der Prostaglandinsynthese und Histaminfreisetzung beruht.[1]

Bei Infektionen der unteren Atemwege (z.B. Bronchitis oder Lungenentzündung) wird vermehrt ADH (antidiuretische Hormon) ausgeschüttet.[2] ADH wird von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) abgegeben und bewirkt, dass weniger Wasser über die Nieren ausgeschieden wird (Oligurie). Durch den veränderten Flüssigkeitshaushalt des Körpers kann es zu Störungen in der Salzkonzentration kommen (Elektrolytstörungen), wenn zusätzlich bei einer Erkältung vermehrt Wasser zugeführt wird. Dadurch kann im Extremfall eine Hyponatriämie entstehen (Ungleichgewicht der Salzkonzentration des Blutes).[3]

Zu den Symptomen einer Hyponatriämie zählen Schwindelgefühl (Vertigo), Krampfneigung und Verwirrung bis hin zum Bewusstseinsverlust (Koma)[4]

Anwendung und Dosierung

Die antibakteriellen Tees lassen sich besonders leicht und schnell herstellen.

Für einen Kamillenblütentee einfach pro Tasse 1 Esslöffel Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießen. Den Tee dann 10 Minuten ziehen lassen.[5]

Bei einem Spitzwegerich-Tee ein bis zwei Teelöffel der Blätter mit kochendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Danach abseihen und in kleinen Schlücken trinken.[6]

Zu beachten:

Bei einem grippalen Infekt sollte so viel getrunken werden, wie es einem gesunden Menschen auch empfohlen wird. Die meisten Fachleute raten zu einer Flüssigkeitsmenge von 2 Litern pro Tag.

Sollte der Infekt allerdings mit Fieber und Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall (Diarroeh) und Erbrechen (Emesis) einhergehen, kommt es zu einem stärkeren Flüssigkeitsverlust, der durch eine vermehrte Zufuhr ausgeglichen werden sollte.

Vor allem Kleinkinder reagieren extrem auf Flüssigkeitsverluste. Bei oben genannten Symptomen besteht die Gefahr, dass sie austrocknen (Exsikkose). In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da sich der Zustand rasch verschlechtern kann.[7]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Erkältung