Grippe: Impfstoff

Grippeimpfung: Lebend oder Totimpfstoff?

© PantherMedia / Lev Dolgachov

Die echte Grippe (Influenza, Virusgrippe) ist eine Infektionskrankheit, die durch sogenannte Influenza-Viren hervorgerufen wird. Gegen eine Grippe besteht die Möglichkeit einer Impfung. Bei der Grippeimpfung kann entweder ein Lebend- oder ein Totimpfstoff verwendet werden.

Was der Unterschied zwischen einem Lebend- und einem Totimpfstoff ist, wie die Grippeimpfung wirkt und was beim Lebendimpfstoff beachtet werden muss, soll im Folgenden erklärt werden.

Medizinische Fakten

In der Regel werden die Impfstoffe gegen Grippe als Totimpfstoff gespritzt. Seit der Grippesaison 2012/13 steht erstmals ein nasaler Lebendimpfstoff zur Verfügung, welcher aber nur für Kinder zwischen 2 -17 Jahren zugelassen ist (Fluenz).[1] Bei der Totimpfung werden die Grippe-Erreger vorher abgetötet. Der Impfstoff enthält entweder ganze (tote) Krankheitserreger oder aber nur Teile der Erreger.Der Lebendimpfstoff hingegen enthält eine ganz geringe Menge lebendiger Influenza-Viren. Diese sind chemisch abgeschwächt worden, können sich aber dennoch weiterhin vermehren.[2]

Vor- und Nachteile

Der Nachteil des Totimpfstoffs ist, dass die Impfung wiederholt werden muss, da die Antikörper gegen die Erreger mit der Zeit abgebaut und ausgeschieden werden. Außerdem besitzen die Influenza-Viren bestimmte Oberflächenstrukturen (Hämagglutinin und Neuraminidase), die dem Immunsystem zur Erkennung dienen. Die Viren besitzen die Fähigkeit, diese Moleküle auszutauschen bzw. leicht zu verändern. Für den menschlichen Organismus handelt es sich bei einer Infektion dann um ein neues Virus, gegen das die Impfung nicht mehr wirkt. Die Grippe-Impfung muss daher jährlich wiederholt werden, um gegen die aktuell zirkulierenden Viren geschützt zu sein.

Durch einen Lebendimpfstoff wird eine stärkere Reaktion des Immunsystems hervorgerufen. Bildet das Immunsystem sogenannte Gedächtniszellen aus, kann der Lebendimpfstoff einen lebenslangen Schutz gegen das geimpfte Virusverleihen. Auch hier hält der Schutz nur, solange die Viren ihre Oberflächenmoleküle nicht verändern. Der Nachteil des Lebendimpfstoffs besteht darin, dass er den Körper stärker belastet. In der Regel entwickeln geimpfte Personen leichte bis mäßige Symptome, die an eine Grippe erinnern. Die abgeschwächten Viren können per Zufall mutieren und wieder ihre volle Potenz entwickeln. Das Vollbild der Grippe entsteht. 

Bei Menschen, die, bedingt durch Medikamente oder andere Erkrankungen, unter einem geschwächten Immunsystem leiden, wird kein Lebendimpfstoff verabreicht. Bei ihnen könnten die Krankheitserreger eine ernsthafte und unter Umständen gefährliche Erkrankung hervorrufen.

Weitere Reaktionen können sein:

  • Abgeschlagenheit
  • Anschwellen der Injektionsstelle
  • Schmerzen der Injektionsstelle

Auch diese Symptome fallen in der Regel bei einer Impfung mit dem Lebendimpfstoff stärker aus.[3]

Besonderheiten

Für Menschen, die ein Lebensalter von 65 Jahren und älter erreicht haben, gibt es eine besondere Grippe-Impfung. Bei älteren Menschen wird grundsätzlich eher der Totimpfstoff verwendet. Das Immunsystem ist häufig nicht mehr so stark und bei einer Lebendimpfung könnte es überlastet werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, der Impfung einen Wirkverstärker (Adjuvans) zuzufügen. Dieser erhöht die Sensibilität des Immunsystems auf den Impfstoff. Ob dies individuell in Frage kommt, wird persönlich mit dem Hausarzt abgesprochen.[4]


Behandlungsmöglichkeiten bei einer Grippe