Grippe: Impfstoff

Grippeimpfung Aluminium

© PantherMedia / Sven Hoppe

Immer wieder werden Gerüchte über Zusammenhänge zwischen aluminiumhaltigen Impfstoffen und neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer oder Autismus laut. Ob tatsächlich ein gesundheitsrelevanter Einfluss besteht und wie diese Gerüchte entstehen, wird im folgenden Text erklärt.

Medizinische Fakten

Aluminiumverbindungen werden in Totimpfstoffen als Hilfsstoffe (Adjuvanzien) verwendet, um eine stärkere Immunantwort im Körper zu provozieren und einen starken Impferfolg mit einer langen Wirkungszeit sicherzustellen. Auch in Grippeimpfstoffen waren lange Zeit Aluminiumsalze als Adjuvanzien enthalten. Mittlerweile wurden jedoch auch andere Adjuvanzien entwickelt, so dass in den meisten neusten Grippeimpfstoffen keine Aluminiumverbindungen mehr genutzt werden.[1]

In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut für die Überprüfung der Impfstoffsicherheit zuständig. Dieses Institut prüft regelmäßig Hypothesen, nach denen ein Zusammenhang zwischen Aluminiumverbindungen und neurologischen Erkrankungen wie Autismus oder Alzheimer-ähnlichen Erkrankungen bestehen soll. Nach Analysen der Impfsicherheitsdaten stellte das Institut fest, dass Aluminiumverbindungen zwar in sehr seltenen Fällen lokale allergische Reaktionen auslösen können, jedoch kein Zusammenhang zu neurologischen Erkrankungen nachweisbar war.[2] Nur ein kleiner Teil des in Impfungen enthaltenen Aluminiums wird in den Körper aufgenommen, ein noch kleinerer Teil sammelt sich auf Dauer im Körper an.[3] Während grundsätzlich ein Einfluss von Aluminiumverbindungen auf das Nervensystem nicht ausgeschlossen werden kann, ist das in Impfungen enthaltene Aluminium in sehr geringen Mengen vorhanden. Rechnet man die Aluminiumbelastung von etwa 20 Impfungen (was in etwa der zu erwartenden Menge innerhalb der ersten 30 Lebensjahre entspricht) zusammen, so stellt diese mit etwa 0,2 mg einen vergleichweise geringen Anteil zu der über ein Leben angesammelten Aluminumbelastung von bis zu 60 mg dar. Der maßgeblich größere Anteil des aufgenommenen Aluminiums stammt aus der Nahrung und dem Trinkwasser. Die Risiko-Nutzen-Berechnung des Paul-Ehrlich-Instituts kommt zu dem Schluss, dass der Nutzen der Impfung das Risiko einer zurzeit nicht nachweisbaren Schädigung des Nervensystems überwiegt.

Wie entstehen die Gerüchte?

Ein häufiger Grund für die Entstehung von Gerüchten wie dem oben genannten ist die Fehlinterpretation von gleichzeitig auftretenden oder sich ähnlich entwickelnden (korrelierenden) Daten. So darf die Korrelation, also zwei sich ähnlich entwickelnde Trends (z.B. die häufigere Diagnosestellung von Störungen aus dem Autismus-Spektrum sowie die Ausweitung der Impfempfehlungen mit neu entwickelten Impfstoffen), nicht automatisch mit einer Kausalität, also einer direkten begründeten Abhängigkeit, verwechselt werden.

So stellte beispielsweise eine Studie von 2013 eine Korrelation zwischen einem erhöhten Vorkommen von neurologischen Erkrankungen aus dem Autismus-Spektrum bei Kindern und der Anzahl der in dem jeweiligen Land empfohlenen aluminiumhaltigen Impfdosen fest.[4] Diese Studie stellte diese Korrelation als ursächlichen Zusammenhang (Kausalität) dar, auch wenn andere Abhängigkeiten, wie beispielsweise die medizinische Versorgung, die zum einen mehr Impfungen möglich macht und gleichzeitig Autismus-Erkrankungen durch häufigere Arztkontakte schneller erkennen kann, wahrscheinlich mehr Einfluss auf die Korrelation haben könnten.[5]

Zu beachten

Bestehen Allergien gegen Inhaltsstoffe von Impfungen, sollte dies mit dem Arzt besprochen werden. Meist gibt es dann einen Alternativimpfstoff. Generell ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner für Fragen rund um das Impfen und insbesondere die Grippeimpfung; gegebenenfalls können auch Apotheker über die Bestandteile der Impfstoffe informieren.


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe